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Uli Hoeneß: Hilfe vom Steuerfahnder und Morddrohung mit Patronen

Steuerfahnder soll Uli Hoeneß bei Selbstanzeige geholfen haben

08.06.2013, 08:21 Uhr | t-online - jbü, sid

Uli Hoeneß: Hilfe vom Steuerfahnder und Morddrohung mit Patronen. Die "Süddeutsche" veröffentlichte die neuen Details zur Steueraffäre des Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß (Quelle: dpa)

Die "Süddeutsche" veröffentlichte die neuen Details zur Steueraffäre des Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß (Quelle: dpa)

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat bei seiner Selbstanzeige wegen möglichen Steuerbetrugs Hilfe von einem Münchner Steuerfahnder erhalten. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Demnach soll es sich um einen ehemaligen Sachgebietsleiter der Steuerfahndung München gehandelt haben, der mit Hoeneß bekannt sei. Außerdem erhielt der Bayern-Boss eine Morddrohung inklusive Patronen.

Fahnder wohl schon lange nicht mehr im Dienst

Der Fahnder sei nicht mehr regulär aktiv im Dienst gewesen, aber in Altersteilzeit und damit nicht pensioniert. Neben dem Steuerfahnder hätten ein Steuerberater und ein Steueranwalt an der Selbstanzeige mitgewirkt. Hoeneß habe den Fahnder wohl für einen Pensionär gehalten.

Ob eine solche Hilfe bei einer Selbstanzeige legal oder illegal ist, wollten mehrere Landesfinanzministerien auf Anfrage von t-online.de nicht beantworten. Peter Degel, Fachanwalt für Steuerrecht bei der Kanzlei MOOG in Darmstadt, stellt aber klar: "Das wäre eine unerlaubte Hilfe in Steuersachen, also ein Verstoß gegen das Steuerberatungsgesetz und wird gerade bei (Finanz)beamten auch disziplinarisch verfolgt."

Steuerberatung ist nicht die Aufgabe des Beamten

Im Gesetz ist geregelt, wer in Steuerfragen fachlich unterstützen darf. Möglicherweise strafbefreiende Anzeigen abzugeben, gehört laut Degel nicht zu den Aufgaben eines Beamten - er sei allein seinem Dienstherren verpflichtet. Sollte ein Fahnder dies auch noch gewerblich betreiben, liege sogar eine Ordnungswidrigkeit vor.

Die klare Trennung sei zudem deshalb sinnvoll, weil ein Berater bei falscher Auskunft haftet. Kommt die Hilfe unerlaubterweise vom Fahnder, gibt es logischerweise keine Haftung.

Hoeneß hatte auf Steuerabkommen gesetzt

Die Zeitung dröselt weiter auf, wie es zu der offenbar recht hektischen Selbstanzeige kam. Demnach wollte Hoeneß im Zuge des geplanten Steuerabkommens mit der Schweiz anonym Steuern nachzahlen. Seine Schweizer Bank habe im Herbst 2012 eine zu zahlende Summe zwischen 5,8 und 6,8 Millionen Euro ermittelt. Dann aber scheiterte das Abkommen an den Stimmen von SPD und Grünen.

Mitte Januar 2013 erfuhr Hoeneß laut "SZ" von einer Recherche des "Stern" über eine Sportgröße mit einem problematischen Konto in der Schweiz. Der Name Hoeneß sei dem Reporter aber nicht bekannt gewesen sein. "Ohne Not" sei der Bayern-Boss dann in Panik geraten und habe die Anzeige aufgesetzt. Ob diese Geschichte genau so passierte, sei nicht klar - die Zeitung bezeichnet ihre Quellen aber als "gewöhnlich nicht schlecht informiert".

Einstellung oder Anklage? Noch ist alles offen

Zum Stand des Verfahrens schrieb die Zeitung, es seien immer noch sowohl die Einstellung des Ermittlungsverfahrens als auch eine Anklage möglich. Im Fall der Anklage sei es aber unwahrscheinlich, dass Hoeneß Haft ohne Bewährung drohe.

Zudem hat die Münchner Staatsanwaltschaft I im Zusammenhang mit dem Fall Hoeneß ein Verfahren wegen des Verdachts der Bedrohung eingeleitet. Ein Unbekannter habe Hoeneß im Mai eine Morddrohung geschickt. Das Schreiben sei an die Geschäftsstelle des FC Bayern an der Säbener Straße geschickt worden.

"Diese Patronen sind für Dich"

Hoeneß sei "allerorten zum Abschuss freigegeben", habe der Unbekannte geschrieben. Auf dem Schreiben befänden sich zwei gekreuzte Patronen mit dem Zusatz "Hoeneß, diese Patronen sind für Dich bestimmt".

Hoeneß (61) hat beim Finanzamt Selbstanzeige wegen eines Kontos in der Schweiz gestellt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Neben einer verschärften Diskussion um Steuergerechtigkeit hat die Affäre einen weiteren Effekt: Die Zahl der Selbstanzeigen steigt rasant an, seit der Fall Hoeneß bekannt ist.

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