Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Bund der Steuerzahler: Deutsche halten Steuersystem für ungerecht

Steuerzahler-Umfrage  

Deutsche halten unser Steuersystem für ungerecht

24.07.2014, 16:26 Uhr | dpa , t-online.de

Bund der Steuerzahler: Deutsche halten Steuersystem für ungerecht. Umfrage zum Steuersystem: Die Deutschen sind steuerehrlich, aber unzufrieden (Quelle: imago/Eibner)

Umfrage zum Steuersystem: Die Deutschen sind steuerehrlich, aber unzufrieden (Quelle: imago/Eibner)

Die Deutschen halten ihre Steuer- und Abgabenlast für zu hoch und sind mit dem Steuersystem unzufrieden. Dennoch ist die Steuerehrlichkeit so hoch wie noch nie. Das sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt), Reiner Holznagel, in Düsseldorf bei der Vorstellung einer repräsentativen Umfrage. Danach finden 85 Prozent, ihre Steuerbelastung sei zu hoch. Mit 95 Prozent meinen sogar fast alle, der Staat verschwende Steuergelder.

Grundsätzlich nimmt aber die Akzeptanz von Steuern ab. So sagten bei der vorherigen Umfrage 2008 noch 61,5 Prozent der Befragten, der Staat brauche hohe Steuereinnahmen zur Erfüllung seiner Aufgaben. Dieser Wert ist inzwischen auf 57,3 Prozent gesunken.

Holznagel sagte, das Steuersystem werde insgesamt als ungerecht empfunden. Ein Grund dafür sei die Kalte Progression, bei der Lohnsteigerungen durch höhere Steuern und Inflationseffekte teilweise aufgezehrt werden. In der Umfrage forderten vier von fünf Deutschen (82 Prozent), dass die Kalte Progression abgeschafft wird. Auch der Eindruck, dass der Staat Steuergeld verschwendet, trage zum Eindruck der Ungerechtigkeit bei.

Kalte Progression als Ärgernis

"Die Bürger erwarten vom Staat eine Gegenleistung für ihre Bereitschaft, korrekt ihre Steuern zu zahlen." Die Politik müsse dafür sorgen, dass sowohl die Kalte Progression abgeschafft als auch die Steuerverschwendung gestoppt werde, sagte Holznagel.

Zugleich bewerteten 82 Prozent Steuerhinterziehung generell als unmoralisch. 80 Prozent haben nach eigenem Bekunden noch nie vorsätzlich falsche Angaben in ihrer Steuererklärung gemacht. Ein zentraler Grund für die gestiegene Ehrlichkeit sei auch die wachsende Angst, erwischt zu werden. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent ist in diesem Zusammenhang dafür, die strafbefreiende Selbstanzeige beizubehalten. Jedoch sollten die Konsequenzen verschärft werden, zum Beispiel durch höhere Zinsen und Strafzuschläge und die Abschaffung der Verjährungsfrist.

Wenn der Staat bei gutlaufender Konjunktur mehr Steuern einnimmt, sollte dieses Geld zum Abbau der Schulden verwendet werden. Bei Überschüssen der Rentenkassen wünschen sich die Befragten dagegen, das sie an die Beitragszahler zurückfließen sollten.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal