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Franzosen planen Gebühr für deutsche Autobahn

Ausbau A20  

Franzosen planen Gebühr für deutsche Autobahn

22.08.2013, 11:04 Uhr | t-online.de - sia

Franzosen planen Gebühr für deutsche Autobahn. Für den Ausbau der A20 hat der französische Vinci-Konzern ein Finanzierungsmodell vorgelegt, das auch eine Gebühr für Pkw vorsieht (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa )

Für den Ausbau der A20 hat der französische Vinci-Konzern ein Finanzierungsmodell vorgelegt, das auch eine Gebühr für Pkw vorsieht (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa )

Marode Straßen und Autobahnen, kaputte Brücken: Deutschlands Infrastruktur müsste mit Milliarden Euro saniert und verbessert werden. Doch wie das finanzieren? Für den Ausbau der A20 zwischen Lübeck und Bremerhaven hat der französische Vinci-Konzern jetzt ein Angebot vorgelegt, bei dem das Unternehmen die Hälfte der Investitionskosten übernehmen würde. Das berichtet die "Welt". Verdienen wollen die Franzosen demnach jedoch auch an dem Projekt: durch eine Tunnelgebühr sowie eine Beteiligung an der Lkw-Maut.

Der Plan sieht den Angaben zufolge vor, dass Vinci die vierspurige A20 zwischen Bad Segeberg und Bremerhaven innerhalb von fünf Jahren fertigstellt. Dazu gehöre auch ein Abzweig nach Hamburg (A26) und ein neuer Elbtunnel, der die Elbe zwischen Glückstadt und Drochtersen unterqueren soll, heißt es in dem Bericht.

Entlastung für deutsche Steuerzahler

Vincis Engagement würde laut der Planung die Steuerzahler in Deutschland erheblich entlasten: Bund und Unternehmen würden sich die anvisierten Kosten für den Weiterbau der Autobahn in Höhe von zwei Milliarden Euro teilen, schreibt die Zeitung. Ein weiteres Plus sei das Tempo, das Vinci beim Bau der Strecke vorlegen wolle: Startete der Bau im Jahr 2015, wäre die Strecke inklusive des Tunnels schon 2020 fertig gebaut.

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Allerdings will der Konzern nicht ohne Gegenleistung Geld in das Vorhaben stecken: Auf 50 Jahre sollen laut "Welt" nach seiner Vorstellung ein Großteil der Lkw-Maut, die auf der Strecke eingenommen wird, in Vincis Kassen fließen. Eine weitere Einnahmequelle soll eine Mautstation für Lkw und Pkw an dem neuen Elbtunnel werden.

Finanzierungsmodell vorgelegt

Deutschland entgingen also sowohl die Maut als auch die Gebühren für die Tunnelbenutzung. Ein erstes Finanzierungsmodell sehe für die einfache Fahrt durch den Tunnel eine Abgabe von zwei Euro für Pkw und zwölf Euro für Lkw vor, meldet die Zeitung. Endgültige Zahlen sind das wohl aber nicht: Bis zu der Eröffnung könnten sich diese Kosten jedoch inflationsbedingt weiter erhöhen.

Nach der Variante würde Vinci 25 Jahre lang die Einnahmen komplett einstreichen, weitere 25 Jahre würden die Einnahmen zwischen Bund und Vinci geteilt. Die jeweiligen Anteile müssten noch ausgehandelt werden. Danach wäre der Bund wieder alleine Herr von Autobahn und Tunnel.

Weitere Variante machte Tunneldurchfahrt teurer

Ein zweiter Vorschlag sieht nach Informationen der Zeitung vor, dass Vinci nur den neuen Tunnel finanziert und auch betreibt. Zum Nachteil der Nutzer von Autobahn und Tunnel: Die einfache Tunneldurchfahrt käme demnach auf 4,75 Euro pro Pkw und rund 27 Euro für einen Lkw.

Die Entscheidung über die Offerte dürfte jedoch noch etwas dauern. Zwar wird Vincis Angebot der "Welt" zufolge in diesen Wochen den Verkehrsministerien des Bundes und der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen präsentiert. Doch die in den nächsten vier Jahren anliegenden Infrastrukturprojekte werden auch in den Koalitionsverhandlungen einer neuen Bundesregierung nach den Bundestagswahlen im September debattiert werden.

Lkw-Maut und Tunnelgebühr in einen Topf?

Zudem müssten sich Bund und Länder erstmals auf eine Finanzierung einigen, bei dem das Geld aus der auf der A20 anfallenden Lkw-Maut mit der Elbtunnelmaut in einen Topf fließen könnten, gibt die Zeitung zu Bedenken. Nur so ließe sich eine akzeptable Tunnelmaut für Lkw und Pkw erreichen.

Vinci ging aus der früheren Société générale d’entreprises (SGE) hervor und ist Weltmarktführer für Bau, Konzessionen und Bau-Dienstleistungen. Der börsennotierte Konzern mit Sitz in Rueil-Malmaison bewirtschaftet über die Hälfte der Autobahnen in Frankreich und beschäftigt nach eigenen Angaben aktuell weltweit mehr als 190.000 Mitarbeiter, davon über 14.000 in Deutschland.

In Deutschland betreibt Vinci Teilstücke der A4 bei Eisenach, der A5 und A9 und hält zehn Prozent der Mautgesellschaft Toll Collect. Im Jahr 2012 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 38 Milliarden Euro.

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