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Skimming: Datendiebe verursachen in der Finanzbranche Milliardenschaden

Skimming: Millionenschaden trotz Milliardeninvestitionen

10.07.2013, 14:37 Uhr | dpa , dpa-AFX , t-online.de

Skimming: Datendiebe verursachen in der Finanzbranche Milliardenschaden. Ein zweites Tastenfeld macht den Datenklau am Geldautomaten möglich (Quelle: dpa)

Ein zweites Tastenfeld macht den Datenklau am Geldautomaten möglich (Quelle: dpa)

Im Kampf gegen Datendiebe geben Banken Milliarden Euro für eine bessere Technik aus. Trotzdem gelingt es Kriminellen immer noch, an Geldautomaten geheime Daten von Kunden abzugreifen: Die Betrüger verursachen durch das Skimming genannte Ausspähen noch immer einen Millionenschaden. In welchen Bundesländern die Gefahr am größten ist und wie Verbraucher sich selbst schützen können.

Milliardenschaden für Finanzbranche

Der Schaden für die Finanzbranche aus deutscher Sicht beläuft sich im ersten Halbjahr 2013 auf rund acht Millionen Euro. Das ist nach Angaben von Euro Kartensysteme immerhin weniger als die Hälfte der 17 Millionen Euro Schaden, den Datenklau an heimischen Geldautomaten im Vorjahreszeitraum angerichtet hatte.

Beim Skimming spähen Kriminelle Daten und Geheimnummer (PIN) von EC-Karten aus. Sie manipulieren zum Beispiel den Kartenschlitz am Geldautomaten, fälschen Türöffner oder hantieren an Kontoauszugsdruckern herum. Die Eingabe der PIN wird gefilmt oder über einen gefälschten Tastaturaufsatz gespeichert. Mit den geklauten Daten erstellen die Täter eine Kartendublette und heben damit im Ausland Geld ab oder kaufen ein.

Hunderte Automaten manipuliert

Insgesamt manipulierten die Datendiebe in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt 259 Geldautomaten, Türöffner und Kontoauszugsdrucker in Deutschland, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Darunter waren 251 Geldautomaten.

Außer Mecklenburg-Vorpommern waren alle Bundesländer betroffen. Am häufigsten fand der Datenklau in Nordrhein-Westfalen statt (90 Fälle). In Baden-Württemberg wurden noch 50 Fälle gezählt. Im Mittelfeld liegen Berlin (25 Fälle), Hessen (23 Fälle), Bayern (22 Fälle) und Rheinland-Pfalz (18 Fälle).

Nur wenige Skimming-Fälle meldeten Hamburg (acht), Thüringen (sieben), Niedersachsen und Bremen (je vier) sowie Schleswig-Holstein (drei). Von Skimming kaum betroffen sind Sachsen-Anhalt (zwei Fälle), Sachsen, Saarland und Brandenburg (je ein Fall).

EMV-Technik stoppt Datenklau

Moderne EMV-Sicherheitstechnik schiebt dem Datenklau einen Riegel vor. Dazu verfügen die EMV-Karten über eine Art Mini-Computer: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. Zusätzlich gibt es eine PIN. Das Problem: Längst nicht alle Staaten ziehen mit und rüsten ihre Bezahlkarten mit EMV-Technik statt mit Magnetstreifen aus.

In Deutschland gestohlene Kontodaten setzten die Betrüger in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres nach Erkenntnissen von Euro Kartensysteme vor allem in Ländern ein, die nach wie vor auf die veraltete Technologie der Magnetstreifen setzen: in den USA (rund 17 Prozent), Kolumbien (rund 13 Prozent), Indonesien (zwölf Prozent). Auch in Ecuador, Thailand und Brasilien versuchten Betrüger vermehrt, mit Kartendubletten, Geld abzuheben oder einzukaufen. In Deutschland sind nach Branchenangaben inzwischen alle 94 Millionen umlaufenden Girocards mit einem EMV-Chip ausgestattet.

Neue Haftungsregeln in USA

Was Deutschlands Geldhäusern Hoffnung macht: Zum 19. April 2013 traten die USA der sogenannten EMV-Haftungsumkehr bei. Das heißt: Sollte der Einsatz von gefälschten Karten an nicht EMV-fähigen Geldautomaten und Terminals im Ausland Schäden verursachen, werden dafür die ausländischen Institute zur Kasse gebeten - und nicht die deutschen Banken, welche die Originalkarten ausgegeben haben.

"Es wird davon ausgegangen, dass die ausländischen Geldautomaten- und Terminalbetreiber angesichts des Rückbelastungsrisikos ein hohes Interesse haben, die Endgeräte so schnell wie möglich mit der sicheren EMV-Technologie auszustatten, so dass die Echtheit der Karten dort ebenfalls geprüft und der Einsatz von Kartenfälschungen unterbunden werden kann", erklären die Experten von Euro Kartensysteme.

So gehen Verbraucher auf Nummer sicher

Verbraucher können sich selbst schützen, indem sie etwa nie die PIN an Türöffnern eingeben - keine Bank verlangt das. Wird die Karte eingezogen, sollten Bankkunden diese umgehend sperren lassen und das Geldinstitut informieren. Weitestgehend auf Nummer sicher geht auch, wer stets den gleichen Geldautomaten nutzt und Auffälligkeiten sofort Polizei und Bank meldet.

Zudem sollten Bankkunden sich beim Geldabheben von niemandem über die Schulter schauen lassen, bei der PIN-Eingabe die Tastatur mit der Hand abdecken und andere notfalls um angemessenen Abstand bitten. Darüber hinaus ist es hilfreich, die Kontobewegungen regelmäßig auf mögliche Auffälligkeiten zu überprüfen.

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