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Goldpartys: Wenn Schmuck zu Geld wird

Gefragtes Edelmetall  

Goldpartys: Wenn Schmuck zu Geld wird

03.06.2011, 12:51 Uhr | AFP, AFP

Goldpartys: Wenn Schmuck zu Geld wird. Bei Goldpartys kann man Gold gegen Geld tauschen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Bei Goldpartys kann man Gold gegen Geld tauschen (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Der Run auf Gold hat nun auch die Privathaushalte erreicht und nimmt zum Teil kuriose Formen an: So wird Gold in Frankreich auf Goldpartys zuhause unter Hausfrauen verhökert. Den guten Chancen zum Erhalt eines gerechten Marktpreises für den alten Goldschmuck stehen aber auch Risiken gegenüber.

Goldparty auf dem Balkon

Auf dem Balkon einer Privatwohnung im Pariser Nobelvorort Neuilly beugt sich ein Fachmann der Firma "Gold by Gold" über eine kleine Schale mit einigen Schmuckstücken. Sorgfältig überprüft er eine Kette und zwei Armbänder auf ihre Echtheit, bevor er der Besitzerin einen Preis anbietet. Knapp 1200 Euro kann die 45 Jahre alte Sophie für die Schmuckstücke einstreichen, die bei ihr zu Hause seit Jahren vergessen in einer Schublade lagen. "Das ist verrückt, ich hatte höchstens mit 200 Euro gerechnet", freut sich die Französin, die als Produktionsleiterin einer Rundfunkfirma arbeitet.

Wie sie stöbern angesichts des seit Jahren steigenden Goldpreises, der im April erstmals die 1500-Dollar-Grenze pro Feinunze (31,1 g) übersprungen hatte, immer mehr Franzosen in ihren Schatullen nach veralteten oder kaputten Schmuckstücken, die sie gerne loswerden möchten. Auch in Euro kostete Gold in diesem Frühjahr mit zeitweise 1086 Euro pro Unze soviel wie noch nie. Derzeit kosten 31,1 g Feingold (999er) etwa 1050 Euro, entsprechend gut 33 Euro pro Gramm. Von dem neuen Verkaufs-Trend profitieren Firmen, die in Anzeigen und im Internet mit Sprüchen wie "Machen Sie Ihr Gold zu Geld" werben.

Partys mit familiärem Hintergrund

Der Gründer und Chef von Gold by Gold, Patrick Schein, hat außerdem eine Idee aus den USA importiert. Nach dem Beispiel der legendären Tupperware-Hausverkäufe organisiert er "Gold by Gold Partys": Die Gastgeberinnen laden Verwandte und Freunde zu Tee oder Kaffeekränzchen ein, bei denen sich alles um den Verkauf von Schmuckstücken dreht.

Auf dem Balkon von Viviane haben sich deren Tochter, eine Nichte und einige Freundinnen eingefunden. Der Experte überprüft zuerst ihre Personalien und dann den Schmuck, bevor er einen Preis anbietet. "Bei diesen Treffen gibt es keinen Druck", preist er die Idee der Gold-Partys an. Niemand fühle sich zum Verkauf gedrängt. Schmuckstücke seien zudem oft mit Erinnerungen behaftet, mit der persönlichen Geschichte von Menschen, verflossenen Lieben, Todesfällen. Dies werde bei den Treffen berücksichtigt.

Die Gastgeberin wird am Gewinn beteiligt

Gastgeberin Viviane etwa zeigt dem Experten diverse Schmuckstücke, die er auf über 1800 Euro schätzt. Nach gründlichem Nachdenken bei Kaffee und Kuchen kann sie sich aber nur von einem Paar Ohrringe trennen. Den Rest will sie behalten. Ihre Tochter hat weniger Skrupel: Sie verkauft alles, was sie mitgebracht hat, und erhält dafür 291 Euro. Insgesamt wechseln bei der Gold-Party auf Vivianes Balkon fast 2000 Euro den Besitzer. Die Gastgeberin hat nicht nur ein paar abwechslungsreiche Stunden verbracht - sie bekommt zudem zehn Prozent des Gesamterlöses als Kommission.

"Gold-by-Gold"-Gründer Schein, der sich selbst gern als "Bergmann im Anzug" bezeichnet, ist jedenfalls voller Optimismus. Heute lägen die Goldminen nicht mehr unter der Erde, sondern in den Schmuckkästchen von Privatleuten, sagt der rührige Geschäftsmann. Jeder Franzose etwa habe im Durchschnitt zwischen 30 und 40 Gramm Gold bei sich zu Hause. Mit den Gold-Partys könnten solche Schätze gehoben werden - "und das in einer heimeligen Atmosphäre".

Weitere Angebote einholen

Das private Ambiente hat jedoch auch Nachteile. So wird den gebotenen Preisen eventuell zu wenig Skepsis entgegen gebracht. Manche Angebote lägen bis zu 50 Prozent unter denen seriöser Händler, warnen Gold-Experten. Manchmal wird auch beispielsweise ein Bearbeitungsgebühr eingerechnet oder fälschlicherweise die Mehrwertsteuer vom Goldwert abgezogen. Tipp: Verkaufswillige Schmuck-Besitzer sollten vor dem Verkauf auf jeden Fall noch ein weiteres Angebot an anderer Stelle einholen. So kann die Schmuckbesitzerin das Angebot zuhause besser einschätzen.

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