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Aldi senkt Preise für Wurstwaren

Ärger über Aldi und Co.  

Minister hält Preisschlacht für Schweinerei

16.03.2014, 13:04 Uhr | dpa , AFP , t-online.de

Aldi senkt Preise für Wurstwaren. Agrarminister Robert Habeck zeigt sich empört über die Preissenkungen der Lebensmittel-Discounter (Quelle: dpa)

Agrarminister Robert Habeck zeigt sich empört über die Preissenkungen der Lebensmittel-Discounter (Quelle: dpa)

Der Preiskampf der Lebensmittel-Discounter ist in eine neue Runde gegangen: Marktführer Aldi senkt die Preise für zahlreiche Wurstwaren. Manche Verbraucher mag das freuen, doch Schleswig-Holsteins Agrarminister Robert Habeck (Grüne) ist empört. "Über Fleischwaren einen Dumpingwettbewerb zu führen, ist schlicht eine Schweinerei", schimpfte der Minister.

Er forderte die Verbraucher auf, verantwortungsvoll zu handeln und diese Waren zu "verschmähen". Die Discounter müssten aufhören, die Spirale immer weiter zu drehen, sagte der Minister. Kurz nachdem der Discount-Marktführer die Preise für zahlreiche Wurstwaren vom Bratenaufschnitt über den Schwarzwälder Schinken bis zur Salami gesenkt hatte, folgte auch Konkurrent Norma umgehend.

"Lockangebote, die den Bauern die Daumenschrauben anlegen und sie zwingen, Masse statt Klasse zu produzieren, zerstören alles, was politisch sinnvoll ist", sagte der Minister. "Es heizt ein System an, in dem das Wohl des Tieres nachrangig ist, in dem auch durch Gesetzesverstöße auf Schlachthöfen Tieren unnötiges Leid zugefügt wird."

Bauernpräsident kritisiert Vorgehen

Der Präsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes, Werner Schwarz, hatte den Preiskampf zuvor ebenfalls kritisiert. "Wir fragen uns jetzt schon, was macht der Lebensmitteleinzelhandel da", sagte Schwarz. Der Druck auf die Erzeuger, billiger zu produzieren, werde durch solche Preissenkungen größer.

Aldi begründete die Preissenkungen zwischen 2,5 und 10 Prozent mit den gesunkenen Einkaufspreisen. Man gebe diese Preisvorteile an seine Kunden weiter - ohne Abstriche an der Qualität oder den Tierschutzstandards. Auch Norma begründete das Vorgehen mit den günstigeren Einkaufspreisen.

Aldi setzt Konkurrenz unter Druck

Discounter Aldi sorgt zurzeit mit immer neuen Rotstift-Aktionen dafür, dass die Preise im deutschen Lebensmittelhandel erstmals seit Jahren wieder auf breiter Front ins Rutschen geraten. Seit Januar hat der Konzern Schlag auf Schlag die Preise für Eier, Instant-Kaffee, Frühstücks-Cerealien, Wein, Fisch, Butter und Fleisch gesenkt und setzt damit die Konkurrenz unter Druck.

Die Rotstift-Aktionen haben Auswirkungen auf den gesamten Handel. Denn viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich am Marktführer. Vor allem die Preissenkungen bei Rind- und Geflügelfleisch vor einer Woche stießen jedoch bei Tierschützern, aber auch in Teilen des Handels auf Kritik.

Der deutsche Tierschutzbund sprach von einer Dumping-Strategie auf dem Rücken der Tiere. Auch Konkurrent Lidl kritisierte in einem für die Branche ungewöhnlichen Schritt aus Tierschutzgründen die Preissenkungen des Marktführers.

Aldi will Preissignale setzen

Doch ließ sich Aldi von der Kritik nicht beeindrucken, wie die neue Preisrunde zeigt. Für den Marktführer ist es zurzeit wichtig, Preissignale zu setzen. Denn immer wieder sieht er sich durch die Wettbewerber herausgefordert. So unterboten Rivalen wie Lidl oder Rewe in den vergangenen Monaten immer wieder mit Sonderangeboten die Aldi-Dauerpreise und kratzen damit am Billig-Image des Unternehmens.

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