Sie sind hier: Home > Finanzen >

Ausblick 2014: Was ändert sich für Verbraucher im Geldbeutel?

Noch mehr Neues  

Was ändert sich für Verbraucher 2014 im Geldbeutel?

21.12.2013, 13:23 Uhr | dpa

Ausblick 2014: Was ändert sich für Verbraucher im Geldbeutel?. Ab 1. Januar 2014 haben einige mehr und andere weniger im Geldbeutel (Quelle: imago/Steinach)

Ab 1. Januar 2014 haben einige mehr und andere weniger im Geldbeutel (Quelle: imago/Steinach)

Im Wahljahr 2013 hatte der Staat den Bürgern noch einige Geschenke gemacht - doch damit dürfte es 2014 vorbei sein. Zwar gibt es auch dann einige Entlastungen, allerdings bleiben die Sozialbeiträge hoch. Steuersenkungen dürfte es unter der Großen Koalition ohnehin kaum geben. Die niedrigen Zinsen werden außerdem weiter an Ersparnissen zehren. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Strom-Rechner
AnzeigeStrompreisvergleich
Strompreise vergleichen

Jetzt Strompreise vergleichen und Geld sparen


Immerhin: Die Inflation dürfte auch 2014 niedrig bleiben, bei üppigen Lohnerhöhungen könnten Beschäftigte dann tatsächlich mehr im Portemonnaie haben. In der Vergangenheit hatte die Teuerung Lohnzuwächse öfters aufgefressen.

Teils höhere Gebühren und Steuern

Bei kommunalen Gebühren drohen vielen Bürgern neue Belastungen. So hatten einige Kommunen angekündigt, Abgaben für Leistungen wie Müllabfuhr, Gebühren für Kindertagesstätten oder auch die Hundesteuer zu erhöhen. "In vielen Kommunen schlagen auch höhere Friedhofsgebühren zu Buche", sagte Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Höhere Steuern für Hauskäufer: Wer in Berlin, Bremen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück kauft, muss dem Fiskus dann deutlich mehr überweisen als zuvor. Schon 2012 und 2013 hatten acht Bundesländer die Steuer erhöht. Bundesweiter Spitzenreiter ist künftig Schleswig-Holstein mit einem Satz von 6,5 Prozent. Fällig wird die Steuer bei der Übertragung von Immobilien. Seit 2006 dürfen die Bundesländer die Höhe der Grunderwerbssteuer selbst festlegen.

Arbeitnehmer werden geringfügig entlastet, weil der steuerliche Grundfreibetrag steigt. Er erhöht sich von 8130 Euro auf 8354 Euro. "Das ist keine staatliche Wohltat, sondern ein reiner Automatismus", erläuterte Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt). "Die Vorgabe stammt vom Bundesverfassungsgericht, das ein steuerfreies Existenzminium in angemessener Höhe verlangt."

Neue Beitragsbemessungsgrenzen

Wer mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdient, muss mehr Sozialabgaben leisten. Das liegt an steigenden Beitragsbemessungsgrenzen, die an höhere Einkommen angepasst werden. Bis zu diesen Grenzen müssen Beschäftigte und ihre Arbeitgeber Sozialbeiträge entrichten. Was darüber liegt, ist beitragsfrei. Die große Mehrheit der Arbeitnehmer ist von der Anhebung nicht betroffen. Der Monatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten lag 2012 im Schnitt bei knapp 3400 Euro brutto.

Die Beitragsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt im Westen um 150 auf 5950 Euro Bruttomonatseinkommen. In Ostdeutschland gibt es eine Erhöhung um 100 auf 5000 Euro. Der Renten-Beitragssatz beträgt bundesweit 18,9 Prozent, der zur Arbeitslosenversicherung drei Prozent vom Bruttoverdienst.

Die in der Kranken- und Pflegeversicherung für ganz Deutschland geltende einheitliche Beitragsbemessungsgrenze steigt um 112,50 Euro auf 4050 Euro vom Monatsbrutto.

Viele Privatversicherte müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Beiträge einstellen. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel nach Angaben von Verbraucherberatern aber bis auf einige Ausreißer moderater aus. Das liegt auch daran, dass viele Versicherer nicht mehr auf Billigtarife setzten, die dann überdurchschnittlich teurer werden.

Rentner und Hartz-IV-Empfänger bekommen mehr Geld

Freuen dürfen sich die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland: Ihr Bezüge dürften Mitte 2014 um gut zwei Prozent steigen. Im Osten wird der Aufschlag wohl etwas höher ausfallen als im Westen. Der Durchschnittsrentner kann Schätzungen zufolge im Westen mit einem Plus von etwa 24 Euro rechnen, im Osten gibt es rund 30 Euro mehr. Die genaue Anpassung wird im März bekanntgegeben, dann liegen die Daten der Lohnentwicklung vor.

Auf die eigentlich Anfang des neuen Jahres fällige Entlastung müssen die Rentenbeitragszahler jedoch verzichten. Denn Union und SPD wollen die gesetzliche Senkung des Beitragssatzes ausfallen lassen, um damit die Mütterrente zu finanzieren.

Mehr Geld bekommen Hartz-IV-Empfänger ab 1. Januar: Der Regelsatz steigt für Alleinstehende von 382 auf 391 Euro. Leben zwei Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft, erhalten sie jeweils 353 Euro, acht Euro mehr als bisher. Für Kinder gibt es einen vom Alter abhängigen Zuschlag zwischen 5 und 7 Euro.

Leichte Entspannung beim Strom

Viele Stromkunden können 2014 erst einmal durchatmen - und das trotz der erneut kräftig erhöhten Ökostrom-Umlage. Zwar müssen sich viele Verbraucher zum neuen Jahr auf weiter leicht steigende Preise einstellen. Doch wegen gesunkener Einkaufspreise an der Strombörse infolge des vielen Ökostroms verzichten einige Versorger auf Erhöhungen, einzelne senken sogar die Preise.

Ab 2014 gilt ein neues steuerliches Reisekostenrecht. Die neue Regeln betreffen vor allem Arbeitnehmer, die an mehreren Standorten ihres Unternehmens tätig sind - etwa Außendienstler, Handelsvertreter oder Beamte mit mehreren Dienststellen. Während das Finanzamt bislang die "regelmäßige Arbeitsstätte" als Bezugspunkt für die Berechnung der Entfernungspauschale angesetzt hat, wird dies ab Januar 2014 an der "ersten Tätigkeitsstätte" festgemacht.

Wer von seiner Wohnung zu den anderen Einsatzorten fährt, kann künftig jedes Mal die Hin- und Rückfahrt mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen - also sehr viel höhere Beträge als bislang. Verbraucherschützerin Winkelmann riet dazu, möglichst schnell mit dem Arbeitgeber zu klären, welches der erste Einsatzort ist.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal