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Mehr als 100.000 Bankkunden fordern Kreditgebühren zurück

Verbraucherkredite  

Mehr als 100.000 Bankkunden fordern Kreditgebühren zurück

22.01.2015, 09:54 Uhr | t-online.de, AFP, dpa-AFX

Mehr als 100.000 Bankkunden fordern Kreditgebühren zurück. Viele Banken kassierten unzulässige Bearbeitungsgebühren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Banken kassierten unzulässige Bearbeitungsgebühren (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Banken und Sparkassen sehen sich einem Zeitungsbericht zufolge mit Rückforderungen von etlichen Kunden konfrontiert: Mehr als 110.000 Bankkunden reichten bei den Ombudsleuten der Bankenverbände bis zum Jahresende Beschwerden ein, um unzulässig erhobene Kreditbearbeitungsgebühren erstattet zu bekommen, wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtete.

Nach Schätzungen der Stiftung Warentest haben Banken in den Jahren von 2005 bis 2013 knapp 13 Milliarden Euro unzulässige Bearbeitungsgebühren kassiert, wenn Kunden Autos oder Fernseher mit Ratenkrediten finanzierten. Damit hatten viele Institute den Zins niedriger aussehen lassen.

Der BGH hatte diese Praxis im Mai endgültig für unzulässig erklärt. Eine Gebühr, die beim Abschluss eines Darlehensvertrages zusätzlich zu den Zinsen berechnet werde, benachteilige Kunden unangemessen. Denn die Bearbeitung von Krediten liege im eigenen Geschäftsinteresse der Banken. Bankkunden konnten erhobene Gebühren von Krediten zurückfordern, die ab 2004 geschlossen wurden. Um die Ansprüche für ältere Verträge zu wahren, mussten diese sich bis Jahresende melden.

Viele Banken verweigern Erstattung

Doch während einige Institute das Geld zurückerstatten, versuchen einige, Kunden abzuwimmeln. In den meisten Fällen zu Unrecht. Hat die Bank die Forderung abgelehnt konnten sich Verbraucher an den Ombudsmann der privaten Banken wenden. Zudem können Rechtsanwälte helfen. Verbraucherzentralen sammeln die Ablehnungsargumente, um den Betroffenen Hilfestellungen zum weiteren Vorgehen zu geben.

30.000 Ansprüche Ende Dezember

Wer sich vor dem 31.12.2014 bei den Ombudsleuten beschwerte, konnte Verjährung der Ansprüche verhindern, wie der BdB-Sprecher erläuterte. Das hätten deshalb viele Betroffene getan. Allein am 29. Dezember seien 30.000 Eingaben gezählt worden. Beim Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken waren es laut "Stuttgarter Zeitung" bis zum Jahresende 9000 Eingaben.

Hier finden Sie die für Sie zuständige Schlichtungsstelle

Ombudsmann der Öffentlichen Banken (z.B. Landesbanken, Förderbanken, einige LBS)Postfach 11 02 72
10832 Berlin
Beschwerdeformular
Ombudsmann der Volksbanken und RaiffeisenbankenSchellingstraße 4
10785 Berlin
Beschwerdeformular
Ombudsmann des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DGSV) Charlottenstraße 47
10117 Berlin
Beschwerdeformular
Ombudsleute der Landesbausparkassen (LBS)(verschiedene, bitte zuerst eigene LBS auswählen)
Schlichtungsstellen
Ombudsleute der privaten BausparkassenPostfach 30 30 79
10730 Berlin
Beschwerdeformular
Ombudsmann der privaten Banken (z.B. Deutsche Bank, Commerzbank)Postfach 04 03 07
10062 Berlin
Beschwerdeformular


Für Bankkunden, die zwischen den Jahren 2012 und 2014 einen Kreditvertrag unterzeichnet haben, gilt die dreijährige Verjährungsfist.

Das sind die Schritte:

Bank anschreiben: Als Erstes sollten Kunden zunächst die Forderung bei dem Geldinstitut anmelden. Verbraucherzentralen bieten dazu auf ihren Homepages Musterbriefe an. "Setzen Sie der Bank eine Frist für die Antwort", rät Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Damit Kunden sicher sein können, dass das Schreiben bei der Bank angekommen ist, sollte es als Einschreiben verschickt werden.

Ombudsstelle einschalten: Zweiter Schritt ist die Einschaltung der zuständigen Schlichtungsstelle. "Die sollten Sie anrufen, wenn ihre Forderung abgelehnt wurde oder das Geldinstitut nicht auf ihr Schreiben reagiert hat", sagt der Verbraucherschützer. "Schicken Sie eine Kopie aller Unterlagen per Einwurfeinschreiben an die zuständige Ombudsstelle." Mit dem Eingang des Schreibens wird die Verjährung der Forderung grundsätzlich gehemmt. Möglich ist auch, den Ombudsmann parallel zur Anfrage an die Bank anzurufen.

Ausnahmen prüfen: Nicht bei allen Schlichtern tritt auch tatsächlich eine Hemmung der Verjährung ein. "Das betrifft zum Beispiel einige Sparkassen", erklärt Schaarschmidt. Auch wenn Banken, keinem Schlichtungsverbund angehören, können Kunden diesen Weg nicht gehen. In diesem Fall können Verbraucher aber einen gerichtlichen Mahnbescheid gegen das Geldinstitut beantragen.

Alternativen Schlichter einschalten: Eine andere Möglichkeit ist, sich mit dem Schlichtungsersuchen an die Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle Hamburg (ÖRA) zu wenden, rät Schaarschmidt. Dieses Verfahren stehe grundsätzlich allen Bundesbürgern offen. Auch hier werde die Verjährung gehemmt.

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