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Mehr Falschgeld im Umlauf - Schaden aber begrenzt

Geldscheine  

Mehr Falschgeld im Umlauf - Schaden aber begrenzt

10.01.2013, 16:21 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Mehr Falschgeld im Umlauf - Schaden aber begrenzt . Falschgeld: Bundesbank zog 2012 vor allem falsche Fuffziger aus dem Verkehr (Quelle: dpa)

Bundesbank zog 2012 vor allem falsche Fuffziger aus dem Verkehr (Quelle: dpa)

Nach dem niedrigen Vorjahresstand haben Geldfälscher in Deutschland 2012 wieder mehr Blüten in Umlauf gebracht. Polizei, Handel und Banken zogen gut 41.500 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, wie die Bundesbank mitteilte. Das waren rund 6,4 Prozent mehr als 2011 (39.000).

Zunehmend kleinere Scheine gefälscht

Weil Kriminelle zunehmend auf kleine Scheine wie die 20-Euro-Note setzen, blieb der Gesamtschaden jedoch mit 2,2 Millionen Euro fast exakt auf dem niedrigen Vorjahresniveau (2,1 Millionen Euro). War es in den vergangenen Jahren der "falsche Fuffziger", der die Zahlen nach oben trieb, waren das Gros der Fälschungen dieses Mal erstmals 20er: Knapp 19.100 oder 46 Prozent der Blüten waren 20-Euro-Scheine.

Falschgeld in Deutschland (Quelle: dpa)Falschgeld in Deutschland (Quelle: dpa) Gesamtschaden auf niedrigem Vorjahresniveau

"Wer 20er fälscht, muss davon deutlich mehr in Umlauf bringen, um den gleichen Gewinn zu machen", erklärte Rainer Elm, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank, die gestiegenen Zahlen. "Wir haben einen leichten Anstieg beim Falschgeld in Deutschland, aber die Zahlen bleiben auf niedrigem Niveau", bekräftigte auch Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Die Schadenssumme sei "eine der niedrigsten Schadenssummen durch Falschgeld seit der Einführung des Euro als Bargeld im Jahr 2002".

Handel bekommt keinen Ersatz für Falschgeld

Niedriger war der wirtschaftliche Schaden durch Falschgeld in Deutschland nur im Jahr der Euro-Bargeld-Einführung (0,9 Millionen Euro) und 2011 (2,1 Millionen Euro). Meist bleibt der Handel auf dem Schaden sitzen, wenn Verkäufer den Schwindel übersehen und der Betrug erst der Bank auffällt. Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz.

Die Bundesbank betonte, rein rechnerisch sei das Risiko sehr gering, in Deutschland mit gefälschten Euro-Noten in Berührung zu kommen: Auf 10.000 Einwohner entfielen fünf Blüten. Der europäische Schnitt liegt bei 15. In Deutschland wurden rund 52.000 (Vorjahr: 52.700) gefälschte Münzen registriert, meist Zwei-Euro-Stücke.

Nur ein Bruchteil der deutschen Euro-Scheine ist gefälscht

Deutschlands Währungshüter verwiesen darauf, dass im vergangenen Jahr in den 17 Euroländern insgesamt gut 14,9 Milliarden Euro-Banknoten im Nominalwert von rund 890 Milliarden Euro im Umlauf waren. In Deutschland kamen davon knapp 8,8 Milliarden Stück im Wert von rund 419 Milliarden Euro unters Volk.

Thiele führte die "hohe Qualität des Bargeldumlaufs" in Deutschland auch darauf zurück, dass die Bundesbank mit ihren kostenlosen Schulungen immer mehr Bürger, insbesondere Kassierer, erreicht. Bis November führte die Notenbank die Rekordzahl von 2150 Schulungen mit mehr als 42.000 Teilnehmern durch. Ausgeweitet wurde die Arbeit mit Berufsschülern im Einzelhandel (2011: 760 Berufsschulklassen mit 16.000 Schülern, 2012: 1400 Klassen mit 26.500 Schülern). "Das wollen wir weiter ausbauen über unsere Hauptverwaltungen und Filialen", kündigte Thiele an.

Gefälschtes Hologramm auf Geschenkpapier - aufgedruckt, ausgeschnitten, aufgeklebt  (Quelle: dpa)Gefälschtes Hologramm auf Geschenkpapier (Quelle: dpa) Hologramm aus Geschenkpapier

Bei den Schulungen werden auch "echte" gefälschte Scheine gezeigt. Beispielsweise wurden Blüten gefunden, bei denen das "Euro"-Zeichen aus entsprechend bedrucktem Hologramm-Geschenkpapier ausgeschnitten und auf sogenannte "Euro-Souvenirnoten" aus der Ukraine aufgeklebt wurde.

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