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Seminarreise: Unterlagen für die Steuererklärung aufbewahren

Steuererklärung  

Unterlagen von Seminarreise für Steuer aufbewahren

07.06.2010, 10:52 Uhr | Thorsten Wiese und Florian Sanktjohanser, dpa, dpa

Seminarreise: Unterlagen für die Steuererklärung aufbewahren. Belege für Auslandsseminare oder Bildungsreisen sollten für die Steuererklärung gut aufbewahrt werden. (Foto: Imago)

Belege für Auslandsseminare oder Bildungsreisen sollten für die Steuererklärung gut aufbewahrt werden. (Foto: Imago)

Gute Fremdsprachenkenntnisse sind im Job unerlässlich und so mancher Arbeitnehmer tut gut daran, diese immer wieder aufzufrischen. Warum dann nicht gleich eine Sprachreise ins Ausland buchen und diese als Bildungsreise von der Steuer absetzen? Aufgepasst - das kann schnell nach hinten losgehen. Denn die Kosten können längst nicht so einfach von der Steuer abgezogen werden. Wir erklären, worauf Sie achten müssen.

Beruflicher Anteil entscheidend

Kosten für Seminare im Ausland oder Bildungsreisen können häufig nicht in voller Höhe bei der Steuer abgezogen werden. Maßgeblich ist der beruflich bedingte Anteil am Gesamtprogramm - er entscheidet über die Höhe des Steuerabzugs. Das zeigen zwei neue höchstrichterliche Urteile. Private Anteile des Aufenthalts - Freizeit oder Sport - müssen aus dem Betrag herausgerechnet werden.

Unterlagen sorgfältig aufbewahren

Daher sollten Steuerzahler die Unterlagen etwa zu einer Fortbildungsreise sorgfältig aufbewahren, riet Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin: "Es gilt das Prinzip Schuhkarton: Seminarprogramm und Anmeldung unbedingt aufheben."

Neues Urteil veröffentlicht

Der Bundesfinanzhof veröffentlichte am 2. Juni 2010 ein neues Urteil, in dem das zuständige Finanzamt zur Prüfung der Kostenaufteilung aufgefordert wird (Az.: VI R 5/07). In dem Fall nahm eine Englischlehrerin an einer achttägigen Reise der Englischlehrervereinigung nach Dublin teil. Auf dem Programm standen kulturelle Vorträge und Besichtigungstermine sowie ein Tagesausflug nach Belfast.

Beruflicher und privater Anteil muss getrennt werden

Finanzamt und Finanzgericht lehnten den Abzug der Aufwendungen ab. Die Frau hatte in ihrer Steuererklärung für 1998 die vollen Ausgaben von mehr als 2300 Mark als Werbungskosten angesetzt. Nun muss geprüft werden, wie sich berufliche und private Anteile der Reise voneinander abgrenzen lassen.

Surfen und Segeln sind meist Privatvergnügen

In einer zweiten Entscheidung betont der Bundesfinanzhof, dass Sporteinheiten in einer Fortbildung zur Freizeit zählen können (Az.VI R 66/04). In dem Fall nahm ein Unfallarzt an einem sportmedizinischen Wochenkurs am Gardasee teil. Auf dem Programm standen frühmorgens und nachmittags Vorträge, von 9.15 Uhr bis 15.45 Uhr Theorie und Praxis von Sportarten wie Surfen, Segeln und Tennis. Zum Erwerb des Zusatztitels Sportmediziner musste der Arzt 120 Stunden sportmedizinische Kurse vorweisen. Als er die 3212 Mark für den Wochenkurs als Werbungskosten von der Steuer absetzen wollte, lehnte das Finanzamt ab. Die obersten Steuerrichter schlossen sich der Entscheidung des Finanzgerichts an, dass die Aufwendungen zur Hälfte beruflich veranlasst und damit zur Hälfte steuerlich absetzbar seien.

Nicht über die ganze Reise Buch führen

Berufstätige müssen aber nicht die ganze Reise über Buch führen, um während einer Fortbildung private Stunden von Arbeitszeit abzugrenzen. "Sie müssen nur alle Belege, die 'geeignet sind, die Aufteilung nachzuweisen', für das Finanzamt aufheben", sagte Käding. Mit der Steuererklärung einsenden müssen Betroffene die Papiere ebenso wenig. "Es reicht, das auf Verlangen nachzureichen."

Am besten klar trennen

Nach Einschätzung von Käding sei es bei einer achttägigen Reise "sehr unwahrscheinlich", dass die Reise ausschließlich beruflich zu veranschlagen ist. In einem solchen Fall hilft das Programm bei der Aufteilung von beruflichen Abschnitten und Freizeiten während des Aufenthalts. "Leichter ist der Fall immer dann, wenn ich zum Beispiel drei Tage Fortbildung mache und dann noch zwei Tage dran hänge, weil es da so schön ist", erklärte Käding. Dann könnten die Gesamtausgaben im Verhältnis von drei Fünfteln zu zwei Fünfteln aufgeteilt werden.

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