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Sig Sauer lieferte Waffen illegal nach Kolumbien

Deutsche Kleinwaffenfirma  

Sig Sauer lieferte Pistolen illegal nach Kolumbien

03.07.2014, 11:58 Uhr

Das deutsche Kleinwaffen-Unternehmen Sig Sauer hat Medienberichten zufolge geltende Vorschriften umgangen und illegal Waffen nach Kolumbien geliefert. Der bekannte Hersteller soll bei dem Pistolen-Export in das Bürgerkriegsland deutsche Behörden getäuscht haben.

Zahlreiche interne Dokumente sowie die Aussagen mehrerer Insider belegten die Vorwürfe gegen wie der Hersteller aus dem schleswig-holsteinischen Eckernförde geltende Vorschriften umgangen habe, berichteten die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und der WDR am Donnerstag. Dies sei offenbar mit Wissen der obersten Führungsriege des Unternehmens geschehen.

Sig Sauer nutzt Umweg über USA

Dem Bericht zufolge soll Sig Sauer Pistolen vom Typ 2022 über den Umweg USA in das Krisenland Kolumbien geliefert haben, obwohl eine Genehmigung des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) nicht vorlag. Laut internen Firmenunterlagen habe Sig Sauer die Pistolen an eine US-Schwesterfirma geliefert, berichteten die Medien. Auf den entsprechenden Exportdokumenten habe es geheißen, die Waffen seien für den zivilen Markt der USA bestimmt. Dabei habe dem Unternehmen spätestens seit Herbst 2010 bekannt sein dürfen, dass die Waffen an die kolumbianische Polizei weitergeleitet worden seien.

Vorwürfe von Sig Sauer dementiert

Die "SZ" und der MDR hatten bereits im Mai über die Sig-Sauer-Lieferungen nach Kolumbien berichtet. Seither prüft die Staatsanwaltschaft Kiel die Vorwürfe, die Bafa hat den Fall den Berichten vom Donnerstag zufolge an das Zollkriminalamt übergeben. Sig Sauer wies die Vorwürfe gegenüber den Medien am Mittwoch zurück. Den Berichten zufolge will der Waffenhersteller künftig die Pistolen für den Export bei seiner Konzernschwester im US-Bundesstaat New Hampshire bauen lassen.

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