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Lohnsteuerklasse 2: Wie Alleinerziehende bei der Steuer sparen können

Entlastungsbetrag  

Lohnsteuerklasse 2: Wie Alleinerziehende bei der Steuer sparen können

Von Sabrina Manthey

05.06.2019, 15:06 Uhr
Lohnsteuerklasse 2: Wie Alleinerziehende bei der Steuer sparen können. Mutter mit Kindern: In der Steuerklasse 2 können Alleinerziehende viel Geld sparen. (Quelle: Getty Images/Westend 61)

Mutter mit Kindern: In der Steuerklasse 2 können Alleinerziehende viel Geld sparen. (Quelle: Westend 61/Getty Images)

Mit der Wahl der richtigen Steuerklasse können Alleinerziehende eine zusätzliche steuerliche Entlastung geltend machen. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und wie hoch der Steuerabzug ausfällt.

Immer mehr Mütter oder auch Väter ziehen ihre Kinder allein groß. Da zählt oftmals jeder Cent. Doch Alleinerziehende können bei der Steuer ordentlich Geld sparen. Grund ist der sogenannte Entlastungsbetrag, der ihnen in der Steuerklasse 2 gewährt wird. 

Durchblick im Steuerdschungel

Es gibt insgesamt sechs Lohnsteuerklassen. Am bekanntesten sind die Steuerklassen 1 für Ledige, getrennt lebende oder geschiedene Arbeitnehmer sowie die Steuerklassen 3 und 5 für Ehepartner mit deutlich verschiedenen Einkommen.

Weniger bekannt ist die Steuerklasse 2 für Alleinerziehende. Erfüllen Singles mit Kind die entsprechenden Voraussetzungen, können sie mit dieser Steuerklasse höhere Steuerfreibeträge kassieren.

Lohnsteuerklassen im Überblick:

  • Steuerklasse 1: Allein stehende, getrennt lebende, geschiedene Arbeitnehmer
  • Steuerklasse 2: Alleinerziehende mit Anspruch auf den Entlastungsbeitrag
  • Steuerklasse 3: der Ehepartner mit dem höheren Einkommen
  • Steuerklasse 4: Ehepaare, die keine Steuerklasse angeben und mit geringem Einkommensunterschied
  • Steuerklasse 5: der Ehepartner mit dem niedrigeren Einkommen
  • Steuerklasse 6: Arbeitnehmer mit zwei Jobs (Steuerklasse für den zweiten Job)

Voraussetzungen für Lohnsteuerklasse 2

Mit der Steuerklasse 2 werden alleinerziehende Steuerzahler im Vergleich zur klassischen Steuerklasse finanziell entlastet. Die Steuerklasse kann von folgenden Personengruppen beantragt werden:

  • Ledige
  • Geschiedene
  • getrennt Lebende
  • Witwen und Witwer

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Alleinerziehender Steuerzahler
  • Mindestens ein Kind lebt dauerhaft im Haushalt
  • Das monatliche Einkommen beträgt mindestens 450 Euro
  • Für das Kind muss entweder Kindergeld oder ein Kinderfreibetrag bezogen werden.
  • Der Alleinerziehende darf nicht in einer Haushaltsgemeinschaft mit einer volljährigen Person leben. Ausnahme ist das eigene Kind, wenn es noch Anspruch auf Kindergeld hat.

Vorteile der Lohnsteuerklasse 2

Der grundlegende Vorteil der Steuerklasse 2 liegt in der steuerlichen Entlastung für Alleinerziehende. Das heißt, sie müssen weniger Steuern zahlen. Grund ist der sogenannte Entlastungsbeitrag, der für das erste Kind 1.908 Euro beträgt. Für jedes weitere Kind werden 240 Euro als absetzbarer Entlastungsbetrag anerkannt.

Der Entlastungsbetrag kann entweder mit der Steuererklärung geltend gemacht werden oder bereits bei der monatlichen Lohnabrechnung berücksichtigt. Das macht bei einem Kind zum Beispiel 159 Euro monatlich mehr in der Kasse.

Höhe des Entlastungsbetrags:

  • ein Kind: 1.908 Euro
  • zwei Kinder: 2.148 Euro
  • drei Kinder: 2.388 Euro
  • vier Kinder: 2.628 Euro

Übrigens: Der Entlastungsbetrag wird auch für die Monate gewährt, in denen die Voraussetzung nicht über den ganzen Monat vorliegen – zum Beispiel auch bei einer Geburt des Kindes am Ende des Monats.

Steuerklasse 2 beantragen

Die Steuerklasse 2 können Alleinerziehende beantragen oder Singles, die ein Kind erwarten. Das gilt auch bei einer Trennung oder Scheidung oder wenn ein Ehepartner verstirbt.

Es gibt zwei Wege, den Entlastungsbetrag zu erhalten:

  1. Der Betrag wird in der Steuererklärung geltend gemacht.
  2. Der Betrag wird über die Steuerklasse 2 als Lohnsteuerabzugsmerkmal berücksichtigt.

