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Diese Last-Minute-Steuertipps vor dem Jahresende bringen Ersparnis

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Diese Steuertipps vor dem Jahresende bringen Ersparnisse

06.12.2014, 14:32 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

Diese Last-Minute-Steuertipps vor dem Jahresende bringen Ersparnis. Steuertipps: Was Sie bis zum Jahresende noch erledigen sollten (Quelle: imago/ McPhoto)

Steuertipps: Was Sie bis zum Jahresende noch erledigen sollten (Quelle: imago/ McPhoto)

Das Jahresende rückt näher. Steuerzahler können noch einige Sachen erledigen, um ihre steuerliche Belastung für 2014 zu drücken. Die Wirtschaftsredaktion hat einige Last-Minute-Steuertipps zusammengestellt, die bares Geld wert sind. Manches kostet allerdings vorher noch Geld.

Wer jetzt schon weiß, dass er im kommenden Jahr niedrigere Einkünfte erzielt, kann Ausgaben noch ins Jahr 2014 vorziehen. Dies ist etwa sinnvoll, wenn der Steuerzahler 2015 in Rente geht oder die Elternzeit ansteht. Darauf weist der Bund der Steuerzahler in Berlin hin. Denn wenn im Jahr 2015 keine oder nur noch wenig Einkommensteuer gezahlt wird, können die Ausgaben unter Umständen nicht mehr steuermindernd genutzt werden.

Wer entsprechende Ausgaben vorzieht, kann diese noch bei der Steuererklärung 2014 ansetzen und so die Steuerlast drücken. Infrage kommt dies etwa bei der Anschaffung einer Brille oder Zahnersatz oder beim Vorziehen von Werbungskosten wie für die Anschaffung von Fachbüchern. Wichtig ist, dass die Rechnung noch im Jahr 2014 - also bis zum 31.12. - vollständig beglichen wird.

Höhere "Berufs-Nebenkosten"

Arbeitnehmer können im nächsten Jahr übrigens höhere Werbungskosten über die Steuererklärung für 2014 absetzen, wenn sie mehr als 1000 Euro für den Beruf ausgeben. Die Grenze schaffen schon alle, die dieses Jahr mindestens 15 Kilometer am Tag von der Wohnung zur Arbeit fahren, schreibt das Magazin "Finanztest". Zudem zahle sich der Kauf von beruflicher Fachliteratur aus oder die Anschaffung von Arbeitsmitteln wie Notebooks. Am besten seien Arbeitsmittel, deren Preis vom Finanzamt sofort voll anerkannt wird und nicht über mehrere Jahre abgeschrieben werden müsse.

Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen

Auch Ausgaben im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen senken die Steuerlast. "Finanztest" nennt dazu etwa einen Gärtner, der den Garten winterfest macht. Solche Arbeiten lohnen sich meist noch vor Silvester, weil das Finanzamt dafür bis zu 20.000 Euro anerkennt.

Auch die Renovierung der Wohnung kann sich auszahlen, denn Löhne für Handwerker im Haushalt zählen bis zur Höhe von 6000 Euro im Jahr. Ist dieser Spielraum ausgeschöpft, sollten Steuerzahler solche Arbeiten dagegen lieber erst nächstes Jahr in Auftrag geben.

Auch Mieter können Kosten für Hausmeister, Reinigung und Gartenpflege aus der Betriebskostenabrechnung anteilig absetzen. Diese Kosten können auch nachträglich in der Steuererklärung angegeben werden. Wichtig ist, dass eine ordentliche Rechnung über die erbrachten Leistungen vorliegt. Material zählt dabei nicht mit, nur die handwerkliche Leistung kann abgesetzt werden.

Freistellungsaufträge prüfen und anpassen

Sparer müssen auf Kapitalgewinne aus ihrem Privatvermögen eine Abgeltungssteuer zahlen. Banken und Sparkassen behalten automatisch 25 Prozent der Erträge und Zinsen ein - wenn kein Freistellungsauftrag vorliegt. Ansonsten gilt ein pauschaler Freibetrag von jährlich 801 Euro beziehungsweise 1602 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren. Bei mehreren Konten bei verschiedenen Banken muss der Sparer-Pauschbetrag auf die Konten verteilt werden, ohne den Gesamtfreibetrag zu überschreiten.

