Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Uli Hoeneß laut "Focus" bereits 2012 auf Steuer-CD

"Focus": Hoeneß' Name schon 2012 auf Steuer-CD - Justiz dementiert

29.04.2013, 07:45 Uhr | AFP, dpa

Uli Hoeneß laut "Focus" bereits 2012 auf Steuer-CD. Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München (Quelle: imago/ Ulmer-Cremer)

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München (Quelle: imago/ Ulmer-Cremer)

Der Name des Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, ist einem Bericht zufolge bereits auf einer im vergangenen Sommer vom Land Nordrhein-Westfalen erworbenen Steuer-CD aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft Bochum habe die Daten an die Kollegen in München weitergeleitet, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" am Sonntag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Ein Ermittlungsverfahren hätten diese aber erst nach der Selbstanzeige von Hoeneß eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft München II gibt laut "Focus" an, erst mit der Selbstanzeige im Januar ein Verfahren gegen Hoeneß eingeleitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft untersuchte demnach am 20. März neben dem Haus des FC-Bayern-Präsidenten am Tegernsee auch drei Stunden lang sein Büro in der Zentrale des Fußballklubs. Zudem hätten die Fahnder die Telefone von Hoeneß abgehört. Hoeneß soll Vermögenswerte in der Schweiz nicht ordnungsgemäß versteuert haben. Um einer Strafe zu entgehen, erstattete er Selbstanzeige.

Auf dpa-Anfrage erklärte die Staatsanwaltschaft Bochum am Sonntag: "Das trifft nicht zu. Auf der Steuer-CD, die die Staatsanwaltschaft Bochum bearbeitet, findet sich der Name Hoeneß nicht."

Nahles fordert umfassende Aufklärung

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eine "schnelle und umfassende Erklärung" im Zusammenhang mit dem Bericht über die Steuer-CD. "Offenbar wusste die bayerische Justiz bereits seit Sommer 2012 vom Steuerbetrug Hoeneß'", erklärte Nahles. "Sie legte die Hände in den Schoß, das ist Beihilfe zum Steuerbetrug", kritisierte die SPD-Generalsekretärin. Einmal mehr zeige sich: "Je näher man hinschaut bei der CSU, desto schmutziger der alte Filz und das Amigo-System."

Auch gegen den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, läuft einem "Focus"-Bericht zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit einer Zollkontrolle. Bei einer Kontrolle am 7. Februar seien bei Rummenigge nach der Rückkehr aus dem Emirat Katar auf dem Münchener Flughafen im Handgepäck zwei wertvolle Uhren gefunden worden, berichtete das Magazin. Rummenigge habe angegeben, es handle sich um gebrauchte Uhren, die ihm ein Freund in Katar geschenkt habe.

"Focus": Ermittlungsverfahren gegen Rummenigge wegen Umsatzsteuer

Das Hauptzollamt Augsburg führt dem Bericht zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs, Rummenigge habe die vorgeschriebene Umsatzsteuer von 19 Prozent bei der Einreise nicht entrichtet. Die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut wollte laut "Focus" keine Angaben zu einem Verfahren machen. Auch Rummenigge wollte sich demnach nicht zu dem Vorfall äußern.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer zeigte sich derweil bereit, die Möglichkeiten für eine strafbefreiende Selbstanzeige für Steuerhinterzieher einzuschränken. "Wir sollten die strafbefreiende Selbstanzeige nicht abschaffen, wir sollten sie auf bestimmte, kleinere Fälle begrenzen", sagte Seehofer dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Wenn es um "viel Geld" gehe und "kriminelle Energie im Spiel" sei, dann sei "Milde völlig unangebracht". Die Steueraffäre um Hoeneß hatte die Debatte ausgelöst.

Der Präsident des Bundesrechnungshofes, Dieter Engels, forderte derweil mehr Personal in den Finanzämtern. "In einigen Bundesländern droht nur alle 30 bis 50 Jahre eine Steuerprüfung, also praktisch gar nicht", sagte Engels dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Ein Steuerprüfer koste im Jahr rund 70.000 Euro, bringe aber Einnahmen von schätzungsweise 400.000 bis zu einer Million Euro im Jahr.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal