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Inflation auf Jahreshoch: Das sind die Folgen für Verbraucher

Inflation auf Jahreshoch: Das sind die Folgen für Verbraucher

14.08.2013, 13:36 Uhr | dpa, t-online.de - jbü

Inflation auf Jahreshoch: Das sind die Folgen für Verbraucher. Steigende Inflation, aber kaum noch Geld für Sparer: Das Geld scheint durch die Finger zu rinnen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Steigende Inflation, aber kaum noch Geld für Sparer: Das Geld scheint durch die Finger zu rinnen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Inflation ist zuletzt deutlich gestiegen, vor allem Lebensmittel werden immer teurer. Gleichzeitig gibt es kaum noch Zinsen auf gängige Anlageformen wie das Sparguthaben. Was bedeutet das für Verbraucher und wie können sie ihr Geld schützen? t-online.de beantwortet die Fragen in einem Ratgeber.

Problem 1: Teures Essen

So ist die Lage: Lebensmittel, von Obst über Gemüse und Milch bis zum Fleisch, verteuern sich. Spürbar mehr kosten im Jahresvergleich etwa Butter (plus 30,8 Prozent), Kartoffeln (plus 44,4 Prozent), Äpfel (plus 22,3 Prozent) oder H-Milch (plus 18,2 Prozent). Auch die Preise für Eier (plus 7,1 Prozent) und Fleisch und Fleischwaren (plus 4,4 Prozent) stiegen weitaus schneller als die Verbraucherpreise insgesamt. Für Essen und alkoholfreie Getränke zahlen Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr 5,1 Prozent mehr.

"Vermutlich treibt der kalte Winter die Nahrungsmittelpreise weiter nach oben. Hinzu kommen die Hochwasser in Teilen Deutschlands", erklärt Christian Schulz, Ökonom der Berenberg Bank. Auch Missernten und Schwankungen am Weltmarkt dürften eine Rolle spielen. Sobald sich die Entwicklung bei den Nahrungsmittelpreisen normalisiere, dürfte auch die Inflation wieder fallen, prognostiziert der Ökonom.

Das können Verbraucher tun: An den Großhandelspreisen können Privatverbraucher nichts ändern, dafür aber an ihrem Verhalten. Wer erstens mit genauer Liste und zweitens ohne knurrenden Magen einkauft, lässt sich weniger verleiten, den Korb ungewollt voll zu laden.

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Viele Märkte bieten Waren kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums deutlich günstiger an. Ungenießbar ist das Essen damit aber noch lange nicht. Statt auf das aufgedruckte Datum sollten Verbraucher auf ihren Geruchs- und Geschmackstest vertrauen. Nur das "Verbrauchsdatum" - etwa bei schnell verderblichem Hackfleisch - nennt eine klare Grenze, ab der Essen in den Müll wandern sollte.

Deutlich günstiger und trotzdem meist ohne Einbuße ist Leitungswasser im Vergleich zu abgefülltem Wasser. Die Stiftung Warentest hatte ermittelt, dass zwei Drittel der 29 getesteten Kaufprodukte nur wenig Mineralien enthalten, viele weniger als Leitungswasser. Das wiederum ist mit 0,3 Cent pro Liter (Beispiel aus Köln) unschlagbar günstig.


Problem 2: Teure Energie

So ist die Lage: Die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Hier lohnt ein Blick auf die Details: Erheblich mehr kostet - wie schon in den Vormonaten - Strom mit einem Plus von 11,9 Prozent. Wer den Heizöltank befüllen musste, zahlte dagegen von Januar bis Juli 2013 im Schnitt fünf Euro weniger auf 100 Liter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Das können Verbraucher tun: Gerade weil der Energiekosten-Anstieg vor allem durch die Strompreise verursacht wird, können sehr viele Verbraucher ohne Mühe viel sparen - mit einem Anbieterwechsel. Immer noch zahlen viele Deutsche den teuren Tarif des Grundversorgers. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox könnten sie durch einen Wechsel bis zu 500 Euro jährlich sparen. Ein satter dreistelliger Betrag an Einsparung ist auf jeden Fall möglich.

Konsequentes Stecker-Ziehen gegen Standby-Verbrauch im Haushalt spart nach Schätzung der Verbraucherzentralen zehn Prozent der Gesamtstrommenge. Auch wer den Kühlschrank nicht auf die kälteste Stufe stellt, hält die Rechnung klein. Die Waschmaschine verbraucht in einem 40-Grad-Programm nur die Hälfte des Stroms wie bei 60 Grad.

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Problem 3: Kaum noch Zinsen über der Inflationsrate

So ist die Lage: Dieses Problem kommt von ganz oben. Zur Bekämpfung der Krise im Euroraum hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gedrückt. In der Folge bringen immer weniger Anlageformen eine Rendite, die die Inflation ausgleicht. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater nennt das schleichende Enteignung. Nach Berechnungen der Postbank verlieren die Sparvermögen bei Banken in Deutschland allein in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert. Sollte die Inflationsrate im kommenden Jahr auf 2,0 Prozent ansteigen, würde sich die reale Entwertung auf 21 Milliarden Euro erhöhen.

Sorgen machen sich auch Altersvorsorge-Experten: Eigentlich müsse die private Vorsorge erhöht werden, um die Kürzungen der Leistungsansprüche aus dem staatlichen Sozialversicherungssystem zu kompensieren, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Doch das Gegenteil sei der Fall, die Sparquote sei angesichts niedriger Zinsen auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2003 gesunken. Steigen die Zinsen nicht bald "auf ein marktgerechtes Niveau", entstehe ein "riesiges Folgeproblem".

Das können Verbraucher tun: Gerade hier haben Sparer einige Möglichkeiten. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass Zinsen, egal bei welcher Anlageform, verhandelbar sind. Laut der unabhängigen FMH-Finanzberatung können Kunden bei guten Tagesgeld-Angeboten derzeit bis zu 1,5 Prozent Zinsen bekommen. Etwas mehr gibt es bei Festgeldkonten. Wer 5000 Euro für zwei Jahre fest anlegt, bekommt über zwei Prozent Zinsen. Der Nachteil: Das Geld ist im Anlagezeitraum nicht verfügbar.

Immobilien bieten ebenfalls Schutz vor Inflation. Wer nicht gleich ein Haus kaufen möchte, kann in offene Immobilienfonds investieren. Hier können sich Kleinanleger schon mit kleinen Beträgen an Immobilien beteiligen. Seit Juli gelten hier aber neue Haltefristen. Anleger müssen daher eine Weile warten, bis sie an ihr Geld kommen. Außerdem gibt es hier auch immer problematische Anbieter - ein Gespräch mit dem Anlageberater des Vertrauens ist daher Pflicht.

Etwas mehr Risiko steigert die Gewinnmöglichkeit ebenfalls: "Um Aktien kommen Anleger derzeit nicht herum", erklärt die Finanzexpertin Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Für Einsteiger gut geeignet seien börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs, die vergleichsweise günstig sind. Der lange steigende Goldkurs dient nach den Turbulenzen der vergangenen Monate dagegen nicht mehr als sicherer Hafen gegen Inflationsverluste. "Edelmetalle wie Gold sind riskant", sagt Oelmann. "Der Gold-Anteil im Depot sollte nicht mehr als zehn Prozent ausmachen."

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