Wer den Auftrag noch nicht erteilt hat, kann das bis zum Jahresende nachholen. Gegebenenfalls müssen die Beträge angepasst werden. Zu beachten ist die Frist: Wer sichergehen will, dass die Bank die neuen Freibeträge noch in diesem Jahr verbucht, sollte noch vor den Weihnachtsfeiertagen tätig werden.

Wer Freistellungsaufträge vor 2011 noch ohne Steuer-Identifikationsnummer erteilte, sollte prüfen, ob die Bank die Nummer beim Bundeszentralamt für Steuern abruft. Im Zweifel sollten die Aufträge neu erteilt werden. Die alten ohne Steuer-Identifikationsnummer werden Ende 2015 ungültig.

Schnell noch Verlustbescheinigung beantragen

Nur noch bis zum 15.12. kann bei seiner Bank eine Verlustbescheinigung beantragt werden. Das ist dann sinnvoll, wenn man mehrere Depots bei mehreren Banken führt und Gewinne bei einer Bank mit Verlusten bei der anderen Bank verrechnen möchte, schreiben die Experten vom Verbraucherportal "Biallo". Diese Verrechnung funktioniere nur über die jährliche Steuererklärung.

Wer seine Verluste einfach stehen lässt, verschenkt übrigens nichts: Die Bank schreibt die Verlustverrechnungstöpfe dann einfach 2015 weiter und verrechnet die Verluste mit künftigen Gewinnen, Zinsen und Dividenden.

Steuerfreie Prämien durch Riesterrente  

Wer einen Riester-Vertrag zur privaten Altersvorsorge abschließt, bekommt steuerfreie Prämien vom Staat: 154 Euro für Erwachsene und 185 Euro für jedes Kind, das vor dem 1. Januar 2008 geboren wurde.

Wenn der Riester-Vertrag vor dem 31. Dezember abgeschlossen wird, besteht Anspruch auf die volle Jahresprämie. Allerdings müssen bis zum Jahresende auch mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens eingezahlt werden. In jedem Fall aber mindestens 60 Euro. Die Höchstgrenze liegt bei 2100 Euro.

Mit milden Gaben Steuern sparen

Vor Weihnachten ist die Spendenbereitschaft vieler Bürger groß. Dabei tut man nicht nur Gutes, sondern kann auch Steuern sparen. Wer Geld- oder Sachspenden zur Förderung steuerbegünstigter, gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke leistet, kann diese innerhalb bestimmter Grenzen als Sonderausgaben steuermindernd geltend machen, erklärt Constanze Grüning vom Bund der Steuerzahler. Maximal bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte werden vom Finanzamt berücksichtigt.

Jedoch werden nur Spenden an gemeinnützig anerkannte Vereine und andere Körperschaften anerkannt. So entschied das Finanzgericht Köln, dass eine Spende eines Geschäftsführers, der im Rahmen einer Audienz beim Papst dessen Staatssekretär persönlich einen Scheck von über 50.000 Euro übergeben hatte, nicht anzuerkennen ist (Az.: 13 K 3735/10). Nicht die katholische Kirche Deutschland, sondern der Vatikanstaat sei Empfänger der Zuwendung. Der Spendenabzug wurde versagt.

Die Spenden müssen per Zuwendungsbestätigung nachgewiesen werden. Bis zu einer Höhe von 200 Euro geht aber auch ein vereinfachter Nachweis per Kontoauszug mit Buchungsbestätigung. Auch ohne Beleg kann das Finanzamt einen Gesamtbetrag von 100 Euro als Spende anerkennen, wenn eine Einzelaufstellung der geleisteten Spenden samt den Empfängern vorgelegt wird.

Vorsicht bei Auslandsspenden

Vorsicht gilt bei Spenden ins Ausland. "Hier kann es schwierig werden, da das Finanzamt besondere Nachweise verlangen kann", erklärt Grüning. Ausländische Spendenbescheinigungen entsprechen nicht immer den inländischen Anforderungen. Das Finanzamt kann zusätzliche Dokumente wie Satzung, Tätigkeitsbericht oder Aufzeichnungen über die Einnahmen und Verwendungen der Spendengelder anfordern. Selbst bei kleineren Spendenbeträgen mit ausländischem Adressaten kann so die Steuerersparnis mit einem hohen Aufwand verbunden sein.

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