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Studie: Elektrohersteller bauen bewusst Defekte ein

Studie: Elektrohersteller bauen bewusst Defekte ein

20.03.2013, 10:53 Uhr | t-online.de, AFP

Studie: Elektrohersteller bauen bewusst Defekte ein . Der Studie zufolge werden in viele Geräte absichtlich Schwachstellen integriert  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Studie zufolge werden in viele Geräte absichtlich Schwachstellen integriert (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der technologische Fortschritt ist rasant und die Unternehmen bringen immer schneller immer bessere Geräte auf den Markt. Doch zum Unmut der Verbraucher gehen die Geräte immer schneller kaputt. Einer Studie der Grünen-Bundestagsfraktion zufolge bauen die Hersteller von elektronischen Geräten systematisch vor - und zwar mit selbst erzeugten Schwachstellen, berichtete die "Saarbrücker Zeitung". Die Autoren der Studie, Verbraucher-Experte Stefan Schridde und der promovierte Volkswirt Christian Kreiß, sehen dahinter ein System.

Verbraucher werden wissentlich getäuscht

Demnach sorgen einige Hersteller von elektronischen Geräten wie Drucker, Kopfhörer, Waschmaschinen oder Elektrozahnbürsten offenbar immer häufiger für Schwachstellen in ihren Geräten, damit diese schneller verschleißen oder kaputt gehen. Die Studie führe zahlreiche Produkte auf, bei denen die Industrie laut Experten täusche oder trickse, berichtete die Zeitung. So würden Hersteller Bauteile verwenden, die einen frühzeitigen Defekt auslösten. Auch würden technische Tricks angewendet, um die Nutzungsdauer eines Gerätes zu verkürzen.

Verschleiß kostet Kunden Milliarden

Die Leidtragenden sind laut dem Gutachten die Kunden, die in immer kürzeren Abständen neue Produkte kaufen müssten. Der künstliche Verschleiß koste sie mehrere Milliarden Euro im Jahr. In einer Modellrechnung kommen die Experten nach Informationen der Zeitung sogar auf eine Gesamtsumme von jährlich bis zu 137 Milliarden Euro. In dieser Rechnung gingen sie davon aus, dass die Privathaushalte rund ein Zehntel ihres Budgets für verschleißanfällige Geräte ausgeben.

Verbraucherexperte Stefan Schridde, sagte der Zeitung, er habe in den vergangenen Jahren an die 2000 Hinweise ausgewertet. Laut der Studie würden die Firmen zudem die Kunden durch ständige Neuerungen praktisch zum Kauf drängen. Das verursache ein "hohes Maß an Intransparenz und Orientierungslosigkeit" beim Käufer, erklärte Schridder.

Bei diesen Produkten werden Kunden getäuscht

In dem Gutachten werden etliche Produkte genannt, bei denen die Hersteller offensichtlich die Verbraucher austricksen. Bei Druckern zum Beispiel würden die Firmen Zähler einbauen, die nach einer bestimmten Anzahl von gedruckten Seiten das Gerät lahmlegen. Nach Zurückstellen des Zählers funktioniere der Drucker aber wieder einwandfrei.

Als weiteres auffälliges Produkt werden Elektrozahnbürsten genannt. Diese erhielten häufig Akkus, die nicht ausgewechselt werden könnten und nur eine kurze Haltbarkeit aufwiesen. Bei Laptops seien Gehäuse und eingebaute Komponenten oft verklebt, so das Ergebnis des Gutachtens. Dadurch würde eine Reparatur erheblich erschwert und verteuert. Und bei Waschmaschinen würden kaputte Heizstäbe wegen Materialermüdung zu den häufigsten Fallen und "haben in den vergangenen Jahren signifikant zugenommen", zitierte die Zeitung aus der Studie.

Aber es werde nicht nur mehr bei teuren Geräten geschwindelt: Sogar bei Reißverschlüssen, Schuhsohlen, Textilien oder Bürostühlen werde laut der Autoren getrickst.

Strategie ist eine "Schweinerei"

Die Grünen-Politikerin Dorothea Steiner nannte die Strategie eine "Schweinerei". Frühzeitiger Verschleiß verursache "auch immense Müllberge". Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion, Nicole Maisch, forderte eine zügige Überarbeitung des "Gewährleistungs- und Garantierechts". Zudem wolle sie klare Vorgaben "für die Reparierbarkeit und Austauschbarkeit von Einzelteilen“.

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