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Arbeitszimmer absetzen: Bundesfinanzhof zweifelt an Abzugsverbot

Steuererklärung  

Arbeitszimmer doch wieder absetzen

16.09.2009, 17:50 Uhr | dpa/ AFP

Arbeitszimmer absetzen: Bundesfinanzhof zweifelt an Abzugsverbot.

Das Büro in den eigenen vier Wänden - das Finanzamt erkannte das seit 2007 nur in Ausnahmefällen an. (Foto: Imago)

Lehrer, Außendienstler und andere Berufsgruppen können den Fiskus vorerst wieder an den Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer beteiligen. Nach Einschätzung des Bundesfinanzhofs in München bestehen ernstliche verfassungsmäßige Zweifel an dem seit 2007 geltenden Abzugsverbot für die Kosten eines Arbeitszimmers.

Fall eines Lehrers vor Gericht

Im konkreten Fall ging es um einen Lehrer, dem kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dieser dürfe sich auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag für seine Aufwendungen eintragen lassen, entschieden die Richter des höchsten deutschen Steuergerichts in dem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss (Az: VI B 69/09).

Es könnten Nachzahlungen fällig werden

Auch andere Steuerzahler können nun davon profitieren und ihre monatliche Steuerlast durch einen Eintrag auf der Lohnsteuerkarte reduzieren. Allerdings könnte ihnen dann mit dem Steuerbescheid eine Nachzahlung drohen, falls das Finanzamt den Abzug nicht akzeptiert. Vor mehreren Gerichten klagen Steuerzahler derzeit gegen die Regelung und erhoffen sich - ähnlich wie bei der Pendlerpauschale - eine abschließende Klärung durch das Bundesverfassungsgericht.

Seit 2007 sind Arbeitszimmer nur noch in Ausnahmen abzugsfähig

Seit 2007 können Arbeitnehmer ein häusliches Arbeitszimmer nur noch dann steuerlich als Werbungskosten geltend machen, wenn es den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet. Das ist in aller Regel aber nicht der Fall. So wird etwa der heimische Schreibtisch von Lehrern als Privatsache behandelt, auch wenn sie zu Hause ihren Unterricht vorbereiten und je nach Fächerkombination auch die Schulferien daheim mit Korrekturen verbringen.

Klage eines Lehrerehepaars aus Niedersachen

Im Streitfall hatte ein Lehrerehepaar aus Niedersachsen geklagt. Mit einem Eilbeschluss verpflichtete der BFH das Finanzamt, die Ausgaben für ihre Arbeitszimmer bis auf weiteres wieder auf den Lohnsteuerkarten einzutragen. Damit sei inhaltlich noch nichts entschieden, betonten die Münchner Richter. Ausführlich wollen sie sich erst im Hauptverfahren mit der Frage beschäftigen.

Streit mit ernsthaften Bedenken

Allerdings werde der Streit kontrovers und mit ernsthaften Bedenken diskutiert - bei den Finanzgerichten mit unterschiedlichem Ergebnis. Dem BFH reichte das aus, um dem Lehrerpaar einen vorläufigen Steuerabzug zu ermöglichen. Bei einer Niederlage im Hauptverfahren muss es die Steuern nachzahlen.

Auf der Steuererklärung geltend machen

Wer auf einen Eintrag in der Lohnsteuerkarte verzichtet, sollte das Arbeitszimmer auf jeden Fall in der Steuererklärung geltend machen. Die Finanzämter erkennen dies zwar bislang nicht an, ab dem Steuerjahr 2008 erklären sie den Bescheid in diesem Punkt aber als vorläufig, weil das Finanzgericht Münster die Frage bereits dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt hat. Ein Widerspruch ist daher nicht nötig. Kippt Karlsruhe das Abzugsverbot, werden zuviel gezahlte Steuern automatisch erstattet.

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