Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

VW und BASF nutzen belgisches Steuerschlupfloch

VW und BASF nutzen belgisches Steuerschlupfloch

17.05.2013, 13:14 Uhr | Spiegel Online

VW und BASF nutzen belgisches Steuerschlupfloch. Auch VW trickst mit fiktiven Eigenkapitalzinsen (Quelle: dpa)

Auch VW trickst mit fiktiven Eigenkapitalzinsen (Quelle: dpa)

Die Gewinne sind groß, die Abgaben kümmerlich: Deutsche Großkonzerne nutzen nach Informationen des "Spiegel" ein Steuerschlupfloch in Belgien aus. Zu den Tricksern gehören VW, BASF und Bayer.

Millionengewinne steuerfrei

Das geht aus Zahlen der belgischen Nationalbank hervor, die dem "Spiegel" vorliegen. Die belgische Konzerntochter Volkswagen Group Services kassierte demnach im vergangenen Jahr einen steuerfreien Gewinn von 153 Millionen Euro, im Vorjahr waren 141 Millionen Euro steuerfrei.

Bei einer hochprofitablen BASF-Tochter im belgischen Antwerpen lag der Steuersatz 2011 bei lediglich 2,6 Prozent. Der Pharmariese Bayer musste in Belgien 2011 für einen Vorsteuergewinn von 254,8 Millionen Euro nur 10,8 Millionen Euro Abgaben zahlen. Um die Steuerlast zu drücken, verdoppelte Bayer 2011 das Eigenkapital seiner belgischen Tochter auf mehr als acht Milliarden Euro.

Fiktive Zinsen drücken Steuern

Das Steuerschlupfloch funktioniert wie folgt: Die Konzerne ziehen Eigenkapital aus Deutschland ab, um ihre belgischen Töchter damit zu päppeln. Auf das übertragene Geld werden fiktive Zinsen angerechnet - so als handle es sich um den Kredit eines externen Geldgebers. In Belgien können solche fiktive Eigenkapitalzinsen völlig legal steuerlich geltend gemacht werden.

Die Steuerpraxis großer internationaler Konzerne steht seit Längerem in der Kritik. Sie verschieben ihre Profite in Länder mit niedrigen Steuersätzen und kombinieren unterschiedliche Steuervorteile der einzelnen Staaten. Im Februar hatten daher die Finanzminister der G20-Staaten beschlossen, entsprechende Schlupflöcher schließen zu wollen.

Apple im Visier der Steuerfahnder

Auch der iPhone-Bauer Apple ist deshalb ins Visier der Fahnder geraten. Konzernchef Tim Cook setzt sich derzeit in Interviews für eine niedrige Unternehmensteuer in den USA ein, diese würde seiner Ansicht nach dazu führen, dass Konzerne mehr Eigenkapital in ihren Heimatländern bunkern.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal