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Steuerbetrug über Credit Suisse mit Milliardenschaden

Steuerbetrug: Schweizer tarnen Konten als Versicherung

11.07.2012, 10:30 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Steuerbetrug über Credit Suisse mit Milliardenschaden. Steuerbetrug: Kunden der Credit Suisse sind im Visier der Steuerfahndung (Quelle: Reuters)

Steuerbetrug: Kunden der Credit Suisse sind im Visier der Steuerfahndung (Quelle: Reuters)

Schweizer Banken kommen in Sachen Steuerbetrug mit deutschem Schwarzgeld einfach nicht zur Ruhe. Nach Informationen des "Handelsblatts" sollen tausende Deutsche mit Hilfe der Credit Suisse Milliarden Euro am Fiskus vorbeigeschleust haben. Dazu tarnte die Bank Konten auf den Bermudas als Versicherung. Ein Datenleck machte deutsche Fahnder auf die Masche aufmerksam. Jetzt herrsche bei der Bank Ausnahmezustand. Und bei tausenden Kunden steht womöglich die Steuerfahndung vor der Tür.

Credit Suisse empfiehlt Selbstanzeigen

So haben laut dem Bericht deutschlandweit Steuerermittler Objekte deutscher Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse durchsucht. Sie fahnden nach Hinweisen auf sogenannte Bermuda-Produkte - einem zweifelhaften Steuersparmodell. Die Lage ist offenbar ernst: Banksprecher Marc Dosch sagte dem "Handelsblatt": "Wir haben Kunden geraten, Steuerexperten beizuziehen, um Steuersituationen zu überprüfen und gegebenenfalls eine Selbstanzeige vorzunehmen."

Boom der Lebensversicherungsmäntel

Aus Bankenkreisen hieß es, rund 7000 Kunden seien betroffen, die meisten davon Deutsche. Offenbar köderte die Bank diese mit umstrittenen Produkten und ließ sie dann im Regen stehen. Denn ihnen wurde durch die Bank aufgetragen, zu klären, ob sie auf das Produkt in Deutschland Steuern entrichten müssen. Der Kunde habe "unterschrieben, dass er die Steuersituation selber klären muss", erklärte Dosch. Er betonte im Gespräch mit der dpa, es gehe um legale Bankprodukte, wie sie von vielen Geldinstituten angeboten würden.

So gab es in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom sogenannter Lebensversicherungsmäntel. Hierbei wurden Wertpapierdepots und Konten in die rechtliche Struktur einer Lebensversicherung gepackt. Dies sollte Steuern sparen - etwa die 2009 eingeführte Abgeltungsteuer. Vor allem Banken und Versicherungen aus Liechtenstein warben aggressiv um die betuchte Kundschaft und punkteten mit dem Versprechen auf Steuerfreiheit und Vermögensschutz. Erst nach Entnahme der Einlagen fielen hier die Steuern an - damit wurde die Steuer bis zur Fälligkeit gestundet und der Anleger profitierte vom anfallenden Zinseszins. Daraufhin handelte das Bundesfinanzministerium und schränkte den Einsatz von Lebensversicherungsmänteln zum Zweck des Steuersparens ein.

Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt

Laut Insidern habe die Bank normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt. Dabei bedienten sich die Schweizer ihrer Tochtergesellschaft Credit Suisse Life and Pensions auf den Bermudas, um den Deutschen beim Steuerbetrug zu helfen, schreibt das "Handelsblatt" weiter. Dosch betonte aber, die entsprechenden Produkte würden deutschen Kunden nicht mehr angeboten.

Steuerfahndung Wuppertal koordiniert

Die Höhe der unversteuerten Gelder schätzten Beteiligte auf mehrere Milliarden Euro. Fahnder berichteten der Zeitung, es gehe im Schnitt um Anlagebeträge von rund 500.000 Euro. Es gebe auch Einzelfälle von zwölf Millionen Euro und mehr.

Dabei scheinen deutsche Fahnder bestens in der schweizerischen Bankenszene vernetzt zu sein. Denn abermals gelangten die Ermittler über ein Leck in der Bank an die kompromittierenden Daten. Die Ermittlungen werden dem Bericht zufolge von der Steuerfahndung Wuppertal koordiniert.

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