Mit dem Wechsel in die Steuerklasse wird zugleich der Entlastungsbeitrag beantragt. Das entsprechende Formular "Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende" kann über die Finanzämter bezogen oder online bei der Bundesfinanzverwaltung herunterladen werden. In diesem versichert der Arbeitnehmer, dass die Voraussetzungen für die Gewährung des Entlastungsbetrags vorliegen. Zugleich wird schriftlich bestätigt, dass jede Änderung der familiären Situation unmittelbar dem Finanzamt gegenüber bekannt gegeben wird.

Zusätzlich muss im Rahmen der Steuererklärung für jedes Kind einzeln die Anlage Kind abgegeben werden und ein Antrag für die Lohnsteuerermäßigung ausgefüllt werden.

Zuständig ist das jeweilige Wohnortfinanzamt. Die Formulare können über die Formularseiten des Bundesfinanzministeriums (https://www.formulare-bfinv.de/) heruntergeladen oder über das Finanzamt bezogen werden.

Erforderliche Unterlagen für den Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag

  • Geburtsurkunde des Kindes bzw. der Kinder
  • Anlage Kind bei Steuererklärung
  • Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung
  • Anlage Kinder zur Lohnsteuer-Ermäßigung

Veränderte Lebenssituation

Bei einer Eheschließung oder der gemeinsamen Haushaltsführung mit einer volljährigen Person entfällt der Anspruch auf die Steuerklasse 2. Die Ausnahme: Ist die im Haushalt lebende volljährige Person pflegebedürftig oder erzielt Einkünfte unter dem gesetzlichen Freibetrag und besitzt ein Nettovermögen von weniger als 15.500 Euro, kann der Entlastungsbetrag der Steuerklasse 2 weiterhin geltend gemacht werden. Das gilt auch für volljährige Kinder im Haushalt, die weiterhin Anspruch auf Kindergeld haben. Ist das nicht der Fall, entfällt der Anspruch auf die Steuerklasse 2.

Steuerklassenwechsel: Ändert sich die familiäre oder berufliche Situation, sollte ein Wechsel der Steuerklassen in Betracht gezogen werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das oder die Kinder den Haushalt verlassen. Dann steht für den Alleinerziehenden – nun als Single – der Wechsel in die Steuerklasse 1 an.

Lohnsteuerabzüge bei Steuerklasse 2

Die individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers fließen in die Berechnung der Lohnsteuer ein. Sie wirken sich damit mindernd auf die Steuerlast aus. Für Alleinerziehende ist der Entlastungsbetrag neben dem Kinderfreibetrag (als Alternative zum Kindergeld) ein wesentlicher Faktor.

Grundlegende Steuerabzüge für das Steuerjahr 2018:

  • Grundfreibetrag: 9.000 Euro
  • Arbeitnehmerpauschbetrag: 1.000 Euro
  • Sonderausgabenpauschbetrag: 36 Euro
  • Vorsorgepauschale: einkommensabhängig
  • Kinderfreibetrag: 7.428 Euro
  • Entlastungsbetrag: 1.908 Euro

Weitere Steuervorteile für Alleinerziehende

Wie alle Eltern können Alleinerziehende die Kosten für die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren steuerlich absetzen. Die Höchstgrenze liegt bei 6.000 Euro im Jahr. Allerdings werden davon nur zwei Drittel – also höchstens 4.000 Euro – als Sonderausgaben vom Finanzamt anerkannt. Dazu zählen zum Beispiel die Kosten für Kita, Hort, Tagesmutter, Internat, Hausaufgabenbetreuung oder privat organisierte Babysitter, die als Minijobber bezahlt werden.

Werden Großeltern gegen Bezahlung eingespannt, können auch diese Kosten abgesetzt werden. Voraussetzung ist ein Vertrag, wie er auch unter Fremden geschlossen worden wäre. Die Alleinerziehenden sollten generell eine Rechnung verlangen und den Betrag überweisen.



Kind pendelt zwischen den Haushalten

Wechselt das Kind zwischen den Haushalten, bekommt in der Regel derjenige den Entlastungsbetrag, der das Kindergeld erhält. Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag: Es lebt ein Kind im Haushalt, für das Kindergeld bezogen wird, und es gibt keine weitere volljährige Person in der Haushaltsgemeinschaft. Ausnahme ist das eigene volljährige Kind, sofern es sich nicht an den Haushaltskosten beteiligt.

Kindergeld: Kindergeld erhält immer nur eine Person, in der Regel ein Elternteil. Bei getrennt lebenden Paaren ist das oft derjenige, bei dem das Kind hauptsächlich lebt – zumeist dort, wo das Kind gemeldet ist.

Mehrere Kinder getrennt lebender Eltern

Hier kommt es darauf an, wie sich die Eltern verstehen. Grundsätzlich können bei zwei oder mehr Kindern beide Elternteile den Entlastungsbetrag beantragen. Dafür müssen die Kinder bei beiden Eltern gemeldet sein und diese müssen sich das Kindergeld teilen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Bundeszentralamt für Steuern
  • Bundesministerium der Finanzen
  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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