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Commerzbank im Visier deutscher Steuerbehörden

Commerzbank durchsucht  

Steuer-Razzia gegen mutmaßliche Steuerbetrüger - Luxemburg-Geschäfte im Visier

25.02.2015, 08:19 Uhr | dpa, AFP, rtr

Commerzbank im Visier deutscher Steuerbehörden. Commerzbank von Steuerbehörden durchsucht - Luxemburg-Geschäfte im Visier. (Quelle: dpa)

Commerzbank von Steuerbehörden durchsucht - Luxemburg-Geschäfte im Visier. (Quelle: dpa)

Nach der Schweiz gerät nun auch Luxemburg ins Visier deutscher Finanzbehörden. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge durchsuchten am Dienstag mehr als 150 deutsche Steueranwälte, Steuerfahnder und Kriminalbeamte unter anderem die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt. Diese erste Razzia richtete sich gegen mutmaßliche Steuerbetrüger und mutmaßliche Helfer, die über Luxemburger Banken Steuern hinterzogen.

Unter Berufung auf gemeinsame Recherchen mit dem NDR und dem WDR berichtete die "Süddeutsche", dass vor allem Mitarbeiter der Luxemburger Commerzbank-Tochter im Verdacht stünden, in großem Umfang Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Demnach fanden die Durchsuchungen vor allem im Rheinland, in Hessen und Rheinland-Pfalz statt.

Auch fragwürdige Offshore-Geschäfte

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittle in mehreren hundert Fällen wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung, berichtete die Zeitung weiter. In einigen Fällen gehe es auch um den Verdacht der Geldwäsche. Die Affäre drehe sich um fragwürdige Offshore-Geschäfte.

Die Ermittlungen richteten sich gegen Steuerpflichtige, die "zum Zwecke der systematischen Hinterziehung von Ertragssteuern sogenannte Offshore-Gesellschaften erworben haben, um ihre bei Luxemburger Banken erzielten Kapital-Erträge zu verschleiern", so der Kölner Staatsanwalt Ulrich Bremer. Zu den durchsuchten Institutionen oder zur Anzahl der Verdachtsfälle wollte sich der Sprecher der Anklagebehörde nicht äußern.

Wie viel Geld vor dem Fiskus versteckt worden sei, ist noch unklar. Die geschätzte Summe reiche von etlichen hundert Millionen Euro bis zu einer Milliarde Euro, schrieb die Zeitung.

Razzia wurde verschoben

Dem Bericht zufolge war die Aktion bereits für Dezember geplant. Sie sei verschoben worden, weil die Generalstaatsanwaltschaft in Luxemburg ein Rechtshilfeersuchen von deutscher Seite abgelehnt habe. Demnach wollten die deutschen Strafverfolger einen Luxemburger Vermögensverwalter "durchleuchten", der in der Angelegenheit eine wichtige Rolle spiele.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjahns (SPD) werfe Luxemburg vor, den Fall nicht gemeinsam aufklären zu wollen. Eine Zusammenarbeit sei vom Großherzogtum erkennbar "politisch nicht gewollt", zitierte die Zeitung den Minister.

Altfälle liegen mehr als zehn Jahre zurück

Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus hat den Vorabbericht der "Süddeutschen Zeitung" bestätigt. Ein Banksprecher sagte: "Die Commerzbank hat ein eigenes Interesse an einer schnellen umfassenden Aufklärung und unterstützt selbstverständlich die Behörden aktiv und in vollem Umfang. Das Ermittlungsverfahren bezieht sich auf Altfälle, die zehn Jahre und länger zurückliegen." Die Commerzbank-Aktie gehörte am Dienstag zu den Gewinnern unter den Dax-Werten.

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