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Aktienanleihen im Vergleich zu anderen Anlageformen

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Abgrenzung - Aktienanleihen im Vergleich zu anderen Anlageformen

04.10.2011, 08:00 Uhr | t-online.de - mmr, t-online.de

Aktienanleihen im Vergleich zu anderen Anlageformen Aktienanleihen funktionieren nach eigenen Gesetzen. Wie sie sich zu anderen Produkten abgrenzen und was sie gemeinsam haben, haben wir exemplarisch gegenübergestellt. Zum Ende dieses Artikels werden zudem kurz die Chancen und Risiken von Aktienanleihen beschrieben.  

Aktienanleihen im Vergleich zu klassischen Anleihen

Beide Papiere haben eine feste Laufzeit und einen festen Zins (Kupon). Zur eindeutigen Identifizierung für den Börsenhandel sind sie mit einer ISIN ausgestattet, also einer Wertpapierkennung. Der Hauptunterschied zu "normalen" festverzinslichen Papieren liegt in der Tilgung, also der Rückzahlung der beiden Papiere. Inhaber einer klassischen Anleihe erhalten am Ende der Laufzeit ihr Geld zu 100 Prozent zurück. Man spricht auch von der Rückzahlung zum Nominalwert. Bei Inhabern einer Aktienanleihe (AA) hängt diese Rückzahlung davon ab, wie sich während der Laufzeit die Aktie entwickelt hat, die der Anleihe zu Grunde liegt. Dabei kann die Rückzahlung entweder zum Nominalwert von 100 Prozent erfolgen, oder aber der Inhaber erhält stattdessen Aktien in einem im Voraus festgelegten Verhältnis.

Forderungen gegenüber dem Emittenten

Auch die Schuldner der Anleihen unterscheiden sich. Mit einer klassischen Anleihe, beispielsweise einer Unternehmensanleihe, leiht sich ein Unternehmen am Kapitalmarkt Geld und ist dann folgerichtig auch der Schuldner. Bei einer AA hat der Inhaber nicht Forderungen gegen das Unternehmen, dessen Aktie der Anleihe zugrunde liegt, sondern gegenüber dem Emittenten der AA. Folglich hat der Inhaber einer AA ein sogenanntes Emittentenrisiko (siehe unten).

Aktienanleihen im Vergleich zu Aktien

Aktionäre sind Mitinhaber eines Unternehmens mit allen Rechten und Pflichten. Das heißt vor allem, dass sie auf der Hauptversammlung in der Regel stimmberechtigt und auch an den Gewinnen beteiligt sind, also ein Recht auf die Zahlung einer Dividende haben. Der Inhaber einer AA hat diese Rechte nicht. Erst wenn er im Zuge der Rückzahlung der AA am Laufzeitende Aktien erhalten sollte, wird er zum Aktionär.

Aktienanleihen im Vergleich zu Festgeld

Auf beide Produkte gibt es für eine feste Laufzeit einen im Voraus vereinbarten festen Zins. Der Hauptunterschied liegt in der Höhe des Zinses. AA bieten einen sehr viel höheren Zins, Festgeldzinsen orientieren sich am aktuellen Marktniveau. Die Einlagen von Festgeld-Sparern sind darüber hinaus durch den Sicherungsfonds der Banken abgedeckt, Aktienanleihen nicht.

Aktienanleihen im Vergleich zu Discount-Zertifikaten

Beide Produkte sind Derivate, denen die Wertentwicklung einer auf das Produkt bezogenen Aktie zugrunde liegt. Die Käufer spekulieren dabei auf einen wenig schwankungsintensiven, am besten seitwärts tendierenden Aktienmarkt. Der Ertrag beider Produkte ist dabei auf einen maximalen Höchstbetrag (Cap) beschränkt. Das bedeutet, wenn die dem Produkt zugrunde liegende Aktie über diesen Cap hinaus steigt, profitiert der Käufer davon nicht mehr. Am Ende der Laufzeit wird dann ein im Voraus bestimmter, fester Betrag zurückgezahlt. Verlust entsteht, wenn die Aktie (bei der AA) unter einen bestimmten Wert zurückfällt oder (beim Discount-Zertifikat) unter den Kaufpreis des Zertifikats fällt.  

