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Steuern

Steuerrecht: Das sollten Unternehmer wissen

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Umzug ins Ausland

26.11.2010, 12:01 Uhr

Für den Umzug von Unternehmen ins Ausland gilt seit 2006: Weil die Firma später in Deutschland nicht mehr besteuert werden darf, kassiert das Finanzamt schnell noch ab. Ein Unternehmer, der ins Ausland umzieht, muss sich so behandeln lassen, als stelle er den Betrieb endgültig ein. Deshalb muss er die stillen Reserven, also die Differenz von Buch- und Marktwert seiner Maschinen und Grundstücke, versteuern.

Der Bundesfinanzhof hatte sich im Januar eigentlich gegen diese Praxis ausgesprochen. Zulässig sei das Abkassieren beim Grenzübertritt nur, wenn das Besteuerungsrecht der Bundesrepublik nach dem Umzug der Firma ganz verloren ginge. Das sei aber nicht der Fall, weil der Staat die stillen Reserven auch später besteuern könnte, wenn das inzwischen im Ausland ansässige Unternehmen veräußert oder aufgegeben werde (Az.: I R 77/06). Dem Fiskus kam dieses Urteil natürlich gar nicht gelegen: Die Behörden fürchteten Steuerausfälle, da es praktisch nicht zu kontrollieren sei, was aus den Maschinen später etwa in Frankreich oder Österreich wird.

Deshalb hat der Gesetzgeber im Jahressteuergesetz die Bremse gezogen: Die stillen Reserven sind nach wie vor beim Umzug ins Ausland zu versteuern. "Der Gesetzgeber hebelt damit für Unternehmer positive Urteile der Finanzgerichte einfach wieder aus", sagt Martina Ortmann-Babel, Partnerin bei Ernst & Young. (Quelle: FTD)





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