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Lanxess leidet unter Autokrise - Hoffnung auf besseres zweites Quartal

Lanxess leidet unter Autokrise - Hoffnung auf besseres zweites Quartal

23.05.2013, 14:36 Uhr | rtr

Lanxess leidet unter Autokrise - Hoffnung auf besseres zweites Quartal. Lanxess-Chef Axel Heitmann spricht auf der Hauptversammlung. (Quelle: dpa)

Lanxess-Chef Axel Heitmann macht den Aktionären Mut. (Quelle: dpa)

Der Chemiekonzern Lanxess sieht nach dem sehr schwachen Jahresauftakt einen Silberstreif am Horizont. Zwar hat die Autokrise in Europa den weltgrößten Hersteller von synthetischem Kautschuk für Autoreifen weiter fest im Griff. Doch Lanxess-Chef Axel Heitmann verbreitete am Donnerstag auf seiner ersten Hauptversammlung nach dem Dax-Aufstieg des Unternehmens nicht nur Molltöne.

"Für das zweite Quartal erwarten wir eine leichte Verbesserung des Geschäfts", sagte Heitmann den gut 1600 Aktionären in Köln. Zwar blieb die Nachfrage der Auto- und Reifenhersteller flau. Kunden bauten aber weniger Lagerbestände ab - was Lanxess als Zeichen besserer Geschäftserwartungen deutet.

Ebitda von Lanxess dürfte steigen

Lanxess rechnet damit, dass der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (Ebitda) im zweiten Quartal über dem des verpatzten Auftaktquartals liegen wird. Der Konzern erwartet allerdings nur ein Ergebnis von unter 220 Millionen Euro, das damit den Vorjahreswert von 362 Millionen Euro deutlich verfehlen würde. Zur Prognose für das Gesamtjahr sagte Heitmann nichts Neues: Angepeilt wird 2013 ein bereinigter operativer Gewinn von unter einer Milliarde Euro nach einem Rekordgewinn von 1,2 Milliarden 2012.

Im kommenden Jahr sollen es 1,4 Milliarden Euro sein, 2018 dann 1,8 Milliarden. Lanxess erwirtschaftet rund 40 Prozent seiner Umsätze mit der Auto- und Reifenindustrie. Um der Branchenflaute zu begegnen, will Heitmann das Investitionsbudget für dieses Jahr kürzen, Anlagen zeitweise stilllegen und auch die Schließung von ausländischen Standorten prüfen.

"Momentane Nachfrageschwäche von temporärer Natur"

2013 sei bisher schwierig, sagte Heitmann. "Allerdings gehen wir davon aus, dass die momentane Nachfrageschwäche von temporärer Natur ist", sagte der Konzernlenker. Das Unternehmen, das im Sommer seinen Firmensitz von Leverkusen nach Köln verlegt und sich damit auch beim Sitz der Zentrale vollständig vom ehemaligen Mutterkonzern Bayer abnabelt, rechnet mit einer konjunkturellen Verbesserung der Geschäftslage im zweiten Halbjahr.

Asien werde sich deutlich besser entwickeln, in Europa bleibe der Markt aber schwach. Weiterhin gut werde das Agrochemie-Geschäft laufen. Lanxess will bis 2015 in Leverkusen bis zu 100 Millionen Euro in sein Geschäft mit Agrochemie-Wirkstoffen investieren. Lanxess setzt zudem auf eine Erholung der Bauwirtschaft.

Keine Proteste bei Lanxess-Hauptversammlung

Anders als bei der Ex-Konzernmutter Bayer war die Lanxess-Hauptversammlung nicht von Protestaktionen begleitet. Doch von Aktionärsvertretern erntete der Vorstand nicht nur Lob. "Mit einem solchen Absturz haben wir, ehrlich gesagt, nicht gerechnet", kritisierte Jella Benner-Heinacher von der Aktionärsvereinigung DSW den Gewinneinbruch im ersten Quartal. Noch teile sie den Optimismus des Vorstands, aus der Wachstumsdelle dürfe aber kein Riesenloch werden. Alexander Elsmann von der Vereinigung SdK bemängelte die Ausschüttungspolitik des Konzerns. Nur 15 Prozent des Konzerngewinns seien ein wenig dürftig für einen Dax-Konzern. "30 Prozent dürften es schon sein", forderte Elsmann. Für das Jahr 2012 sollen die Lanxess-Aktionäre eine um 15 Cent auf 1,00 Euro je Aktie aufgestockte Dividende erhalten.

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