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Bundesfinanzhof: Betriebsfest im Fußballstadion steuerfrei

Fiskus hat Nachsehen  

BFH: Betriebsfest im Fußballstadion steuerfrei

09.10.2013, 18:49 Uhr | t-online - sia, mit Material von dpa und AFP

Bundesfinanzhof: Betriebsfest im Fußballstadion steuerfrei. Lädt der Chef zur Firmenfeier in gediegenem Rahmen ein, werden dafür nicht unbedingt Steuern fällig (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Lädt der Chef zur Firmenfeier in gediegenem Rahmen ein, werden dafür nicht unbedingt Steuern fällig (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gute Nachricht für alle Beschäftigten, die gern einmal mit dem Chef feiern - und das auch in größerem Rahmen: Selbst wenn ein Unternehmen für eine Betriebsveranstaltung ein ganzes Fußballstadion mietet, dürfen die Mitarbeiter für ihre kostenlose Teilnahme an der Feier nicht vom Finanzamt zur Kasse gebeten werden. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden. Die Richter befanden außerdem: Der Anhang darf mit von der Partie sein, ohne dass der Fiskus die Hand aufhält.

Chef mietete ganzes Stadion

Zwar hielten die Richter an der bisherigen Freigrenze von 110 Euro fest, ein Großteil der Ausgaben zählt künftig aber nicht mehr mit (Az.: VI R 94/10). In dem konkreten Rechtsstreit hatte der Arbeitgeber dem Gericht zufolge anlässlich eines Firmenjubiläums seine Mitarbeiter zu einer Veranstaltung in ein Fußballstadion eingeladen.

Die Kosten hierfür betrafen vor allem Künstler, Eventveranstalter, Stadionmiete und Catering. Das Finanzamt hatte bei der Ermittlung der Freigrenze sämtliche Kosten berücksichtigt, die Freigrenze wurde danach überschritten. Das Finanzgericht war der Berechnung zunächst gefolgt.

Stadionmiete zählt nicht mit

Der BFH indes kippte die Entscheidung. Zwar sei das Limit in richtiger Höhe bemessen worden. Die Kosten für den äußeren Rahmen der Veranstaltung hätten jedoch nicht berücksichtigt werden dürfen. Bleibe allein die Stadionmiete unberücksichtigt, sei die Freigrenze eben nicht übersprungen.

Nach einem weiteren Urteil darf zudem der den Arbeitnehmer zum Fest begleitende "Anhang" diesem nicht als eigener Vorteil zugerechnet werden (Az.: VI R 7/11). Zu berücksichtigen sind demnach "nur solche Leistungen, die von den teilnehmenden Arbeitnehmern unmittelbar konsumiert werden können, also vor allem Speisen, Getränke und Musikdarbietungen".

Angehörige dürfen mitfeiern

In dem Fall hatten die Mitarbeiter mit Familienangehörigen und Begleitpersonen an einer Veranstaltung ihres Unternehmens teilgenommen. Die Ausgaben beliefen sich dabei nach Rechnung des Finanzamtes auf etwa 68 Euro pro Teilnehmer.

Da die Behörde die auf einen Angehörigen entfallenden Kosten dem Arbeitnehmer zurechnete, wurde in einzelnen Fällen das 110-Euro-Limit überstiegen. Der BFH wiederum entschied, dass die für die Feier ausgegebene Summe auf alle Teilnehmer verteilt werden muss.

Wann das Fest steuerpflichtig wird

Nach bisheriger Rechtsprechung gelten Betriebsfreiern und andere Firmenveranstaltungen als steuerpflichtige Sachleistung, wenn der Arbeitgeber mehr als 110 Euro je Arbeitnehmer spendiert. Die Sachleistung wird dann insgesamt steuerpflichtig, also auch für den Anteil bis zu diesem Betrag. Normalerweise wird die Steuer jedoch nicht vom Arbeitnehmer bezahlt, sondern pauschal vom Arbeitgeber.

Im Dezember 2012 hatte der BFH den Gesetzgeber aufgefordert, die Steuerpflicht von Betriebsveranstaltungen neu, großzügiger und zeitgemäßer zu regeln. Dies ist bislang nicht geschehen.

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