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Apple-Chef Tim Cook findet Steuern zu hoch

Apple-Chef findet Steuern zu hoch

17.05.2013, 21:19 Uhr | dpa, t-online.de

Apple-Chef Tim Cook findet Steuern zu hoch. Apple-Chef Tim Cook würde in den USA gerne weniger Steuern zahlen (Quelle: imago/Xinhua)

Apple-Chef Tim Cook würde in den USA gerne weniger Steuern zahlen (Quelle: imago/Xinhua)

Apple-Chef Tim Cook hat der Diskussion um die Steuermoral von Großkonzernen eine weitere Facette hinzugefügt. Cook hat in der kommenden Woche einen Auftritt zu dem Thema vor einem Ausschuss des US-Senats in Washington. Erst am Freitag war bekannt geworden, dass auch deutsche Konzerne Regelungen in Belgien ausnutzen, um Steuern zu sparen.

Cook machte nun im Vorfeld bereits Stimmung und drängte auf eine "dramatische Vereinfachung" der Unternehmenssteuern. Damit meinte er auch: Die Abgaben auf im Ausland erzielte Gewinne müssten sinken.

Nicht null, aber auch nicht 35 Prozent

"Wenn man heute sein Geld in die USA holt, muss man 35 Prozent davon abführen. Das ist eine sehr hohe Zahl", sagte Cook in einem Interview mit der "Washington Post" vom Donnerstag. "Wir schlagen nicht vor, dass es null sein sollte. Ich weiß, dass viele unserer Mitbewerber dies glauben. Aber ich sehe das anders. Es sollte allerdings angemessen sein."

Apple steht - ähnlich wie andere Konzerne - wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik. So lieh sich der iPhone-Hersteller jüngst am Kapitalmarkt 17 Milliarden Dollar (13,2 Milliarden Euro), um für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe nicht auf seine Reserven zurückgreifen zu müssen. Denn die liegen großteils im Ausland. Analysten rechneten aus, dass Apple durch seinen Schachzug 9,2 Milliarden Dollar an Steuern gespart habe.

Cook: Apple ist einer größten US-Steuerzahler

Cook wehrte sich gegen den Vorwurf, den Staat um sein Geld zu bringen. "Vielleicht wissen Sie es nicht, aber Apple ist wahrscheinlich der größte Steuerzahler unter den US-Unternehmen." Jede Stunde zahle der Konzern alleine eine Million Dollar an Ertragssteuern im Inland. "Apple besitzt einen hohen moralischen Anspruch. Wir glauben daran, dass ein Unternehmen seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten muss."

Große Konzerne können mit komplizierten Firmenkonstrukten ihre Gewinne zwischen einzelnen Ländern so verteilen, dass sie möglichst wenig Steuern zahlen. Das Ganze ist legal, führte in der jüngeren Vergangenheit aber zu vermehrter Kritik. In einer ersten Anhörung zum Steuerthema im September vergangenen Jahres hatten sich Vertreter von Microsoft und Hewlett-Packard den Fragen der US-Senatoren gestellt.

Konzerne in der Schusslinie

Die USA unterhalten im Bundesstaat Delaware eine Art heimische Steueroase. Insofern ist im Grunde unklar, was die Senatoren Apple und anderen Konzernen überhaupt vorwerfen wollen. Sich an geltende Steuergesetze zu halten und sie auszunutzen, ist schließlich nicht verwerflich. Dagegen mutet die Erwartung, dass Firmen mehr Steuern zahlen als sie müssten, geradezu naiv an. Aber auch in Großbritannien stehen derzeit Amazon, Google und Starbucks wegen ihrer Steuerpraxis in der Schusslinie.

"Wir zahlen Steuern auf alle Produkte, die wir in den USA verkaufen. Und wir zahlen jeden Dollar, den wir schulden", versicherte Cook in einem weiteren Interview mit dem Internetportal Politico, das zu den meistgelesenen Publikationen im politischen Washington gehört. Wie wichtig Cook das Thema ist, zeigt sich alleine schon daran, dass er überhaupt mit Journalisten spricht. Dies kommt eher selten vor.

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