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DIW kritisiert Familiensplitting: Pläne kosten wohl Milliarden

Forscher  

Steuern: DIW kritisiert Pläne für Familiensplitting

04.09.2013, 12:30 Uhr | AFP, t-online.de

DIW kritisiert Familiensplitting: Pläne kosten wohl Milliarden. Familien sollen steuerlich entlastet werden (Quelle: imago images)

Familien sollen steuerlich entlastet werden (Quelle: imago images)

Steuer-Entlastung für Familien in der Kritik: Die Pläne von CDU, CSU und FDP für eine stärkere steuerliche Förderung von Familien stoßen bei Fachleuten auf Kritik. Das Konzept der Union koste Milliarden, bevorzuge Gut- und Spitzenverdiener und halte Frauen davon ab, nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückzukehren, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Frankreich als Vorbild

In dem Papier widerspricht das DIW auch der Behauptung, in Frankreich würden Familien steuerlich deutlich besser behandelt als in Deutschland. Das Gegenteil sei der Fall.

In ihren Wahlprogrammen sprechen sich Union und FDP dafür aus, das Ehegattensplitting zu einer Art Familiensplitting weiterzuentwickeln. Die Idee stammt aus Frankreich, wo die Finanzämter das Familieneinkommen rein rechnerisch nicht nur auf die Ehepartner, sondern auch auf die Kinder verteilen. Dadurch sinkt für die Familie insgesamt die Steuerlast.

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Höherer Steuerfreibetrag für Familien

Union und FDP orientieren sich allerdings weniger an diesem Modell, sondern wollen den steuerlichen Grundfreibetrag für Kinder von 7008 Euro im Jahr auf das Erwachsenenniveau von demnächst 8354 Euro anheben. CDU und CSU planen parallel eine Erhöhung des Kindergelds um 35 Euro. Für das erste und zweite Kind würden Eltern damit je 219, für das dritte 225 und für jedes weitere Kind 250 Euro im Monat erhalten.

Das DIW hat in seinem neuen Wochenbericht das Konzept der Union näher untersucht. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, würden demnach Familien durch die Reform im Schnitt um 700 Euro entlastet. Die Verbesserungen wären jedoch sehr ungleich verteilt: Während Geringverdiener nur 300 Euro mehr im Jahr hätten, kämen Bezieher durchschnittlicher und hoher Gehälter auf bis zu 866 Euro. Komplett leer gingen Familien aus, die Hartz IV beziehen.

Anrechnung auf Sozialleistungen

Sie profitierten naturgemäß weder vom höheren Freibetrag noch von der Anhebung des Kindergelds, weil Letzteres auf ihre Sozialleistungen angerechnet wird. Die Reform würde die öffentlichen Kassen den Angaben zufolge mit mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr belasten. Das wäre fast die Hälfte dessen, was der Staat heute für die Subventionierung von Kindertagesstätten ausgibt.

Das DIW ist das größte deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut, sein Wochenbericht erscheint seit 1928.

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