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Bernie Ecclestone: "Ich war ein bisschen auch ein Idiot"

100-Millionen-Dollar-Zahlung  

Ecclestone: "Ich war ein bisschen auch ein Idiot"

05.08.2014, 21:24 Uhr | rtr, dpa, AFP, t-online.de

Bernie Ecclestone: "Ich war ein bisschen auch ein Idiot". Bernie Ecclestone hat den Prozess in München mit einer Zahlung von 100 Millionen Dollar mit einem blauen Auge überstanden. (Quelle: Reuters)

Bernie Ecclestone hat den Prozess in München mit einer Zahlung von 100 Millionen Dollar mit einem blauen Auge überstanden. (Quelle: Reuters)

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone kann seinen Schmerz über die Zahlung von 100 Millionen Dollar für die Einstellung seines Bestechungsprozesses in München nicht verhehlen. "Ich war ein bisschen auch ein Idiot, diese Einigung einzugehen", sagte der 83-Jährige der britischen Nachrichtenagentur PA.

Eigentlich habe ihn der Richter zum Abschluss praktisch freigesprochen und erklärt, die Staatsanwaltschaft habe keine stichhaltigen Argumente, begründete Ecclestone seine Sichtweise.

Dennoch sei er zufrieden, nun das Kapitel abschließen zu können. "Letztlich waren es dreieinhalb Jahre Ärger, Reisen, Anwälte treffen und Gott weiß, wen noch - also ist es gut, dass das vorbei ist", sagte der Brite. Es sei nicht einfach gewesen, neben dem Prozess seinen Aufgaben als Geschäftsführer der Formel 1 gerecht zu werden.

Wiedersehen "nur noch im Fernsehen"

Gegen die Zahlung der Rekordsumme von umgerechnet knapp 75 Millionen Euro war der Schmiergeldprozess gegen Ecclestone am Dienstag vom Münchner Landgericht eingestellt worden. Der Formel-1-Boss gilt damit als unschuldig und nicht vorbestraft und kann daher seinen Posten behalten. "Es ist erledigt und abgehakt, also ist alles in Ordnung. Ich bin zufrieden", sagte Ecclestone.

"Ich gehe davon aus, dass wir uns nur noch im Fernsehen wiedersehen", sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll. Die Summe von 100 Millionen Dollar dürfte in die Rechtsgeschichte eingehen. "Die Höhe der Auflage orientiert sich an den Vermögensverhältnissen des Angeklagten", begründete der Richter. Ecclestone habe zugesichert, dass er mit 100 Millionen Dollar eines "fühlbaren Anteils" seines Vermögens entäußert werde, ohne dabei überfordert zu sein.

Nimmt BayernLB Angebot an?

Der Formel-1-Chef musste sich seit Ende April wegen Bestechung eines Amtsträgers und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld beim Besitzerwechsel der Rennserie gezahlt haben.

Im Gegenzug kassierte er von der BayernLB eine Beraterprovision von 41 Millionen Dollar für seine Arbeit beim Formel-1-Verkauf. Als Ausgleich dafür will Ecclestone der Landesbank zusätzlich zu seiner Geldauflage eine Entschädigung von 25 Millionen Euro zahlen. Die BayernLB muss bis Freitag entscheiden, ob sie dieses Angebot annimmt.

"Vorwurf nicht erhärtet"

Nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen kamen die Richter aber zu dem Schluss, dass Ecclestone keine schwere Schuld trägt. "Der zur Last liegende Vorwurf wurde in wesentlichen Teilen nicht erhärtet", sagte Noll.

Vor allem habe sich laut Noll nicht beweisen lassen, dass Ecclestone wusste, dass Gribkowsky als Vorstand der Landesbank ein Amtsträger war, deren Bestechung besonders hart bestraft wird. Die lange Prozessdauer sei für Ecclestone zudem eine Belastung gewesen.

"Das hat mit Freikaufen nichts zu tun"

Auch die Staatsanwaltschaft hatte der Einstellung mit Blick auf das hohe Alter Ecclestones, die lange Verfahrensdauer und andere mildernde Umstände zugestimmt. Sie sieht sich aber nicht als Verlierer. "Für uns stellt sich nicht die Frage nach Sieg oder Niederlage", sagte Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.

Ecclestones Anwalt Sven Thomas betonte, dass die Einstellung eines Strafprozesses nach Paragraf 153a ein ganz normaler Weg der Justiz sei und nicht vom Kontostand abhängt. "Das hat mit Freikaufen nichts zu tun."

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