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Apple-Chef Tim Cook blamiert US-Senat bei Anhörung

US-Senat blamiert sich bei Auftritt von Apple-Chef

23.05.2013, 12:51 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Apple-Chef Tim Cook blamiert US-Senat bei Anhörung. Apple-Chef Tim Cook bei der Anhörung im US-Senat (Quelle: Reuters)

Apple-Chef Tim Cook bei der Anhörung im US-Senat (Quelle: Reuters)

Die Anhörung von Apple-Chef Tim Cook vor einem Ausschuss des US-Senats hat mit einem klaren Sieg des Unternehmenslenkers geendet. Während Cook sich auch durch hartnäckige Nachfragen nicht aus der Ruhe bringen ließ, leistete sich der eine oder andere Senator peinliche Äußerungen. Anders hätte es auch gar nicht laufen können: Cook war freiwillig vor dem Ausschuss erschienen. Und selbst der Ausschuss konnte Apple keine Gesetzesverstöße nachweisen.

Ein republikanischer Senator bezeichnete die Vorladung des Apple-Chefs somit auch als Fehler. "Ich denke, der Kongress sollte sich bei Apple entschuldigen", sagte Rand Paul während der Anhörung. "Sagen Sie mir, was Apple Illegales getan hat." Der Konzern habe lediglich versucht, seine Steuerlast zu drücken.

"Wir sollten unseren Job tun"

Der Senator aus Kentucky erklärte, die Politik habe das unübersichtliche Steuersystem verschuldet. "Unsere Steuergesetze sind doppelt so umfangreich wie die von Kanada oder europäischen Ländern." Die Politiker sollten sich deshalb den Spiegel vorhalten. "Wir sollten unseren Job tun." Auch Cook verlangte erneut ein einfacheres Steuersystem.

Zuvor hatte der Ausschuss versucht, Cook bei der Ehre zu packen. Druck sollte eine Vorabveröffentlichung erzeugen, wonach Apple in den vergangenen vier Jahren mehr als 70 Milliarden Dollar (ca. 54 Milliarden Euro) nicht versteuert hat. Der Ausschussvorsitzende Carl Levin sprach von "Geisterfirmen", die Apple aufgesetzt habe, um sich vor Steuerzahlungen zu drücken. Das Geld fehle nun den USA um Schulen zu bauen.

Sechs Milliarden Dollar US-Steuern in einem Jahr

Die hauptsächliche irische Tochterfirma "reduziert unsere US-Steuern nicht im geringsten", versicherte dagegen Cook. Die Firmenstruktur mache es schlicht einfacher, das Geschäft zu führen, ergänzte sein Finanzchef Peter Oppenheimer. "Unser Unternehmen ist etwas größer als das, was Steve Jobs vor vierzig Jahren in der Garage seiner Eltern gegründet hat", sagte Cook und verwies auf in den USA gezahlte Steuern in Höhe von sechs Milliarden Dollar für 2012. Außerdem habe man 600.000 Arbeitsplätze ermöglicht.

Selbst vom US-Senat hinzugezogene Steuerexperten waren sich nicht ganz einig. Zwar zweifelte J. Richard Harvey von der Villanova University an, dass der Konzern keine Steuertricks nutze: "Ich bin vom Stuhl gefallen, als ich das gelesen habe", sagte Harvey. Auch der zweite von dem Ausschuss geladene Steuerexperte, Stephen Shau von der Harvard Law School, erklärte: "Apple macht in Sachen Steuern vollen Gebrauch von Schlupflöchern." Die Gesetze seien einfach zu lasch.

"Im Rahmen der Gesetze"

Harvey musste jedoch feststellen: "Was Apple getan hat, geschah im Rahmen der aktuellen internationalen Steuergesetze." Andere Konzerne würden noch mehr Einnahmen zwischen ihren Tochtergesellschaften verschieben. "Man könnte also sagen: Apple ist nicht so aggressiv wie andere."

Geradezu peinlich mutete in diesem Zusammenhang der Auftritt von zwei US-Senatorinnen an. "Ich bin Apple", ließ sich die Demokratin Claire McCaskill vernehmen. Und auch die Republikanerin Kelly Ayotte wollte Cook unbedingt versichern, dass sie Besitzerin eines iPad ist. Und so endete die Veranstaltung wie ein Gerichtsprozess, in dem dem Angeklagten vorgeworfen worden war, in einer 80er-Zone 79 km/h gefahren zu sein.

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