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Steuern und Finanzen: Das ändert sich im neuen Jahr 2016

Von Freibeträgen und Erhöhungen profitieren  

Das ändert sich 2016 bei Steuern und Finanzen

26.12.2015, 07:40 Uhr | dpa-tmn

Steuern und Finanzen: Das ändert sich im neuen Jahr 2016. Diese Änderungen für 2016 sollten Sie sich merken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images, Montage: t-online.de)

Diese Änderungen für 2016 sollten Sie sich merken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images, Montage: t-online.de)

Noch ist Silvester nicht gefeiert, da wirft das neue Jahr schon seine Schatten voraus. Doch die dräuen nicht düster, sondern bringen meist Erleichterungen und Vorteile auch finanzieller Art. Unser Überblick.

Lohnsteuer-Freibeträge gelten länger

Steuerpflichtige mussten Freibeträge für den Lohnsteuerabzug bisher jedes Jahr neu beantragen. Das ist bald nicht mehr nötig, denn ab 2016 gelten Freibeträge zwei Jahre lang. Wer also einen Freibetrag ab dem 1. Januar eingetragen hat, kann davon bis Ende 2017 profitieren, erklärt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wichtig zu beachten: "Ändert sich innerhalb der zwei Jahre etwas, muss der Steuerpflichtige das dem zuständigen Finanzamt sofort mitteilen", sagt Winkelmann. Wenn sich etwa die Werbungskosten des Arbeitnehmers verringern, weil sich durch einen Umzug der Arbeitsweg verkürzt hat, ist das meldepflichtig.

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Altersvorsorge wirkt sich stärker steuermindernd aus

Ausgaben für die Altersvorsorge senken ab 2016 die Steuerlast noch etwas stärker. Der Fiskus erkennt bisher 80 Prozent der Aufwendungen an - ab 2016 sind es bis zu 82 Prozent. Das bedeutet: Steuerpflichtige Singles können dann bis zu 18.669 Euro steuerlich geltend machen. Bei Ehepaaren werden Aufwendungen von bis zu 37.338 Euro als Sonderausgaben berücksichtigt.

Zahlen Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung ein, wird der steuerfreie Arbeitgeberanteil von den Aufwendungen abgezogen.

Ab 2016 verändert sich auch die Rentenbesteuerung: Der steuerpflichtige Anteil steigt für Neurentner von 70 auf 72 Prozent. Damit sind für sie nur noch 28 Prozent der Rente steuerfrei.

Grund- und Kinderfreibetrag steigen

Ab dem 1. Januar müssen Ledige erst Einkommen von mehr als 8652 Euro versteuern. "Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Gemeinsam veranlagte Ehepaare müssen erst Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 17.304 Euro verdienen.

"Wer nur geringe Einkünfte hat, muss keine Steuererklärung abgeben", sagt Klocke. Die Einkommensgrenze liegt hier bei 11.000 Euro bei Alleinstehenden beziehungsweise 20.900 Euro bei Ehepaaren.

Die Bundesregierung hat für das Jahr 2016 auch den Kinderfreibetrag um 48 Euro angehoben. "Der steuerfreie Teil des Einkommens steigt damit auf 2304 Euro pro Kind und Elternteil", erklärt Klocke.

Steuer-ID für Kindergeld-Bezug nötig

Auch das Kindergeld steigt im kommenden Jahr um zwei Euro. Wer es beziehen will, muss ab 2016 aber eindeutig identifizierbar sein - die Familienkassen brauchen dafür die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) des Kindergeldbeziehers sowie der Kinder. Das gilt unabhängig vom Geburtsjahr des Kindes.

Falls die Angaben nicht vorliegen, werden Eltern im Laufe des Jahres angeschrieben. "Sie müssen also erst tätig werden, wenn sie eine entsprechende Aufforderung von der Familienkasse erhalten haben", sagt Frauke Wille von der Bundesagentur für Arbeit. "Das Kindergeld zahlt die Familienkasse weiterhin, auch wenn Eltern die Daten erst im Laufe des Jahres schriftlich nachreichen", erklärt Wille.

Keine Freistellungsaufträge ohne Steuer-ID

Auch die Banken brauchen ab dem 1. Januar die Steuer-ID ihrer Kunden. Denn andernfalls verlieren Freistellungsaufträge ihre Gültigkeit. Fehlen die Angaben, müssen Kunden aber keinen neuen Antrag stellen. "Es reicht, wenn sie der Bank ihre Steuer-ID nennen", sagt Tanja Beller vom Bankenverband. Bei Gemeinschaftskonten gilt: Die Nummer müssen beide Ehe- beziehungsweise Lebenspartnern mitteilen.

In vielen Fällen kennen die Banken die Steuer-ID schon. Denn seit 2011 muss sie auf neuen Anträgen verbindlich angegeben werden. Für Kapitalerträge liegt der Steuersatz bei 25 Prozent zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Beträge in einer Höhe von bis zu 801 Euro pro Jahr sind steuerfrei, wenn Anleger bei ihrer Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag stellen. Für Ehepaare liegen die freigestellten Beträge bei 1602 Euro pro Jahr.

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Mehr BAFÖG für Schüler und Studenten

Schüler, Studenten und Auszubildenden, die BAFÖG beziehen, können ab dem Beginn des Schuljahres 2016, beziehungsweise ab dem Wintersemester 2016/2017 ebenfalls mit mehr Geld rechnen. Die Bedarfssätze werden um sieben Prozent angehoben. Ein Student mit eigener Wohnung kann dann 735 statt bislang 670 Euro erhalten.

Hartz IV-Sätze steigen kaum 

Bescheidener fällt das Plus an anderer Stelle aus: Die Hartz IV-Sätze werden ab dem 1. Januar um drei bis fünf Euro angehoben.

Ab Februar gilt nur noch die IBAN

Kontonummer und Bankleitzahl haben bald endgültig ausgedient. Privatpersonen müssen ab 1. Februar die IBAN (International Bank Account Number) verwenden. Darauf weist der Bundesverband deutscher Banken hin. Diese Verpflichtung bestand für Unternehmen und Vereine schon länger. Indirekt bleiben die Bankleitzahl und die Kontonummer den Kunden aber erhalten - als Teil der 22-stelligen IBAN-Nummer folgen die Angaben nach der Länderkennung "DE" und einer zweistelligen Prüfnummer.

"Verbraucher finden die IBAN-Nummer auf ihren Kontoauszügen, im Online-Banking oder auf ihrer Girocard", sagt Beller. Da die IBAN innerhalb der Eurozone als Kundenkennung verbindlich gilt, brauchen Kunden den BIC (Bank Identifier Code) ab Februar nicht mehr. Ausnahme: Sie müssen den BIC angeben, wenn sie Geld außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums überweisen.

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