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Credit Suisse zahlt 2,6 Milliarden US-Dollar Strafe

US-Steuerstreit  

Credit Suisse zahlt 2,6 Milliarden Dollar Strafe

20.05.2014, 13:01 Uhr | dpa

Credit Suisse zahlt 2,6 Milliarden US-Dollar Strafe. Credit Suisse zahlt in US-Steuerstreit Rekordstrafe (Quelle: Reuters)

Credit Suisse zahlt in US-Steuerstreit Rekordstrafe (Quelle: Reuters)

Die Großbank Credit Suisse zahlt zur Beilegung des US-Steuerstreits die höchste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte. Die zweitgrößte Bank des Landes willigte ein, insgesamt über 2,5 Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen, wie das US-Justizministerium mitteilte. Gleichzeitig bekannte sich Credit Suisse schuldig, reichen Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Credit Suisse sei die größte Bank in den vergangenen 20 Jahren, die sich strafrechtlich schuldig bekannt habe, erklärte US-Justizminister Eric Holder auf einer Pressekonferenz. Die US-Justiz macht verstärkt Jagd auf Steuersünder und hat sich dabei vor allem auf Schweizer Banken eingeschossen. Unter dem Druck der US-Regierung hat die Schweiz ihr Bankgeheimnis durchlöchert.

US-Justizminister Eric Holder warf der Bank in Washington vor, in den Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung nicht genügend kooperiert zu haben. Die Credit Suisse habe in erheblichem Umfang US-Steuerzahlern dabei geholfen, Steuern zu hinterziehen, und dafür einen großen Aufwand betrieben, sagte Holder. Als das Ministerium die Bank über die Ermittlungen informierte, habe sie sich unkooperativ verhalten. Unter anderem habe sie wichtige Dokumente vernichtet.

In Medienberichten war bereits über eine Strafe in der Größenordnung spekuliert worden. Die Credit Suisse hat teilweise bereits Rückstellungen wegen der Steuerstreitigkeiten gebildet, was ihr zu Jahresbeginn sogar einen Verlust einbrockte.

Großer Druck aus dem Justizministerium

Das US-Justizministerium habe auf das Schuldeingeständnis gedrängt, weil es die Auffassung gebe, dass die Bank bei den seit mehreren Jahre laufenden Ermittlungen nicht in vollem Umfang kooperiert habe, schrieb die "Financial Times" unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Die Credit-Suisse-Spitze zeigte sich in einer ersten Reaktion reuevoll. "Wir bedauern das Fehlverhalten im früheren grenzüberschreitenden US-Geschäft außerordentlich", sagte Konzernchef Brady Dougan laut Mitteilung.

Keine Auswirkung auf Lizenzen erwartet

Trotz des Schuldeingeständnisses muss die Großbank wohl nicht um ihre Banklizenz in den USA fürchten: "Die CS erwartet keine Auswirkungen auf ihre Lizenzen und keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Fähigkeiten das operative Geschäft zu betreiben", hieß es weiter.

Credit-Suisse-Chef Dougan war im Februar vor einen Untersuchungsausschuss des US-Senats zitiert worden. Dabei räumte er Verstöße gegen Steuergesetze ein und entschuldigte sich dafür. Er schob die Schuld allerdings auf eine kleine Gruppe von Angestellten.

Beim Verstecken geholfen?

Der Ausschuss sieht das anders. In einem Bericht hieß es, dass 1800 Mitarbeiter dabei geholfen hätten, in 22.500 Konten rund zehn Milliarden Dollar vor der US-Steuerbehörde zu verstecken. Dougan selbst bezifferte das Volumen auf rund sieben Milliarden Dollar. Der US-Amerikaner steht seit sieben Jahren an der Spitze der Schweizer Bank.

Sein Posten bei der Credit Suisse ist offenbar nicht in Gefahr. Medien hatten wiederholt über einen möglichen Rücktritt von Brady Dougan oder Verwaltungsratspräsident Urs Rohner spekuliert.

Der Umfang der vermuteten Verfehlungen ist aber kleiner als vor Jahren beim Schweizer Rivalen UBS. Dieser soll 19.000 Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben. Dabei sollen bis zu knapp 18 Milliarden Dollar versteckt worden sein. Anders als die Credit Suisse räumte die UBS 2009 schnell ihre Schuld ein und gab auch die Daten von insgesamt 4700 Kunden an die US-Regierung. Sie kam mit einer Strafe von 780 Millionen Dollar vergleichsweise günstig davon.

Es gab jedoch bereits ein prominentes Opfer: Vor einem Jahr musste die älteste Schweizer Bank schließen, das Bankhaus Wegelin. Die 272 Jahre alte Traditionsfirma hatte sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig bekannt. Demnach hat sie ihren Kunden dabei geholfen, mehr als 1,2 Milliarden Dollar vor dem amerikanischen Fiskus zu verstecken. Wegelin musste mit 74 Millionen Dollar dafür büßen. Zuvor hatte die Bank allerdings den Großteil ihres Geschäfts verkauft und damit vor dem Zugriff der Amerikaner gerettet.

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