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Altersvorsorge: Welche Sparformen am besten fürs Alter taugen

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Welche Sparformen am besten fürs Alter taugen

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Altersvorsorge: Welche Sparformen am besten fürs Alter taugen.  (Quelle: imago images)

(Quelle: imago images)

Im Folgenden lernen Sie einige Altersvorsorge-Produkte mit ihren Vor- und Nachteilen in alphabetischer Reihenfolge etwas näher kennen. Ein Fazit sei vorweg genommen: Ihre private Altersvorsorge sollte immer auf mehreren verschiedenen Anlageformen beruhen, niemals nur auf einer oder zwei!

Aktien und Aktienfonds

Sachwerte eignen sich gut als langfristiger Inflationsschutz und damit auch zur Altersvorsorge. Eine Beteiligung an Unternehmen bzw. Aktiengesellschaften in Form von Aktien ist eine Beteiligung an Sachwerten, da man als Aktionär Anteilsinhaber am Stammkapital einer AG und gleichzeitig am Gewinn beteiligt wird – in Form von Dividenden. Wer in Aktien als Altersvorsorge investiert – gleich ob per Einmalanlage oder per monatlichem Sparplan – macht das unter langfristigen Aspekten. Die Kursschwankungen einer Aktie sind dann meist zu vernachlässigen. Das Risiko einer Firmen-Insolvenz besteht jedoch. In diesem Fall löst sich die Beteiligung dann meist in in Wohlgefallen auf (Totalverlust). Aktienfonds investieren in eine ganze Reihe von Aktien, so dass das Ausfallrisiko minimiert wird. In der Tabelle sind Aktienfonds deshalb besser als Aktien bewertet. Allerdings ist beim Kauf von Aktienfonds meist ein Ausgabeaufschlag zu zahlen, der die Rendite schmälert. Tipp: Wer bei einer Direktbank kauft oder mit der Fondsgesellschaft direkt verhandelt, kann oft erheblich günstigere Konditionen herausschlagen. Vor allem bei Fonds-Sparplänen macht sich ein niedriger Ausgabeaufschlag über die Jahre sehr positiv in der Rendite bemerkbar.

Bank-Sparpläne

Vor allem für ältere Sparer und zum Ansparen sind Banksparpläne eine gute Wahl: Sie bieten als Pluspunkte Sicherheit, niedrige Kosten und Flexibilität. Die Zinsen sind nicht fix, sondern hängen von Referenzgrößen ab, etwa dem langjährigen Durchschnittszins für zehnjährige Bundesanleihen. Besonders nachhaltig macht sich bei allen Sparplänen der Zinseszinseffekt bemerkbar.

Wie Sie schon mit geringem Sparaufwand schon nach wenigen Jahren einen stattlichen Betrag anhäufen, können Sie einfach mit dem „Investment-Rechner“ von t-online.de berechnen. Spielen Sie mit den Einzahlungsreglern, probieren Sie verschiedene Rendite-Möglichkeiten und sehen Sie sich das jeweilige Ergebnis unter "Auszahlung" an. Den „Investment-Rechner“ finden Sie unter http://altersvorsorge-rente.t-online.de/42282998.html.

Bundeswertpapiere und Anleihen

Die entspannendste Geldanlage Deutschlands. So wirbt die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland für ihre Bundeswertpapiere. Tagesanleihen, Finanzierungsschätze und Bundesschatzbriefe werden von der Regierung herausgegeben, die damit z.B. ihre Schulden zurückzahlen (http://www.bundeswertpapiere.de). Sie gehören zu den sichersten Geldanlagen überhaupt, wären nur bei einer Staatspleite Deutschlands gefährdet. Leider werfen sie derzeit nur Mini-Zinsen ab. Dennoch empfehlenswert.

Staatsanleihen überhaupt gelten als sicher. Nicht zuletzt seit der europäischen Schuldenkrise ist jedoch Staatsanleihe nicht gleich Staatsanleihe. Als langfristige Altersvorsorge hat dieses Standardprodukt einen kleinen Schatten bekommen.

Fondsgebundene Versicherungen

Fonds-Policen sind eine Mischung aus Fonds-Sparplan und Versicherung. Da sich die Gesellschaften diese Kombi-Produkte mit hohen Verwaltungskosten bezahlen lassen, zudem die Entwicklung der Lebens- oder Rentenversicherung von der Entwicklung des Fonds abhängen (mit entsprechendem Verlustrisiko), empfehlen wir diese Produkte nicht zur Altersvorsorge. Recht einfach und kostengünstig lassen sich eine Risiko-Lebensversicherung (als Hinterbliebenenschutz) und ein Fonds-Sparplan selbst organisieren.

Geldmarkt-Fonds

Geldmarkt-Fonds investieren in kurzfristige Staatsanleihen und gehören zu den sichersten Anlageformen überhaupt. Leider werfen sie nur sehr niedrige Renditen ab – dafür aber sehr zuverlässig

Gold, Silber, Platin

Edelmetalle sind wie Aktienbeteiligungen Sachwerte. Sie haben jedoch den großen Nachteil, dass sie keine Dividende oder sonst eine Verzinsung abwerfen. Sie sind sehr wertbeständig, mehr noch, in den vergangenen Jahren schossen die Preise für Gold und Silber in die Höhe. Sowohl in US-Dollar gerechnet als auch in Euro wurden historische Höchstpreise erzielt. Da niemand garantieren kann, dass dieser Boom anhält, ist ein Engagement für Neueinsteiger heute riskanter als noch vor fünf Jahren. Dennoch können ein paar Unzen im Altersvorsorge-Depot nicht schaden. Die Münzen oder Barren sollten jedoch sicher vor Diebstahl verwahrt werden.

