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Sparkassen führen Funk-EC-Karten ein

Bezahlsysteme  

Sparkassen führen Funk-EC-Karten ein

11.01.2012, 15:46 Uhr | dapd, t-online.de - mmr, dapd , t-online.de

Sparkassen führen Funk-EC-Karten ein. Kontaktloses Bezahlen: Sparkassen rüsten EC-Karten mit Funk-Chips aus  (Quelle: DSGV)

Kontaktloses Bezahlen: Sparkassen rüsten EC-Karten mit Funk-Chips aus (Quelle: DSGV)

EC-Karten senden demnächst Funksignale. Ab Mitte April können 1,4 Millionen Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Niedersachsen mit Funk-EC-Karten bezahlen. Die Sparkassen möchten das kontaktlose Bezahlen ("mobile payment") bereits im August bundesweit einführen. "Bis Jahresende werden wir 16 Millionen Kunden, bis Ende 2013 etwa 30 Millionen und bis Ende 2015 alle 45 Millionen mit den neuen Girokarten versorgen", sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Kontaktlos bezahlen heißt: Die Karte muss nicht mehr in ein Kartenterminal gesteckt werden. Es reicht, sie vor ein entsprechendes Lesegerät zu halten. Die Zahlung erfolgt in Sekundenschnelle. Unterschrift oder PIN-Eingabe sind nicht mehr nötig. Die Bankenbranche zeigte sich vom Erfolg der neuen Zahlungsmöglichkeit überzeugt. «Wir sehen kontaktloses Bezahlen als Zukunftstechnologie», sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Andreas Martin. Es sei "außerordentlich schnell und bequem". Die Wartezeiten an der Kasse verkürzen sich damit um bis zu 25 Prozent.

Private Banken halten sich noch zurück

"Die Genossenschaftsbanken warten die Ergebnisse des einjährigen Pilotprojekts im Raum Hannover, Braunschweig und Wolfsburg zunächst ab", teilte die deutsche Kreditwirtschaft auf Anfrage mit. Auch private Banken wie Commerzbank oder Deutsche Bank wollen ihre Kunden noch nicht mit den neuen Girokarten ausstatten und zunächst das Ergebnis des Pilotversuchs abwarten. Die Sparkassen hingegen haben sich bereits für eine bundesweite Einführung der Funk-EC-Karte entschieden, weil sich diese Technik bereits beim Bezahlen auf Musikfestivals und in Fußballstadien bewährt habe.

Das kontaktlose Bezahlen wird durch eine Antenne ermöglicht, die in den Chip der neuen Bankkarte integriert wird. Die Girokarte wird maximal vier Zentimeter vor das Kassenterminal gehalten, um die Zahlung durchzuführen. Mit der Funktechnik NFC (Near Field Communication) wird die Bezahl-Information an das Kartenlesegerät übertragen. Die Sparkassen versichern, dass nur zahlungsrelevante Daten wie der Betrag und die Kartennummer ausgetauscht werden.

Pilotprojekt nur mit Kleinbeträgen

Im Großraum Hannover nehmen zunächst ausgewählte Einzelhändler und Tankstellen an dem Pilotprojekt teil. Dazu gehören unter anderem der Lebensmitteleinzelhändler Edeka, die Esso-Tankstellen und die Douglas-Parfümerien. "Girogo" soll in der Region zunächst etwa ein Jahr erprobt werden.

Im Pilotprojekt kann die Funk-EC-Karte nur bei Einkäufen bis zu 20 Euro eingesetzt werden. Um das kontaktlose Bezahlen zu nutzen, muss die EC-Karte - ähnlich wie bisher die Geldkarte - vorher an Geldautomaten oder an anderen Stellen mit bis zu 200 Euro aufgeladen werden.

Klaus Schilling, Bankexperte bei Steria Mummert Consulting, fordert jedoch, dass die Banken in Deutschland sich nicht allein auf die Kartenzahlung fokussieren sollten und bei der Abwicklung von Kleinbeträgen stehenbleiben. So zeigen beispielsweise die in den USA eingeführten Bezahlsysteme per Smartphone bereits eine große Marktakzeptanz. "Damit öffnet sich perspektivisch ein neuer wichtiger Kanal für die Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs, den die Institute ihren Wettbewerbern nicht durch Untätigkeit überlassen sollten."

Bargeld-Aufwand verkleinert sich

Auch der Einzelhandel sieht Vorteile in dem neuen System. Der Vorstand von Edeka Minden-Hannover, Wolfgang Mücher, verspricht sich davon etwa, den Aufwand für die Bereitstellung und Entsorgung von Bargeld zu verringern. Wichtig sei für sein Unternehmen gewesen, dass das System schnell sei und keine zusätzliche Karte gebraucht werde, sagte Mücher. Er sprach sich allerdings dafür aus, den Betrag von 20 Euro zu erhöhen.

Die Bankenverbände versicherten, dass das «kontaktlose Bezahlen» sicher sei. «Es gelten die hohen Sicherheitsstandards der deutschen Kreditwirtschaft», erklärten die Verbände. Volks- und Raiffeisenbanken-Vorstand Martin sagte, es könne zum Beispiel auch niemand auf der Straße auf die Karte zugreifen. Im Geschäft sei die Übertragungsstrecke zwischen Terminal und Karte verschlüsselt.

Diverse Bezahlsysteme der Konkurrenz

Der Pilotversuch der Kreditwirtschaft gilt als Reaktion auf Initiativen von Internet- und Kreditkarten-Unternehmen. Bis Mitte 2012 wollen verschiedene deutsche Banken ihre Kunden mit der kontaklosen Visa-Zahlungskarte ("Visa payWave") versorgen. Das Mastercard-System "PayPass" wird an Tankstellen oder Gastronomie-Ketten akzeptiert. Google entwickelte das digitale Bezahlsystem "Google Wallet", das in Deutschland aber noch nicht eingeführt wurde.

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