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Verbraucherzentrale: Banken verschleiern Provisionen durch einen Trick

Mit diesem Trick verschleiern Banken ihre Provisionen

15.03.2013, 17:55 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de

Verbraucherzentrale: Banken verschleiern Provisionen durch einen Trick. Der Bundesverband Verbraucherzentrale vermisst bei Bankberatungen Transparenz in Sachen Provision (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Bundesverband Verbraucherzentrale vermisst bei Bankberatungen Transparenz in Sachen Provision (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Banken kassieren bei Wertpapiergeschäften öfter Provisionen, als sie angeben. Das hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nach eigenen Angaben durch eine Umfrage ermittelt und diese Praxis kritisiert. Denn eigentlich müssen die Provisionen offengelegt werden - mit einem Trick lässt sich diese Regelung aber unterlaufen.

Die Finanzinstitute verkauften Wertpapiere in Form eines sogenannten Festpreisgeschäfts und müssten so ihre Provisionen dem Kunden gegenüber nicht nachweisen, hieß es vom vzbv. So könnten die Institute ihr eigenes Interesse am Verkauf bestimmter Produkte "verschleiern".

Von 126 Instituten antwortet nur die Hälfte

Bei einer Untersuchung des vzbv zur Informations-Praxis hätten 65 von 126 angeschriebenen Instituten gar nicht reagiert, kritisierte vzbv-Chef Gerd Billen. "Hier scheint die Branche aus der Finanzkrise nicht gelernt zu haben." Aus 25 Antworten auf den Fragekatalog ergebe sich eine Tendenz, dass Geldhäuser Finanzprodukte häufig nicht mehr auf klassische Weise als Kommissionsgeschäft anbieten. Hierbei kaufen Banken Wertpapiere auf Rechnung des Kunden und erhalten dafür vom Anbieter eine Provision, die dem Kunden genannt werden muss.

"Banken und Sparkassen lassen sich nur ungern in die Karten schauen", lautete daher das Fazit der Verbraucherschützer. Aus den Antworten der 20 auskunftgebenden Institute ging hervor, dass vier von fünf Wertpapiere auch als Festpreisgeschäft verkaufen - besonders Zertifikate und Investmentfonds.

Verkauft eine Bank solche Papiere als Kommissionsgeschäft, also für einen anderen, dann bekommt sie üblicherweise die Differenz zwischen dem Ausgabe- und dem Rücknahmepreis als Provision - und diese Provision muss sie dem Kunden gegenüber angeben.

Kauft sie die Papiere aber erst selbst und verkauft sie dann aus ihrem Eigenbestand im Rahmen eines Festpreisgeschäfts an einen Kunden weiter, enthält der Preis zwar einen Aufschlag - offenlegen muss die Bank den aber nicht.

Besser feste Summen angeben als Prozente

Der vzbv monierte zudem, dass Provisionen oft in Prozent, aber nicht leichter verständlich in Euro beziffert würden. "Es sollte der Betrag in Euro angegeben werden, damit man ein Gespür dafür bekommt", sagt Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Nötig sei mittelfristig ein Provisionsverbot.

Forderung: Aufklärungslücke per Gesetz schließen

Durch die Offenlegung einer Provision sollen Bankkunden erkennen können, inwieweit ein Berater mit seinen Empfehlungen und bei der Vermittlung von Finanzprodukten seine eigenen Interessen oder die seines Arbeitgebers verfolgt. vzbv-Vorstand Gerd Billen erklärte, wenn Banken und Sparkassen sowie Wertpapierdienstleister solche Schlupflöcher wie das Festpreisgeschäft nutzten, dann sei das "kein gutes Zeichen für einen fairen Kundenumgang". Der Gesetzgeber müsse diese Aufklärungslücken schließen, forderte er.

Verbraucherministerium: Grauzonen sind zu schließen

Das Bundesverbraucherministerium betonte, Kunden müssten Kosten von Finanzprodukten auf einen Blick erkennen können. Ein Sprecher verwies auf schon vorgeschriebene Protokolle von Beratungsgesprächen und Informations-Blättern zu Funktionsweise und Risiken. Wenn es Grauzonen oder Regelungslücken geben sollte, seien sie zu schließen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) setzt zudem darauf, sich eine Beratungsform durchsetzt, für die Kunden ein fixes Honorar zahlen - ohne weitere versteckte Gebühren.

Bankbranche weist Vorwürfe zurück

Die Deutsche Kreditwirtschaft als Dachorganisation von Banken, Sparkassen und Volksbanken wies die Vorwürfe der Verbraucherschützer entschieden zurück. Festpreisgeschäfte seien seit langem am Markt etabliert und hätten sich unabhängig von der Debatte um die Offenlegung von Provisionen entwickelt, die erst vor einigen Jahren aufgekommen sei. Anleger schätzten solche Produkte sogar wegen ihrer einfachen Handhabung.

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