Bei einer AA erhält der Inhaber einen festen Zins, beim Discount-Zertifikat spekuliert der Käufer darauf, eine Aktie zum Kaufzeitpunkt mit einem Abschlag auf den Marktpreis zu bekommen. Auch die steuerliche Behandlung ist unterschiedlich – bei Discount-Zertifikaten greift die Abgeltungsteuer. Obwohl beide Produkte ökonomisch ähnlich sind, wird die AA durch den "Quasi-Anleihe-Charakter" in der Wahrnehmung vieler Investoren als sicherer bzw. "risikoloser" angesehen.

Chancen und Risiken von Aktienanleihen

Obwohl die Aktienanleihe auf den ersten Blick mit ihrer festen Laufzeit und dem Kupon wie ein festverzinsliches Wertpapier erscheint, ist sie dem Charakter nach ein Derivat. Dies hat einige erwähnenswerte Konsequenzen zur Folge. Es zeigt sich, dass das Papier zwar einerseits chancenreicher als eine klassische Anleihe, anderseits aber auch mit mehr Risiken behaftet ist.

Das Emittentenrisiko

Zunächst ist ein Risiko vorweg zu stellen, das nichts mit der Konstruktion des Papiers an sich zu tun hat, aber trotzdem bedeutend ist: das Emittentenrisiko. Der Emittent einer Aktienanleihe ist meistens eine Bank oder Kapitalgesellschaft, rechtlich handelt es sich bei den Anlagepapieren um Inhaberschuldverschreibungen. Das bedeutet, dass die emittierende Gesellschaft für die Rückzahlung der Anleihe haftet. Fällt der Emittent aus, ist das eingesetzte Kapital meist verloren. Derartige Fälle kommen zwar nur sehr selten vor, sind aber nicht ausgeschlossen – wie die spektakuläre Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers zeigte. Im Zuge der Finanzkrise wurden 2008 alle Lehman-Papiere quasi über Nacht wertlos.

Spezifische Risiken

Hauptrisiko des Käufers einer Aktienanleihe ist, wenn der Wert der zugrunde liegenden Aktie stark absinkt oder sogar – im Insolvenzfall des Unternehmens – Richtung null tendiert. Damit droht im Extremfall ein Totalverlust. Denn der Käufer trägt als Aktionär alle Risiken, die er auch mit dem direkten Kauf einer Aktie trägt.

Gerade die hohen Schwankungen an den Börsen haben in der jüngeren Vergangenheit zudem deutlich gemacht, dass der Bezug von Aktien mit Verlusten verbunden sein kann. Wer also keine Zeit hat, solche Verluste ggf. „auszusitzen“, sollte keine Aktienanleihen kaufen. Die Papiere sollten auch keinesfalls als Parkposition oder Festgeldersatz dienen, auch wenn der Zins noch so verlockend sein mag.

Spezifische Chancen

Entscheidender Anreiz zum Kauf einer Aktienanleihe ist der überdurchschnittlich hohe Zinsertrag, der deutlich über dem marktüblichen Zins eines Papieres mit vergleichbarer Bonität und Laufzeit liegt. Oft locken sogar zweistellige Renditen.

Allgemein lässt sich sagen: Ein höherer Kupon bedeutet etwas geringere Sicherheit – oder umgekehrt: Ein niedrigerer Kupon verspricht tendenziell mehr Sicherheit.

Besonders lohnen sich Aktienanleihen, wenn die zugrunde liegende Aktie sich während der Laufzeit tendenziell seitwärts oder leicht aufwärts bewegt. Bei starken Kurszuwächsen der Aktie wäre ein Direktinvestment am Aktienmarkt lohnender.

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