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Das sind die unnötigsten Versicherungen der Deutschen

Das sind die unnötigsten Versicherungen der Deutschen

28.04.2013, 12:28 Uhr | t-online.de

Das sind die unnötigsten Versicherungen der Deutschen. Die Sterbegeldversicherung gilt als unnötigste Police in Deutschland. Gegen den Tod an sich ist man noch nicht versichert (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Sterbegeldversicherung gilt als unnötigste Police in Deutschland. Gegen den Tod an sich ist man noch nicht versichert (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es heißt, die Deutschen seien ein Volk von Überversicherten. Während viele Menschen in anderen Ländern das Leben genießen und es so annehmen wie es kommt, brauchen die Deutschen für jede Lebenssituation einen Plan. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" besitzen die Bundesbürger rund 457 Millionen Versicherungspolicen. Statistisch gesehen sind das fünf bis sechs Verträge pro Person. Doch benötigen wir überhaupt so viel Absicherung? Oder sind die meisten Policen nur unnötige Investitionen? Der Bund der Versicherten (BdV) hat eine Hitliste der überflüssigsten Versicherungen zusammengestellt.

Mehr Wette als Police

Geht es nach den Versicherungen, kann sich ein Mensch natürlich nicht genügend absichern. Demnach sind die Versicherungsunternehmen auch ziemlich einfallsreich, um die Fürsorge der Bundesbürger für den eigenen Profit zu nutzen. Als Beispiel nennt die "Welt" eine neue Versicherung der Allianz, die es zwar noch nicht unter die Top Ten geschafft hat, aber großes Potential für diese Liste besitzt: die Kälteschutzversicherung.

Diese soll in besonders kalten Wintern die zusätzlichen Heizkosten abfedern. Fällt die Temperatur unter den vorher festgelegten Grenzwert, zahlt die Allianz einen Euro pro Minusgrad, heißt es in der Zeitung. Steigt die Temperatur jedoch, wie zum Beispiel an Weihnachten des vergangenen Jahres über zehn Grad, fällt eine Absicherung aus. Demnach kann sich jeder Verbraucher fragen, wie sinnvoll solch eine Versicherung ist. Doch davon gibt es eine ganze Reihe:

Platz 1: Sterbegeldversicherung

Auf den ersten Platz der Hitliste hat es nach Informationen der "Welt" die Sterbegeldversicherung geschafft. Mit dieser Versicherung wollen familienliebende Menschen vorsorgen, dass die Angehörigen nicht auf den Beerdigungskosten sitzen bleiben. Doch tatsächlich bekommen die Hinterbliebenen oft weniger Geld heraus als der Versicherte eingezahlt hat. Das Geld sollte man daher lieber auf einem Sparkonto anlegen.

Platz 2: Insassenunfallversicherung

Eine Insassenunfallversicherung ist nach Erkenntnis des Bundes der Versicherten unnötig, weil die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers einspringt, wenn sich einer Ihrer Beifahrer verletzt. Hinzu kommt, dass die Kfz-Versicherung schon gesetzlich vorgegeben ist.

Platz 3: Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr

Hierbei ist der Risikoschutz in der Regel nur mäßig. Doch die Anbieter lockten damit, dass man den Schutz einer Unfallversicherung hat und am Ende der Laufzeit die gezahlten Prämien erstattet bekäme, so die "Welt". Doch das klappt allenfalls bei einer sehr langen Laufzeit.

Platz 4: Versicherung gegen häusliche Notfälle

Werden häusliche Unfälle durch diese Versicherung abgesichert? Nein, die Versicherung springt ein, falls sie sich ausgeschlossen haben, die Heizung ausfällt oder ihr Tier eine Betreuung braucht, falls sie zum Beispiel von der Leiter gefallen sind. Ausgezahlt bekommen sie in diesen Fällen ein Handgeld und dürfen einen umfangreichen Service genießen.
Unfälle in der Wohnung zählen nicht zu den Leistungen, die bedient werden.

Platz 5: Hochzeitsrücktrittskostenversicherung

Der schönste Tag im Leben steht an und Sie sind von der Leiter gefallen - die Hochzeitsfeier muss abgesagt werden. Kein Problem, es gibt ja die Hochzeitsrücktrittskostenversicherung. Bei schweren Erkrankungen oder anderen Tragödien deckt die Police den größten Teil der Kosten.

Doch aufpassen, es gibt hier Bedingungen, warnt der Bund der Versicherten: So tritt diese Versicherung nur dann voll in Kraft, wenn Braut oder Bräutigam erkranken. Bei weiteren unwahrscheinlichen Ausnahmefällen müssen Sie dagegen oft mit einer Selbstbeteiligung rechnen. Dem zukünftigen Ehepartner das Ja-Wort zu versagen ist dagegen nicht inbegriffen.

Platz 6: Handyversicherung

Auch eine Handyversicherung wird als überflüssig eingestuft. Denn der Preis für ein Mobiltelefon ist in der Regel so gering, dass ein Verbraucher den Verlust oder Schaden verkraften könne, so die Expertenmeinung. Anders sieht es aus, wenn das Hochzeitsdatum oder die Bank-Pin im Telefon eingespeichert wurden - aber das ist ein anderer Fall. Außerdem entschädigt die Police nur den Zeitwert des Mobiltelefons.

Platz 7: Reisegepäckversicherung

Versicherte mit einer solchen Police müssen weiterhin hoffen, nicht das Gepäck zu verlieren oder bestohlen zu werden. Denn die Unternehmen würden in den meisten Fällen ein fahrlässiges Verhalten des Urlaubers erkennen und demnach häufig eine Auszahlung verweigern, heißt es in der "Welt". Eine Reisegepäckversicherung werde nur dann gezahlt, wenn Sie Ihren Koffer am Bahnhof oder Flughafen immer in der Hand hatten, erklärte der BdV.

Hinzu kommt, dass das Gepäck unter bestimmten Voraussetzungen auch in der Hausratversicherung mitversichert ist.

Platz 8: Krankenhaustagegeldversicherung

Diese Versicherung zahlt einen kleinen Obolus für Zusatzkosten, die bei einem Krankenhausaufenthalt anfallen: Fernseher oder Parkgebühren für die Angehörigen zum Beispiel. Doch lohnen tut sich diese Police nach Informationen der Zeitung nur sehr selten. Denn das, was man eingezahlt hat, bekäme ein Versicherter in der Regel nicht wieder herein. Zudem würden keine Leistungen bei einem Kuraufenthalt erstattet.

Platz 9: Brillenversicherung

Auf dem vorletzten Platz landet die klassische Brillenversicherung. Hier gilt: Der Versicherte muss bei Beschädigung der Brille einen Selbstbehalt zahlen. Bei einer Neubrille übernehme die Versicherung teils nur Produkte aus dem Nulltarifsegment, so die Zeitung.

Platz 10: Glasbruchversicherung

Die Glasbruchversicherung lohnt sich zum Beispiel für Hausbesitzer mit einem Wintergarten. Für alle anderen gilt nach Informationen der "Welt" folgendes: "Geht mal eine Fensterscheibe zu Bruch, bedeutet das noch nicht den finanziellen Ruin. Schäden durch Brand, Leitungswasser, Sturm oder Hagel sind ohnehin über die Hausrat- und die Wohngebäudeversicherung abgedeckt."

Im Endeffekt bleibt es aber jedem Menschen selber überlassen, ob er auf ein paar Versicherungen verzichten kann und es dem Zufall/ Schicksal überlässt. Oder ob man sich der Flut der Versicherungen hingeben möchte, um für jeden (Not)-Fall vorbereitet zu sein.

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