Immobilien und Immobilienfonds

Immobilien gehören ebenfalls zur "Familie der Sachwerte". Der größte Nachteil von Grundstücken, Häusern und Eigentumswohnungen liegt im Ursprung des Wortes Immobilien: sie sind nicht mobil, können nicht von einem Ort zu einem anderen transportiert werden. Doch sie sind die bodenständigsten Anlageformen. In einer guten Lage und solide gebaut, versprechen Immobilien ihren Besitzern gute Renditen. Vor allem die selbstgenutzte Immobilie gilt als gute Altersvorsorge: Mietzahlungen entfallen, wenn das Häuschen abgezahlt ist. Nebenkosten sowie Renovierungs- und Modernisierungskosten und die entsprechende Arbeit bleiben jedoch.

Per Beteiligung an einem offenen Immobilienfonds hat man’s hingegen bequemer. Wie beim Aktienfonds wird in eine ganze Reihe von Objekten investiert. Die jüngsten Verwerfungen in der Finanzkrise und später der Schuldenkrise brachten jedoch auch den einen oder anderen Immo-Fonds in Not, sodass die Ausgabe und Rücknahme der Fondsanteile ausgesetzt wurde. Betroffene Anleger müssen um ihre Einlagen bangen.

Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung (KLV) ist bzw. war für die meisten Deutschen die langfristige Altersvorsorge schlechthin. Als Kombination aus Sparplan und Risiko-Lebensversicherung koppelt sie eine sichere Geldanlage – hauptsächlich in festverzinslichen Wertpapieren – mit Hinterbliebenenschutz. Die Beiträge zur KLV werden vom Versicherer gewinnbringend angelegt. Neben einer netten Garantieverzinsung wird bzw. wurde jedes Jahr auch noch eine satte Überschussbeteiligung dem Konto gutgeschrieben und das Ganze blieb nach Ende der mindestens zwölfjährigen Laufzeit auch noch steuerfrei.

Die Vergangenheitsform gebietet sich, weil die steuerfreie Kapitalzahlung für ab 2005 abgeschlossene Verträge nicht mehr gilt und der Garantiezins auf den Sparanteil von über vier Prozent im Jahre 2000 auf nur noch 2,25 Prozent gesunken ist. Ab 2012 wird Neukunden sogar nur noch 1,75 Prozent garantiert – was der Rendite-Talfahrt an den Anleihemärkten zu verdanken ist. Außerdem wird der Garantiezins nur auf den Sparanteil des eingezahlten Geldes gewährt. Hinzu kommen oft nicht geringe Provisionen und Kosten sowie die Prämien für den Todesfallschutz.

Zudem gelten für die Lebensversicherer ab 2013 strengere Kapitalregeln. Allianz-Chef Michael Diekmann warnte Anfang Mai gar vor dem Ende der Lebensversicherung als Altersvorsorge. Die neuen Kapitalvorschriften für Versicherer gefährdeten Vorsorgeprodukte mit festen Garantien, sagte Diekmann auf der Allianz-Hauptversammlung.

Private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung zählt wie die Kapitallebensversicherung zu den klassischen Altersvorsorge-Policen. Zu unterscheiden gilt es zwischen der Sofortrente gegen Einmalbetrag und der "aufgeschobenen privaten Rentenversicherung". Die Sofortrente zahlt, unmittelbar nachdem der Kunde eingezahlt hat, eine lebenslange Rente aus.

Bei der aufgeschobenen privaten Rentenversicherung erhält man zum Vertragsende wahlweise eine Rente bis zum Tode oder eine (einmalige) Kapitalauszahlung. Die Rentenversicherung garantiert einen gewissen Teil der Rente, der Rest resultiert aus der Überschussbeteiligung, die schwanken kann. Stirbt der Versicherte während der Aufschubfrist, in der der Versicherte seine Beiträge entrichtet, zahlt die Rentenversicherung die eingezahlten Rentenversicherungsbeiträge an die Hinterbliebenen zurück, ggf. inklusive der bis dahin angesammelten Gewinne.

Rentenfonds

Der Rentenfonds hat nichts mit einer Rentenversicherung zu tun. Als Renten sind hier festverzinsliche Wertpapiere (z.B. Anleihen) gemeint, in die das Fondsmanagement investiert. Jahrzehntelang galten Rentenfonds als unerschütterlich. Doch seit Schuldenkrise und Zinswende muss man schon genauer hinschauen, in welche Anleihen der jeweilige Fonds investiert. Gegen gut bewertete (Staats-)Anleihen ist auch heute nichts einzuwenden. Die Renditen sind jedoch bescheiden.

Termingeld und Sparbücher

Festgelder, also Spareinlagen, die bis zu einem bestimmten Termin zu einem festen Zinssatz angelegt sind, gehören quasi zur „Familie der Geldmaschinen“. Je länger die Ersparnisse festliegen, desto höhere Zinsen gibt es. Für zwölf Monate werden im Frühjahr 2011 zwischen zwei und drei Prozent Zinsen geboten. Sie sind sehr sichere Geldanlagen – wenn das Geld bei einem namhaften Institut angelegt und dieses nicht gerade von einer Finanzkrise bedroht wird. Langfristig jedoch, auch unter Altersvorsorge-Aspekten, sollten sie nur eine kleine Nebenrolle im Konzert der Anlageprodukte spielen. Aktuelle Festgeld-Konditionen finden Sie bei t-online.de unter http://festgeld.t-online.de.

Sparbücher gehören zwar nach wie vor zu den beliebtesten Anlageformen in Deutschland. Doch die unterirdische Verzinsung – meist weniger als ein Prozent – disqualifiziert diese Sparform. Lediglich bei längerer Kündigungsfrist werden etwas mehr Zinsen gezahlt. Aber auch dann sind Termingelder vorzuziehen.

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