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Schuldneratlas 2012: Überschuldung trifft jeden 10. Deutschen

Fast jeder Zehnte: Überschuldung nimmt wieder zu

09.11.2012, 11:17 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

Schuldneratlas 2012: Überschuldung trifft jeden 10. Deutschen. Schuldneratlas 2012 der Auskunftei Creditreform: So überschuldet ist Deutschland (Quelle: Creditreform)

Schuldneratlas 2012: So überschuldet ist Deutschland (Quelle: Creditreform)

Die Zahl der Bürger in Deutschland, die überschuldet sind, ist 2012 merklich gestiegen. 2011 hatte es einen leichten Rückgang bei der Überschuldung gegeben. Bundesweit gibt es nun 6,6 Millionen Betroffene, das sind 190.000 mehr als vor einem Jahr. Damit sind 9,7 Prozent der erwachsenen Deutschen über 18 Jahre überschuldet, wie die Auskunftei Creditreform mitteilte. Eine gute Nachricht gibt es dennoch: zwischen 2005 und 2008 waren noch mehr Menschen in Deutschland überschuldet gewesen.

Die meisten geraten durch Arbeitslosigkeit oder reduzierte Arbeit in die Schuldenfalle. An zweiter Stelle folgen familiäre Gründe wie Scheidung oder Trennung. Auf Platz drei kommt dann schon das Konsumverhalten, vor Krankheit und gescheiterter Selbstständigkeit.

Überschuldungsgefahr durch Konsum nimmt stark zu

Jedoch weist der Überschuldungsgrund Konsumverhalten die höchsten Zuwachsraten auf: 31 Prozent mehr Fälle 2012, während bei Arbeitslosigkeit (minus 15 Prozent) und gescheiterter Selbstständigkeit (minus 20 Prozent) zuletzt starke Rückgänge zu verzeichnen waren. Mit plus 29 Prozent und plus 19 Prozent nahm die Überschuldungsgefahr durch Scheidung und Krankheit ebenfalls stark zu.

Der Anstieg der Überschuldung zieht sich laut Creditreform quer durch alle Bundesländer. Nur vier Länder bleiben dabei mit ihrer Quote unter dem Bundesdurchschnitt: Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen. In Bayern sind mit knapp sieben Prozent die wenigsten Menschen überschuldet. Schlusslicht im Ranking ist das Land Bremen: dort sind 13,6 Prozent der Über-18-Jährigen überschuldet.

Überschuldung dürfte weiter zunehmen

Eine Überschuldung liegt vor, wenn die Schulden so hoch sind, dass sie der Schuldner auf absehbare Zeit nicht abtragen kann und ihm auch kein Vermögen oder andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Für die nächste Zeit rechnet die Creditreform mit weiter steigenden Überschuldungsquoten.

Verbraucherschützer raten Überschuldeten, nicht den Kopf in den Sand zu stecken. "Viele Menschen ignorieren Warnsignale wie ein ständig überzogenes Konto", sagte Pamela Wellmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Wer in einer solchen Situation schnell handelt, kann das Abrutschen oft verhindern. So können Verbraucher die Finanzen wieder in den Griff bekommen: Überblick verschaffen, Ausgaben reduzieren, Gläubiger ansprechen, Hilfe holen.

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