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Geldautomatenbetrug: Banken bekommen Skimming in den Griff

Banken bekommen Skimming in den Griff

19.08.2011, 12:19 Uhr | Spiegel Online, Felix Knoke, Spiegel Online

Mit manipulierten Geldautomaten und kopierten EC-Karten gingen Kriminelle auf Beutezug - die Banken rüsteten mit neuer Technik auf. Mit Erfolg: Um mehr als die Hälfte ist die Zahl der Fälle im ersten Halbjahr zurückgegangen. Die Kriminellen steigen nun auf neue Methoden um.

Der Kampf gegen den Geldkartenbetrug "Skimming" zeigt offenbar Wirkung: Im ersten Halbjahr 2011 sei die Zahl der Diebstähle via Geldautomat im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent zurückgegangen, erklärte der Geldkarten-Dienstleister Euro Kartensysteme (EKS) auf Anfrage von "Spiegel Online".

Schaden durch "Skimming" in zweistelliger Millionenhöhe

Damit dürfte "das schlimme Jahr 2010" der Skimming-Höhepunkt gewesen sein. Das Bundeskriminalamt (BKA) zählte in dem Jahr rund 190.000 Fälle, in denen Kartenkunden von der Manipulation von Geldautomaten betroffen waren. Es entstand ein Schaden in Höhe Dutzender Millionen Euro. Neuere offizielle Zahlen der Banken und Schätzungen des BKA gibt es seit 2010 nicht.

Chips machen Kartendubletten wertlos

Den wichtigsten Grund für den rapiden Rückgang um 60 Prozent sieht die EKS im flächendeckenden Einsatz der EMV-Chips, der die Kartendubletten der Skimmer wertlos macht. EKS-Sprecherin Margit Schneider zu "Spiegel Online": "Durch die Einführung von EMV-Chips in Europa und die Umstellung praktisch aller Bankautomaten können die Skimmer ihre Dubletten zumindest in Europa nicht mehr einsetzen."

Weil auch immer mehr außereuropäische Länder auf die neuen Sicherheitsmerkmale achten, geraten die Skimmer unter Druck. Wie sehr, das zeigen die EKS-Statistiken. Ihnen zufolge setzte in den vergangenen Monaten eine Wanderungsbewegung unter den Betrügern ein.

Skimmer mussten Einsatzgebiete wechseln

Die setzten ihre Kartendubletten im ersten Halbjahr 2008 noch vorwiegend in Italien (32 Prozent), Rumänien (22 Prozent), den Niederlanden (17 Prozent) und Frankreich (sechs Prozent) ein, 2011 aber in den USA (20 Prozent), der russischen Föderation (14 Prozent), Kolumbien (neun Prozent), der Dominikanischen Republik (neun Prozent), Kenia (acht Prozent) und Argentinien (sechs Prozent). Sollten diese Länder in Sachen EMV und Magnetstreifen nachziehen, müssten die Skimmer immer weiter ausweichen - und damit ihren Aufwand und ihre Kosten erheblich steigern.

Gefahr durch Phishing steigt

Doch in dem Maße, in dem Skimming-Angriffe zurückgehen, steigt die Gefahr durch Online-Betrug mittels Phishing und Banking-Trojaner. Dabei werden Zahlvorgänge, die über den Computer oder über das Smartphone abgewickelt werden, abgefangen und manipuliert. Um sich besser gegen zukünftige und wachsende Gefahren aus dem Internet wehren zu können, wird im Oktober wohl ein Treffen zwischen BKA und EKS stattfinden.

BKA und Banken planen neue Offensive gegen Datendiebe

Auf der Tagesordnung wird zum Beispiel auch eine gemeinsame Phishing-Datei stehen, in der sich Polizei und Banken über neue Betrugsmaschen und -wellen austauschen - und nicht nur über Skimming, wie BKA-Chef Ziercke heute laut Presseberichten erklärte. Sein Ziel: "Einen flexiblen und schnellen Austausch von Informationen, um neue Betrugsmaschen schneller zu erkennen und gemeinsame Abwehrstrategien entwickeln." Vorbild: das amerikanische FBI.

Dass dies eine gute Idee ist, erklärt Skimming-Experte Dieter Kochheim: "Einzelne Bankenverbünde haben ein ständiges Monitoring und Leitstellen eingerichtet. Das hat wirklich geholfen," erklärt der Staatsanwalt und selbsternannte "Cyberfahnder": "Die Bankdaten der Geschädigten werden sehr gut von der Euro Kartensicherheit aufbereitet und zur Verfügung gestellt." So eine Hilfestellung könnte auch im Kampf gegen und der Prävention von anderen Betrugsmaschen helfen. Das BKA war zunächst nicht für "Spiegel Online" für eine Stellungnahme zu erreichen.

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