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Pferdefleisch-Skandal: Tengelmann reagiert - Lasagne entfernt

Pferdefleisch-Skandal: Tengelmann nimmt Lasagne aus dem Regal

12.02.2013, 07:24 Uhr | AFP, dapd

Pferdefleisch-Skandal: Tengelmann reagiert - Lasagne entfernt. Tengelmann reagiert auf den Pferdefleisch-Skandal (Quelle: dpa, imago/Ralph Peters, Montage: t-online.de)

Tengelmann reagiert auf den Pferdefleisch-Skandal (Quelle: dpa, imago/Ralph Peters, Montage: t-online.de)

Der Pferdefleisch-Skandal hat indirekte Auswirkungen auf die deutschen Verbraucher – die Lasagne gerät unter Generalverdacht. So hat die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann wegen der Vorfälle in Großbritannien und Frankreich vorsorglich ihre Tiefkühl-Lasagne der Eigenmarke A&P aus dem Verkauf genommen.

Tengelmann entfernt Lasagne aus den Regalen

Eine Sprecherin der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann erklärte, die Lasagne der Eigenmarke A&P sei bereits am Mittwoch vergangener Woche aus dem Verkauf genommen worden. Dies sei aus Gründen des vorsorglichen Verbraucherschutzes geschehen.

Es liege bis jetzt kein Nachweis vor, dass Pferdefleisch verarbeitet worden sein könnte. Weiteres müssten nun die Analysen ergeben.

Kontrollen in Frankreich

In Frankreich kontrollierte derweil die Anti-Betrugsbehörde mehrere betroffene Unternehmen. Räumlichkeiten der Firma Comigel in Metz sowie der Firma Spanghero im Südwesten wurden unter anderem inspiziert, wie es aus Ermittlerkreisen hieß. Die in Frage stehenden Tiefkühlprodukte wurden von Comigel hergestellt und kamen unter anderem unter der Marke Findus in mehreren Ländern in den Handel.

Comigel hatte das Fleisch von der Firma Spanghero in Südwestfrankreich erhalten, die dieses nach eigenen Angaben aus Rumänien bezog. Auch Spanghero versicherte seine Unschuld und hob hervor, sich "strikt" an die europäischen und französischen Vorschriften gehalten zu haben.

Auch die rumänischen Fleischlieferanten weisen jede Schuld von sich. Der rumänische Regierungschef Victor Ponta versicherte, dass "keine Unregelmäßigkeit" durch eine rumänische Firma oder auf rumänischem Boden begangen worden sei.

Der britische Lebensmittelminister Owen Paterson sprach im Sender BBC von einer großangelegten "kriminellen Verschwörung". Der EU-Kommissionssprecher für Gesundheit und Verbraucherschutz in Brüssel sah keinen Anlass für ein koordiniertes Vorgehen der Mitgliedstaaten, da nach bisherigen Erkenntnissen kein Mensch nach dem Verzehr des Fleisches erkrankt sei.

Keine Hinweise bei deutscher Lebensmittelbehörde

Das Verbraucherschutzministerium in Berlin erklärte, es gebe derzeit "keine Hinweise", dass solche Produkte auch hierzulande auf den Markt gekommen seien. Ministeriumssprecher Holger Eichele am Montag. Es lägen "weder Erkenntnisse der deutschen Länderbehörden noch Hinweise aus anderen EU-Mitgliedstaaten" vor.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden und die Veterinärbehörden der Bundesländer seien bereits Ende Januar aufgefordert worden, verstärkt zu prüfen, ob falsch deklarierte Produkte auf dem Markt seien.

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Pferdefleisch in Lasagne und Hamburgern

Vergangene Woche wurden in Großbritannien, Frankreich und Schweden mehrere Tiefkühlprodukte aus dem Handel genommen, nachdem in Lasagne bis zu hundert Prozent Pferdefleisch entdeckt worden war, obwohl Rindfleisch auf den Etiketten stand. Mitte Januar war bereits Pferdefleisch in Tiefkühl-Hamburgern in Großbritannien und Irland gefunden worden.

Die britische Behörde für Lebensmittelsicherheit, FSA, wies in Lasagne-Produkten des Herstellers Findus bis zu 100 Prozent Pferdefleisch nach. Auch in zwei von Aldi in Großbritannien vertriebenen Fertiggerichten wurde Pferdefleisch gefunden.

 (Quelle: dpa) (Quelle: dpa)

Dopingmittel auf dem Teller

Das Problem: Zurzeit gibt es in der EU derzeit eine aktuelle Warnmeldung für Pferdefleisch, das die Substanz Phenylbutazon enthalten kann. Die Warnung kam von Großbritannien. Das betroffene Fleisch wurde demnach in Großbritannien und in den Niederlanden vermarktet. Phenylbutazon wird häufig als Medikament für Pferde eingesetzt - teils aber auch als Dopingmittel. Für die Fleischverarbeitung vorgesehene Pferde dürfen damit nicht behandelt werden.

Bei Menschen wird die Substanz vereinzelt im Kampf gegen Rheuma eingesetzt. Nebenwirkungen können dabei - auch bei kurzzeitiger Anwendung - Blutungen in Magen und Darm sein. Nähere Erkenntnisse über die Gefahren für den Menschen liegen bislang aber nicht vor.

Deutsche essen kaum Pferd

In Deutschland steht Pferdefleisch - anders als in anderen europäischen Ländern wie in Frankreich, Italien oder Belgien - bei den Verbrauchern deutlich weniger hoch in der Gunst; es wird eher abgelehnt.

Laut der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) macht Pferdefleisch nur 0,05 Prozent des gesamten Fleischabsatzes aus. Verbraucher essen im Schnitt 50 Gramm pro Jahr. Auch gibt es nur wenige Schlachtbetriebe für Pferde.

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