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Warum Altersvorsorge auf drei Säulen stehen muss

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Warum Altersvorsorge auf drei Säulen stehen muss

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Warum Altersvorsorge auf drei Säulen stehen muss. Der damalige Finanzminister Norbert Blüm beim Plakatieren  (Quelle: dpa)

(Quelle: dpa)

Die älteren Bürger unter uns werden sich noch erinnern. Im Frühjahr 1986 – also vor gut 25 Jahren – lässt der damalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm deutschlandweit Plakate aufhängen: "Denn eins ist sicher: die Rente". Die Wiedervereinigung und der demographische Wandel bringen das deutsche Rentensystem in den Folgejahren jedoch ins Wanken. Bis ins neue Jahrtausend wiederholt Politiker Blüm seine Überzeugung zwar noch mehrfach: "Die Rente ist sicher!" Dass die staatliche Rente aber immer später gezahlt wird und im Verhältnis zum Preisniveau in Deutschland immer stärker schrumpft, wird meist übersehen. Zeitweise wird gar der Kollaps des deutschen Sozialsystems befürchtet, was aber durch diverse Rentenreformen abgewendet werden kann.

Mit 67 Jahren da fängt das Leben an – oder auch nicht

Doch die Reformen reichen offenbar nicht aus. Im jüngsten Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen (Mai 2011) wird empfohlen, das Renteneintrittsalter bis zum Jahr 2060 auf 69 Jahre zu erhöhen. Das betrifft alle künftigen Rentner, die seit 1991 geboren wurden – unsere aktuellen Schüler bzw. Abiturienten. Die Erwerbstätigenzahl in Deutschland werde aufgrund des demographischen Wandels stark sinken, während die Zahl der Rentner und die Rentenbezugsdauer weiter steige. Ohne die weitere Anhebung des Renteneintrittsalters und ohne die Konsolidierung des Staatshaushalts prognostiziert das renommierte fünfköpfige Ökonomen-Gremium bis 2060 einen gigantischen Anstieg der Staatsverschuldung auf 270 Prozent der Wirtschaftsleistung (derzeit „nur“ etwa 80 Prozent). Mögliche Wirtschaftskrisen sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Altersarmut wird dramatisch zunehmen

Aus Sicht der künftiger Rentner sieht die Lage ebenfalls ziemlich trostlos aus. Ihre Rente wird in den meisten Fällen nur noch der sogenannten „Grundsicherung“ entsprechen, was nichts anderes als Altersarmut bedeutet. Will heißen, die staatlichen Bezüge werden für die meisten Rentner nicht ausreichen den Ruhestand zu finanzieren, geschweige denn, den Lebensstandard aus dem dann abgeschlossenen Arbeitsleben zu halten. Die Rente ist also zwar sicher, wird aber nicht ausreichen. Und wer keinen adäquaten Job hat, muss erst recht als Rentner eine finanzielle Not befürchten. Ende Mai räumte die Bundesregierung ein, dass Geringverdiener selbst die Grundsicherung kaum erreichen werden. Rechnerisch sei ein Stundenlohn von mindestens zehn Euro erforderlich, um im Alter auf 684 Euro monatliche Rente zu kommen.

Dreiklang-Dimensionen

Wem die staatliche Grundsicherung nicht ausreicht, muss als Normalverdiener zusätzlich vorsorgen. Das wird seit Jahren von den Medien vorgebetet – auch die Politik entzieht sich der Aufklärung nicht. Seit dem Jahr 2002 wird die private Vorsorge zudem staatlich gefördert. Geändert hat sich indes kaum etwas. Zahlen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigen: 88 Prozent der Gesamteinkünfte werden von den heutigen Rentnern in Deutschland aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen und nur fünf Prozent aus privater Vorsorge. Weitere vier Prozent gehen auf betriebliche Vorsorge zurück – der dritten Möglichkeit fürs Alter zu sparen. Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden beispielsweise ist dieser Dreiklang der Altersvorsorge schon deutlich besser umgesetzt: 58 Prozent der Gesamteinkünfte stammen aus gesetzlicher, 29 Prozent aus betrieblicher und 12 Prozent aus privater Vorsorge.

Eine Studie aus dem Frühjahr 2011 vom Psephos Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity belegt, dass die jahrelange Diskussion zum optimalen Altersvorsorge-Mix und die Aufklärungsinitiativen auch an der heute werktätigen Bevölkerung weitgehend vorbei gegangen ist. Weit über die Hälfte der Erwerbstätigen (60 Prozent) hat im Zusammenhang mit der Altersvorsorge noch nie vom 3-Säulen-Modell gehört. 70 Prozent der Befragten, die behaupteten, die drei Säulen der Altersvorsorge – gesetzlich, privat und betrieblich – zu kennen, können diese nicht korrekt unterscheiden.

Deshalb im Folgenden die wichtigen drei Säulen im Überblick.

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