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Schweiz: "Ungerechte Steuervorteile" für reiche Ausländer

Schweizer Volksentscheid  

Ist bald Schluss mit "ungerechten Steuervorteilen" für reiche Ausländer?

29.11.2014, 16:48 Uhr | dpa, AFP

Schweiz: "Ungerechte Steuervorteile" für reiche Ausländer. Viele Europäer ärgert es, wenn ihre Unternehmer und Prominenten der günstigen Steuersätze wegen in die Schweiz ziehen. Viele Schweizer ärgert das offenbar auch. (Quelle: imago images)

Nach dem Willen einer linken Volksinitiative geht es den reichen Ausländern in der Schweiz bald an deren Steuerprivilegien. (Quelle: imago images)

Am Sonntag halten die Schweizer drei Volksentscheide ab. Keine der Initiativen hat in den Umfragen eine Mehrheit. Sollte sich aber nur eine der Initiativen überraschend durchsetzen, hätte jede einzelne das Potenzial, das Land nachhaltig zu verändern. Dazu gehört auch der Umgang mit den reichen Steuerflüchtlingen aus dem Ausland.

Viele Europäer ärgert es, wenn ihre Unternehmer und Prominenten der günstigen Steuersätze wegen in die Schweiz ziehen. Viele Schweizer ärgert das offenbar auch.

Ausländer profitieren von Pauschalbesteuerung - noch

Ausländer, die in der Schweiz wohnen, aber dort nicht arbeiten, können anstelle von Steuern auf ihre weltweiten Einkünfte und Vermögen eine pauschale Steuer entrichten. Sie wird derzeit auf das Fünffache ihrer Wohnkosten in der Schweiz veranschlagt. Ausländische Millionäre zahlen nur einen Bruchteil der Steuern, die reiche Schweizer entrichten und als die Ausländer in ihrem Herkunftsländern entrichten müssten.

Dieses Privileg der sogenannten Pauschalbesteuerung nutzen geschätzte 5700 wohlhabende Ausländer, die meisten Millionäre und Milliardäre, die in der Schweiz leben. Insgesamt tragen die reichen Ausländer etwa 830 Millionen Euro zum jährlichen Steueraufkommen bei.

Interessengruppe fordert Ende der Bevorteilung

Diese "ungerechten Steuervorteile" will die Partei Alternative Liste (AL) nun beenden. Unterstützt wird sie unter anderem von Sozialdemokraten und Grünen.

Die unter dem Namen "Schluss mit Steuerprivilegien für Multimillionäre" auftretende Gruppe fordert die Abschaffung der Pauschalbesteuerung. Die Kritiker aus Reihen des linken Partei- und Gewerkschaftspektrums sehen die Steuergerechtigkeit infrage gestellt und warnen, dass die Reichen vielerorts die Preise in die Höhe treiben, auch dank ihrer Steuerersparnisse.

Dagegen warnen Gegner der Initiative aus den Reihen der bürgerlichen Parteien sowie viele Kantone und der Gewerbeverband vor einem Rückgang der Steuereinnahmen. Gemeinden und Kantonen würden dadurch erhebliche Gelder verloren gehen.

In einer letzten Umfrage lag das Lager der Gegner mit 46 zu 42 Prozent vorn, zwölf Prozent waren noch unentschieden.

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