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Fall Uli Hoeneß noch größer: "Stern"-Informant packt aus

Neue Enthüllungen  

"Stern": Hoeneß-Informant packt aus

20.03.2014, 11:47 Uhr | t-online.de - sia, mit Material von AFP

Fall Uli Hoeneß noch größer: "Stern"-Informant packt aus. Auch nach dem Urteil gegen Uli Hoeneß geht die Debatte um seinen Steuerfall weiter (Quelle: dpa)

Auch nach dem Urteil gegen Uli Hoeneß geht die Debatte um seinen Steuerfall weiter (Quelle: dpa)

Der Fall Uli Hoeneß ist so schnell offenbar nicht vom Tisch. In der Talkrunde bei Günther Jauch am vergangenen Sonntag hatte Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der "Stern"-Chefredaktion, erklärt: "Die Recherchen sind noch nicht zu Ende." Jetzt hat dem Magazin zufolge ein anonymer Informant in einem Interview weitere Details enthüllt. Demnach verbarg der Fußballmanager auf seinem Konto bei der Bank Vontobel in der Schweiz noch größere Summen als bisher bekannt. Zudem sollen auch Spieler des FC Bayern Konten bei der Schweizer Bank gehabt haben.

Jörges hatte bei Jauch bereits angedeutet, Hoeneß habe eventuell das Geld für seine Spekulationen in der Schweiz gar nicht vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus bekommen. Er beließ es jedoch zunächst bei vagen Andeutung in Richtung dubioser Fußballgeschäfte.

Riesiges Vermögen auf Schweizer Konto

Das Magazin schreibt, der Informant sei einer der Insider, die mit ihrem Wissen das Steuerverfahren gegen Uli Hoeneß Anfang 2013 in Gang gebracht hätten. Im Interview erklärte er den Angaben zufolge, Hoeneß habe "zeitweise Werte von 600 Millionen Schweizer Franken auf seinem Konto" gehabt, umgerechnet etwa 400 Millionen Euro.

"Das Vermögen schwankte kräftig. Da gab es auch kurzfristig Ausschläge in zweistelliger Millionenhöhe", zitiert der "Stern" den Informanten. Hoeneß soll auch im großen Stil mit Aktien von Sponsoren des FC Bayern spekuliert haben.

In dem Verfahren war nur von rund 155 Millionen Euro auf dem Vontobel-Konto die Rede gewesen. Der Steuersünder selbst hat bislang vehement bestritten, über ein Vermögen im hohen dreistelligen Millionenbereich verfügt zu haben.

Vor Gericht hatte er zudem gesagt, keine Gelder auf andere Konten transferiert zu haben. Dem widerspricht der "Stern"-Informant. Seinen Angaben zufolge wurden "immer wieder sehr hohe Beträge auf Konten anderer Schweizer Banken transferiert, etwa bei Credit Suisse und Julius Bär".

Insider: Auch FC-Bayern-Spieler betroffen

Wer hinter den Nummernkonten steckte, sei allerdings nicht ersichtlich, heißt es in dem Bericht. "Auch Spieler des FC Bayern hatten ein Konto bei der Bank", sagte der Insider dem Magazin. Es habe sich aber um "überschaubare Summen im niedrigen Millionenbereich" gehandelt.

Die "Stern"-Quelle soll aus Ärger über Hoeneß' öffentliche Spekulanten-Schelte ausgepackt haben. "Solche Verlogenheit kann ich nicht leiden", soll der Mann oder die Frau in dem Gespräch gesagt und den Ex-FC-Bayern-Präsidenten als "arrogant und selbstherrlich" bezeichnet haben.

Whistleblower mit Schweizer Akzent

Nach Medienberichten soll es sich bei dem Insider um eine präzise informierte Person mit Schweizer Akzent handeln, die etwa die fragliche Kontonummer bei Vontobel - 4028BEA - benennen konnte und wusste, dass hinter den drei Buchstaben "BEA" das Passwort "Beaufort" steckt.

Vontobel-Sprecher Reto Giudicetti hat im Gespräch mit dem Züricher "Tages-Anzeiger" allerdings Vermutungen zurückgewiesen, dass ein Mitarbeiter des Finanzinstituts geplaudert haben könnte. Dafür gebe es "keinerlei Anzeichen".

Mehrheit sieht Hoeneß-Urteil als gerecht an

Indes hält die Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge das Urteil gegen Hoeneß für gerecht. In der vom "Stern" vorab veröffentlichten Forsa-Umfrage sagten 53 Prozent der Befragten, die Verurteilung des Fußballmanagers zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung sei richtig. 37 Prozent finden das Urteil zu milde. Nur acht Prozent aller Befragten meinen, Hoeneß sei zu hart bestraft worden.

Trotz der damit überwiegenden Zufriedenheit mit dem Urteil hegt eine Mehrheit der Deutschen das Gefühl einer Ungleichbehandlung durch die Justiz. Dem Satz "Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen" stimmten 63 Prozent der Umfrageteilnehmer zu. Forsa befragte Ende vergangener Woche und damit vor Inkrafttreten der Rechtskraft des Urteils 1003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger.

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