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Brüssel will Kreditkartengebühren deckeln: Zahlen Kunden trotzdem mehr?

Deckelung der Kreditkartengebühren könnte Verbraucher belasten

25.07.2013, 08:25 Uhr | dpa, dpa-AFX

Brüssel will Kreditkartengebühren deckeln: Zahlen Kunden trotzdem mehr?. Die Gebühren für die Nutzung von Kreditkarten sollen in der EU bald deutlich sinken (Quelle: imago/chromorange)

Die Gebühren für die Nutzung von Kreditkarten sollen in der EU bald deutlich sinken (Quelle: imago/chromorange)

Zunächst gute Nachrichten für Händler und Verbraucher: Die EU-Kommission will den Einsatz von Kreditkarten günstiger machen. Die Brüsseler Behörde legte einen entsprechenden Vorschlag zur Deckelung der milliardenschweren Gebühren vor. Die Pläne würden den Anbietern wie Visa oder Mastercard deutliche Einbußen bescheren. Daher gibt es auch bereits Drohungen seitens der Branche, zum Ausgleich von den Kunden höhere Jahresgebühren für Kreditkarten zu verlangen. Dann gingen die Pläne letztlich auf Kosten der Verbraucher.

Interbankengebühren schon länger im Visier

Brüssel geht es um die Gebühren, die die Bank des Händlers an die Bank des Kunden zahlen muss, wenn ein Verbraucher mit Karte bezahlt. Schon lange hat die EU-Kommission diese sogenannten Interbankengebühren im Visier. Einzelhändler schlagen die Entgelte zumeist auf die Preise auf. "Die höheren Preise werden also von allen Verbrauchern getragen - auch denen, die bar bezahlen", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Das müsse sich ändern.

Die neuen Regeln werden nur dann Gesetz, wenn EU-Parlament und Ministerrat zustimmen. Das Verfahren dürfte etwa ein bis zwei Jahre dauern.

Einzelhandel könnte bis zu sechs Milliarden Euro sparen

So sehen die Pläne der Kommission aus: Bei Kreditkarten ist ein Limit von 0,3 Prozent des Zahlbetrags vorgesehen. Bei Debitkarten - das sind zum Beispiel EC-Karten - sollen es 0,2 Prozent sein. Derzeit liegen die Werte in Europa bei bis zu 1,5 Prozent. Nach EU-Angaben könnte der Einzelhandel dadurch insgesamt rund sechs Milliarden Euro einsparen.

Die Kappung soll zunächst auf grenzüberschreitende Zahlungen beschränkt werden und erst nach zwei Jahren auch bei Zahlungen im Inland gelten.

Handel wünscht sich komplette Abschaffung

Dem Handel in Deutschland gehen die Brüsseler Pläne zur Deckelung von Kreditkartengebühren nicht weit genug. Der Handelsverband (HDE) bezeichnete das Vorhaben der EU-Kommission zwar als Schritt in die richtige Richtung. "Allerdings sollten aus unserer Sicht die Gebühren völlig abgeschafft werden", erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die Händler seien den Banken und ihren Gebühren weitgehend hilflos ausgeliefert. Denn sie würden nach monopolistischem Vorgehen festgesetzt und seien faktisch nicht verhandelbar. Den Händlern blieb nach Genths Worten bislang nichts anderes übrig, "als die anfallenden Kosten auf die Preise umzulegen". Eine Deckelung käme daher allen Kunden zugute.

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