Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Schon 13.000 Steuersünder haben sich selbst angezeigt

Nicht nur "Hoeneß-Effekt"  

Warum die Steuer-Selbstanzeigen steigen

16.04.2014, 10:49 Uhr | t-online.de

Schon 13.000 Steuersünder haben sich selbst angezeigt. Viele Steuersünder zeigten sich selbst an (Quelle: imago/Ralph Peters)

Viele Steuersünder zeigten sich selbst an (Quelle: imago/Ralph Peters)

Offenbar fürchten immer mehr Steuersünder entdeckt zu werden. Denn nach dem Bekanntwerden der Steueraffäre von Uli Hoeneß steigt die Zahl der Selbstanzeigen rasant. Aber auch der Druck der Schweizer Banken zeigt Wirkung. In Deutschland haben sich im ersten Quartal dieses Jahres bereits drei Mal so viele Steuersünder selbst angezeigt wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies ergab eine Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) bei den Finanzämtern.

Die Behörden verzeichneten in den ersten drei Monaten bereits gut 13.000 Selbstanzeigen. In Bayern gingen gut 2030 Selbstanzeigen ein, das ist etwa vier Mal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Nordrhein-Westfalen offenbarten sich sogar 2656 Steuerbetrüger - rund fünf Mal so viele wie im Jahr 2013.

Viele Selbstanzeigen gab es laut "SZ" auch bei den Finanzämtern in Baden-Württemberg (2669), ebenso in Rheinland-Pfalz (1684) und Hessen (1327).

Nicht nur "Hoeneß-Effekt"

Im März 2014 wurde der damalige FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Zuvor hatte er sich selbst angezeigt, diese Anzeige war allerdings unvollständig. Strafbefreiend sind Steuer-Selbstanzeigen jedoch nur bei Vollständigkeit. Auch formale Fehler können die Strafbefreiung aufheben.

Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl sagte, die vielen Steuer-Selbstanzeigen hätten wohl auch noch andere Gründe als die Hoeneß-Verurteilung. "Viele Banken in der Schweiz haben ihren Kunden ein Ultimatum bis Jahresende gesetzt, sich steuerehrlich zu machen. Diese Weißgeldstrategie zwingt viele zum Handeln und damit zur Selbstanzeige." Das zeige erneut, dass es richtig gewesen sei, das von der früheren schwarz-gelben Bundesregierung ausgehandelte Schweizer Steuerabkommen abzulehnen.

In Bayern sollen 100 Spezialfahnder Steuersünder ermitteln

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) rechnet sogar damit, dass die Anzahl der Selbstanzeigen im Verlauf des Jahres noch einmal deutlich ansteigen wird. "Denn zum Anfang des kommenden Jahres wird die Selbstanzeige deutlich verschärft", zitiert die "SZ" den Politiker. In Bayern würden die Finanzämter zudem durch etwa 100 Spezialfahnder unterstützt.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal