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Studie: Ölkonzerne weiten bei Benzin ihre Marge kräftig aus

Benzinpreis  

Studie wirft Ölkonzernen zu starkes Abkassieren vor

05.04.2012, 10:11 Uhr | t-online.de, sky, dpa

Studie: Ölkonzerne weiten bei Benzin ihre Marge kräftig aus. Preisschock an der Tankstelle (Quelle: dpa)

Preisschock an der Tankstelle (Quelle: dpa)

Was für Autofahrer schon lange ausgemachte Sache ist, wird nun durch eine Studie unterstützt - wenn sie auch von den traditionellen Gegnern der Energie-Wirtschaft stammt: Autofahrer müssen an der Tankstelle viel mehr bezahlen, als es allein durch die hohen Ölpreise gerechtfertigt wäre. Das ist das Ergebnis einer aktualisierten Studie des Energie-Experten Steffen Bukold vom Beratungsbüro Energycomment im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen. Die Belastung sei im untersuchten Zeitraum zuletzt 167 Millionen Euro pro Monat zu hoch gewesen.

Teures Benzin trotz Euro und Ölpreis

Energycomment konstatierte auf seiner Website, von Ende November bis März seien die Preise für Superbenzin um 11,3 Cent je Liter gestiegen. Davon ließen sich laut Bukold nur 6,6 Cent durch höhere Rohölpreise oder einen veränderten Euro/Dollar-Kurs erklären. Die restlichen 4,7 Cent seien das Ergebnis einer Margenausweitung der Mineralölkonzerne.

Zum Hintergrund: Das in Dollar gehandelte Erdöl wird für deutsche Verbraucher stets dann teurer, wenn der Euro schwächelt.

Ölkonzerne weiten ihre Handelsspanne aus

Von Anfang bis Ende März habe der Euro leicht zugelegt, und die Rohölpreise seien zugleich leicht gefallen. Trotzdem seien die Tankstellenpreise um weitere zwei Cent gestiegen, erläuterte Energycomment. Dadurch habe die Bruttomarge bei Superbenzin - das heißt also der Tankstellenpreis minus der Rohölpreis - zugelegt: Von 11,52 Euro-Cent je Liter Ende November auf 16,25 Cent je Liter Ende März und 19,49 Cent je Liter Anfang April.

"Das ist ein ungewöhnlich steiler Anstieg der Marge um 69 Prozent in nur vier Monaten," bilanzierte der Energiefachmann. Dadurch gebe es höhere Gewinne für die Ölkonzerne. "Über den Kostenanstieg hinaus fand also eine Umverteilung zu Lasten der Tankstellenkunden statt". Derzeit kostet der Liter Super etwa 1,70 Euro in Deutschland. Zum Vergleich: ein Liter Rohöl der Sorte Brent kostete laut Energycomment Ende März 58 Euro-Cent je Liter.

Die Grünen sind empört

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn betonte: "Die Mineralölkonzerne bereichern sich wie jedes Jahr vor Ostern dreist auf Kosten der Verbraucher." Einmal mehr zeige sich, dass es auf dem Benzinmarkt zu wenig Wettbewerb gebe, daher sei der jüngste Vorstoß des Kartellamtes absolut notwendig.

"Anstatt den Monopolisten noch Geld aus der Pendlerpauschale hinterher zu werfen, muss die Bundesregierung endlich ihre Strategie "Weg vom Öl" vorstellen", forderte Höhn.

Verband spricht von falschen Grundlagen

Der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, Klaus Picard, sprach von "Webfehlern" in der Studie. "Es wird nur die Bruttomarge betrachtet und diese gleich Gewinn gesetzt." Erst wenn nach Abzug der Kosten noch etwas übrig bleibe, sei ein Gewinn erwirtschaftet worden, so Picard. Zwar steige die Bruttomarge für Benzin, für andere Produkte wie Diesel und Heizöl falle sie aber.

Zu den Kosten seien zudem nicht alleine die Verarbeitungskosten in den Raffinerien zu zählen, sondern unter anderem auch rund 1,7 Millionen Euro jährliche Investitionen für Instandhaltung und Umweltauflagen.

Raffinerien schreiben angeblich Verluste

Die Raffinerien hätten lange Zeit Verluste gemacht, sagte Picard. "Seit 1995 bis 2011 sind deshalb von 162 Raffinerien in Europa nur noch 99 übrig geblieben. Von diesen 99 stehen mindestens zwölf zum Verkauf, sind stillgelegt oder zu Lagern umgebaut worden."

Richtig sei aber, dass in den vergangenen Monaten die Bruttomargen gestiegen seien. "Falsch ist die Interpretation, dass die Raffinerien dadurch automatisch Gewinne einfahren", betonte Picard mit Blick auf seine Einschätzung der Lage bei den Raffinerien und Überkapazitäten.

92 Cent je Liter für den Staat

Der frühere Shell-Manager warf der Politik insgesamt ein falsches Spiel vor. "Wir sollten vielleicht einmal mit einer großen Lebenslüge der deutschen Politik aufräumen: Einerseits will die Politik hohe Benzinpreise, um ökologisch zu steuern, anderseits kritisiert sie die hohen Preise, für die sie selbst maßgeblich verantwortlich ist, nämlich mit über 92 Cent pro Liter", sagte Picard mit Blick auf die hohe steuerliche Belastung bei den Benzinpreisen in Deutschland.

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