Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Immer mehr Selbstanzeigen nach Kauf von Steuer-CDs

Steuerhinterziehung  

Deutlich mehr Selbstanzeigen nach Hoeneß-Steueraffäre

21.05.2013, 21:06 Uhr | dpa, AFP

Immer mehr Selbstanzeigen nach Kauf von Steuer-CDs. Nach Steuerfall Uni Hoeneß: allein in Niedersachsen mehr als 1000 Selbstanzeigen (Quelle: dpa)

Nach Steuerfall Uni Hoeneß: allein in Niedersachsen mehr als 1000 Selbstanzeigen (Quelle: dpa)

Offenbar fürchten immer mehr Steuersünder entdeckt zu werden. Denn nach dem Bekanntwerden der Steueraffäre des FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß sowie des Ankaufs einer neuen Steuersünder-CD steigt die Zahl der Selbstanzeigen rasant. Vor allem auch nach dem Scheitern des Steuerabkommens mit der Schweiz haben sich in vielen Bundesländern in diesem Jahr deutlich mehr Steuerhinterzieher selbst angezeigt. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Nordrhein-Westfalen verzeichnete bis Anfang Mai bereits mehr als 700 Anzeigen, das ist etwa dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Berlin offenbarten sich bis zum 15. Mai bereits 225 Steuerbetrüger - im ganzen Jahr 2012 waren es insgesamt rund 300.

Fall Hoeneß hat viele Steuerflüchtlinge wach gerüttelt

In Rheinland-Pfalz zeigten sich in diesem Jahr bisher mehr als 600 Menschen an, die Zahl nähert sich damit dem Niveau des gesamten Vorjahres (730). Im Mai, dem Monat nach Bekanntwerden der Selbstanzeige des Fußball-Managers Hoeneß, gingen dort bislang 185 Anzeigen ein, mehr als doppelt so viele wie im ganzen April. "Ich würde schon vorsichtig vermuten, dass das mit dem Fall Hoeneß in Verbindung steht", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums in Mainz.

"Wir reden hier über dicke Fische"

Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) sagte bereits am Montag: "Wir haben einen deutlich verstärkten Eingang von Selbstanzeigen, das beschleunigt sich zunehmend." Von der jüngst von Rheinland-Pfalz angekauften neuen CD sei gerade mal ein Prozent ausgewertet und an die einzelnen Bundesländer zur Prüfung gegeben worden. "Wir reden hier über dicke Fische."

Bereits die alten Steuersünder-CDs, die mittlerweile zu 90 Prozent ausgewertet seien, hätten Niedersachsen 146 Millionen Euro in die Kassen gespült. "Das könnten aber auch noch 160 oder 170 Millionen Euro werden", fügte Schneider hinzu. Der jahrelange Ankauf von Steuersünder-CDs hat nach seiner Ansicht neue Dynamik in die Debatte um Steuerehrlichkeit gebracht.

Besonders hohe Zahl von Selbstanzeigen in Niedersachsen

"Ich denke, dass wir nur in Niedersachsen innerhalb der nächsten vier Wochen auf über tausend Selbstanzeigen kommen werden", sagte Schneider. Bereits zur Jahresmitte könne die Zahl der Selbstanzeigen in Niedersachsen den Stand des gesamten Vorjahres erreichen. 2012 ergriffen der Sprecherin des Finanzministeriums in Hannover zufolge rund 1200 Steuersünder diese Möglichkeit, um noch Straffreiheit für ihr Vergehen zu erlangen.

Baden-Württemberg verzeichnet etwa 400 neue Fälle

In Baden-Württemberg zeigten sich seit dem Fall Hoeneß knapp 400 Steuerhinterzieher selbst an. Das ist etwas mehr als in den Monaten zuvor, aber ähnlich viel wie Anfang des Jahres. Seit Anfang 2010 hat das Finanzministerium im Südwesten durch Selbstanzeigen nach eigenen Schätzungen rund 373 Millionen Euro eingenommen.

Sachsen verzeichnet nur wenige Selbstanzeigen

Bei den Behörden in Sachsen gingen seit Anfang Mai 14 Selbstanzeigen ein, seit Februar 2010 waren es insgesamt 154. In Nordrhein-Westfalen heißt es: Ein "Hoeneß-Effekt" lasse sich noch nicht feststellen. "Dies ist aber den hohen Anforderungen, die an eine Selbstanzeige gestellt werden, geschuldet", erläuterte das Ministerium in einer Mitteilung. "Es ist aber festzustellen, dass die Zahl der Selbstanzeigen nach dem Scheitern des Steuerabkommens mit der Schweiz deutlich gestiegen ist." Allerdings seien im Herbst 2012 noch deutlich mehr Anzeigen pro Monat eingegangen als zuletzt.

Steuerbetrüger haben in Deutschland die Möglichkeit, sich selbst anzuzeigen und so einer Bestrafung zu entgehen. Nach des Fall Hoeneß hatten Oppositionspolitiker gefordert, die Amnestieregel zu streichen. Die Bundesregierung prüft eine weitere Verschärfung der Regeln. Der Kampf gegen Steuerhinterziehung steht auch auf der Tagesordnung der Finanzministerkonferenz am Freitag in Wiesbaden.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
„Das ist die Apple Produktwelt. Das ist OTTO“
jetzt zum Shop
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018