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Steuern sparen: Das sollten Steuerzahler bis Ende 2015 erledigen

Countdown bis Ende 2015  

Steuern sparen auf den letzten Drücker

04.11.2015, 13:45 Uhr | Sandra Ketterer, dpa-tmn

Steuern sparen: Das sollten Steuerzahler bis Ende 2015 erledigen. Wenn Steuerpflichtige noch bis Ende des Jahres ein paar Tricks beachten, können sie meist ihre Steuerlast senken.  (Quelle: dpa/tmn/Monique Wüstenhagen)

Wenn Steuerpflichtige noch bis Ende des Jahres ein paar Tricks beachten, können sie meist ihre Steuerlast senken. (Quelle: Monique Wüstenhagen/dpa/tmn)

Für Steuerzahler lohnt es sich, kurz vor Jahresende noch einmal ihre Unterlagen zu sichten. Denn möglicherweise können sie mit einfachen Tricks ihre Steuerlast für 2015 senken. Fünf Punkte sollten Sie checken.

Auch für das Steuerjahr 2016 lassen sich jetzt schon clever die Weichen stellen. Wer beispielsweise bis Jahresende 2015 beim Finanzamt die Steuerklasse ändert oder Freibeträge eintragen lässt, profitiert bereits ab Januar 2016, rät der Bund der Steuerzahler (BdSt). Entsprechende Formulare gibt es im Internet oder direkt vor Ort bei den Ämtern.

Checkliste für Steuerzahler

  • Steuerklasse gegebenenfalls ändern
  • Krankheitskosten sammeln
  • Steuerfreibetrag beantragen
  • Handwerkerleistungen absetzen
  • Nichtveranlagungsbescheinigung besorgen

Wann die Änderung der Steuerklasse sinnvoll ist

Eheleute und eingetragene Lebenspartner können noch bis Ende November für dieses Jahr ihre Steuerklassen überprüfen lassen. "Ob es sich lohnt, die Steuerklassen zu wechseln, hängt von den Einkommensverhältnissen ab", sagt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Verdiene einer der Partner mindestens 60 Prozent des Gesamteinkommens, dann lohne es sich, wenn dieser in die Steuerklasse III eingestuft werde. Der geringverdienende Partner komme dann in die Steuerklasse V. Er müsse dann zwar mehr Lohnsteuer abführen als nötig. Doch die bekomme er durch die Einkommensteuerveranlagung wieder zurück.

"Ein Wechsel kommt auch für diejenigen infrage, die im Dezember eine große Sonderzahlung erhalten und davon sofort profitieren wollen", sagt Christian Böke, Vizepräsident des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt. Der Partner, der den Bonus erhält, lässt sich in Steuerklasse III einstufen und spürt die Entlastung schon im Dezember und nicht erst nach der nächsten Steuererklärung.

"Wenn die Frau am Anfang einer Schwangerschaft steht, lohnt es sich möglicherweise, dass man andersherum denkt. Also dass die Frau, wenn sie weniger verdient, die günstigere Steuerklasse III wählt", sagt Wawro. Denn das Elterngeld wird aus dem Durchschnitt des Nettoeinkommens berechnet, das sich durch die bessere Steuerklasse erhöht.

Allerdings müssen die werdenden Eltern dann schnell sein, denn das Elterngeld wird auf Grundlage des Einkommens der zwölf Monate vor Beginn des Mutterschutzes berechnet. "Dabei zählt die Steuerklasse, die in diesem Zeitraum überwiegend, also mehr als sechs Monate, veranlagt wurde", erklärt Wawro.

Tipp für Verlobte: Eine Blitzhochzeit lohnt sich. Wenn Paare noch in diesem Jahr heiraten, können sie für das ganze Jahr 2015 die günstigere Veranlagung beantragen.

Kassenzettel aus der Apotheke sammeln

Kosten für Medikamente, Zahnersatz und Kuraufenthalte können als außergewöhnliche Belastungen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. "Dabei wird aber ein Eigenanteil von einem bis sieben Prozent der Gesamteinkünfte als zumutbare Belastung abgezogen", sagt Wawro.

Wenn Steuerzahler an der Grenze der zumutbaren Belastung sind und ohnehin beispielsweise eine größere Zahnarztbehandlung ansteht, macht es Sinn, den Zahnarzt noch in diesem Jahr um einen Termin dafür zu bitten. "Falls es dagegen günstiger ist, die Rechnung erst 2016 zu zahlen, könnten die Patienten vielleicht mit dem Zahnarzt eine entsprechende Vereinbarung treffen", sagt Wawro. 

"Grundsätzlich rate ich immer, Belege zu sammeln, auch die Apothekenrechnungen über drei bis fünf Euro. Wenn im Herbst überraschend die große Zahnoperation kommt, kann die Summe vielleicht über der Belastungsgrenze liegen."

Steuerfreibetrag für 2015 jetzt noch mitnehmen

Der Steuerfreibetrag für das laufende Jahr kann noch bis zum 30. November beantragt werden. "Dann wird er bei der Lohnsteuer im Dezember schon berücksichtigt", erklärt Gerauer. Besonders Alleinerziehende sollten sich das in diesem Jahr gut überlegen, denn ihr Entlastungsbetrag wurde auf 1908 Euro erhöht. "Das erste Kind berücksichtigt das Finanzamt bei der Steuerklasse II automatisch. Für alle weiteren Kinder muss man einen Antrag stellen", sagt Gerauer.

Wer einen Freibetrag für 2016 beantragt, kann von einer Neuerung profitieren: Seit dem 1. Oktober können Arbeitnehmer erstmals Freibeträge beantragen, die zwei Jahre lang gültig sind. Diese gelten dann vom 1. Januar 2016 bis längstens zum 31. Dezember 2017, erklärt der Neue Verband der Lohnsteuervereine (NVL). Die Freibeträge mussten bisher in der Regel jährlich neu beantragt werden.

Handwerkerleistungen absetzen

Steuerzahler, die zum Jahresende oder im Januar eine Renovierung planen, sollten durchrechnen, wie sie die Kosten am besten verteilen. Grundsätzlich lassen sich 20 Prozent der Kosten abrechnen, bis maximal 6000 Euro. daraus kann sich eine Steuerentlastung bis zu 1200 Euro ergeben. "Wenn man über die Höchstgrenze kommt, sollte man überlegen, ob man die Kosten auf zwei Jahre verteilen kann, etwa über eine Vorauszahlung an den Handwerker", empfiehlt Gerauer. So kann der Maximalbetrag in zwei Jahren ausgeschöpft werden.

Nichtveranlagungsbescheinigung besorgen

Leicht vergessen werden Zinseinkünfte der Kinder. Wenn Kinder Sparkonten oder Depots haben, deren Zinserträge den Sparerfreibetrag überschreiten, müssten auch sie Kapitalertragssteuer sowie Solidaritätszuschlag und möglicherweise Kirchensteuer abführen. Sofern sie keine weiteren Einkünfte haben, ist das aber unnötig. "Die Eltern können dafür eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen und bei der Bank einreichen", sagt Böke. Sie gelte meist für drei Jahre.

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