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Finanzminister Wolfgang Schäuble erhöht Druck auf Steuertrickser

Banken müssen zittern  

Schäuble erhöht Druck auf Steuertrickser

15.05.2015, 17:16 Uhr

Finanzminister Wolfgang Schäuble erhöht Druck auf Steuertrickser. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will härter gegen Steuertrickser vorgehen. (Quelle: dpa)

Ein Mann mit Durchblick - auch was Steuertrickser angeht: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). (Quelle: dpa)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) prüft derzeit Maßnahmen, um Aktiengeschäfte mit Steuererstattungen schärfer überprüfen zu können. Das berichtet die "Wirtschafts-Woche" exklusiv. Im Fokus dabei stünden deutsche Banken und Investmentgesellschaften, die ausländischen Investoren beim Umgehen der Kapitalertragsteuer auf deutsche Dividenden helfen. Deutsche Banken müssen Milliardenverluste befürchten.

Durch das sogenannte Dividenden-Stripping entgingen dem Fiskus allein im Jahr 2015 rund fünf Milliarden Euro, schätzt Christoph Spengel, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministers.

Unterstützung für Schäubles Vorstoß kommt laut "WiWo"-Bericht aus den Bundesländern. "Künstliche Steuergestaltungen durch Dividenden-Stripping sind nicht tolerierbar", sagte der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid (SPD) dem Blatt.

Deutsche Banken müssen mit Steuernachzahlungen und Milliardenstrafen rechnen

Nach Einschätzung von Schäubles Berater Christoph Spengel müssen deutsche Banken und Investmentgesellschaften, die in das Dividenden-Stripping involviert sind, mit hohen Steuernachzahlungen und Geldstrafen rechnen.

"Rückwirkend können die in Frage stehenden Fälle der letzten zehn Jahre durchleuchtet werden. Hier geht es um Milliardenbeträge", wird der Steuerrechtler, der an der Universität Mannheim lehrt, in der "WiWo" zitiert. Nach überschlägigen Berechnungen könnte sich der gesamte Steuerausfall aus diesen Geschäften in den vergangenen zehn Jahren auf 20 Milliarden Euro summieren.

Was ist Dividenden-Stripping?

Der Trick mit dem Dividenden-Stripping funktioniert so: Ausländische Investmentfonds und Großanleger übertragen Aktien von deutschen Unternehmen kurz vor dem Dividenden-Zahltag an eine deutsche Bank oder Investmentgesellschaft. Die deutschen Gesellschaften können sich nämlich, anders als ausländische Anleger, 25 Prozent Kapitalertragsteuer vom Fiskus erstatten lassen. Kurz nach dem Zahltag wandern die Aktien zurück, den Ertrag teilen sich die Beteiligten.

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