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"Gülle-Euro": Deutsche sollen Fleischkonsum drosseln

Konzept gegen Billig-Fleisch  

"Gülle-Euro" soll Fleischkonsum der Deutschen drosseln

09.02.2016, 14:06 Uhr | dpa-AFX, dpa, t-online.de

"Gülle-Euro": Deutsche sollen Fleischkonsum drosseln. Schlachtstraße in einem Bremer Schlachthof. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 88,3 Kilogramm übersteigt der deutsche Fleischverbrauch den Welt-Durchschnitt um das Doppelte.  (Quelle: imago/Hake)

Schlachtstraße in einem Bremer Schlachthof. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 88,3 Kilogramm übersteigt der deutsche Fleischverbrauch den Welt-Durchschnitt um das Doppelte. (Quelle: Hake/imago)

Nach dem Willen von Umweltschützern sollten deutsche Verbraucher ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte verringern. Das fordert die Referentin der Naturschutzorganisation WWF, Tanja Dräger de Teran. Unterstützung bekommt sie von Grünen und SPD im Bundestag. 

Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten "Gülle-Euro". Eine Reduzierung des Fleischkonsums würde der Gesundheit ebenso nutzen wie dem Klimaschutz, sagte Dräger de Teran anlässlich des Beginns der Fastenzeit am Aschermittwoch.

Der hohe Fleischkonsum und der dafür nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigten den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch weltweit. Die Bundesregierung müsse den Mut finden, das emotionale Thema anzupacken. 

Fleischproduktion frisst viel Land

Auch die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale, fordert eine Abkehr von der Massentierhaltung: "Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht." Damit in Zukunft alle Menschen auf dem Planeten genug zu essen hätten, könnten die Menschen in reichen Ländern nicht so viel Fleisch essen wie im Moment. "Das gilt auch für Deutschland."

UMFRAGE
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"Ein Kilo für 3,40 Euro ist pervers"

Unterstützung bekommen die Umweltschützer von Grünen und SPD im Bundestag, die den enormen Fleischverbrauch der Deutschen ebenso anprangern. Dieser sei ein riesiges Problem, sagte die Grünen-Sprecherin für Tierschutz und Verbraucherpolitik, Nicole Maisch. Wenn alle Menschen so viel Fleisch äßen wie hierzulande, "bräuchten wir einen zweiten Planeten", sagte sie. "Beendet werden müssen die Exzesse der Massentierhaltung und Dumpingpreise für Fleisch. Ein Kilo Hackfleisch für 3,40 Euro ist pervers." 

Nötig seien schärfere gesetzliche Vorgaben für die Tierhaltung, betonte Maisch. "Unsere Vorstellung von Tierhaltung ist nicht zum Nulltarif zu haben." Die Preise für Fleischprodukte müssten die soziale und ökologische Wirklichkeit widerspiegeln.

Der Sprecher der Grünen Jugend, Moritz Heuberger, verlangte, die artgerechte Tierhaltung von Bio-Höfen als gesetzlichen Standard allen Agrarbetrieben vorzugeben. Die Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Christina Jantz, plädierte für einen "Mix aus gesetzlichen Maßnahmen": zum einen für bessere Haltungsbedingungen, zum anderen zur Unterstützung der Landwirtschaft im Wandlungsprozess.

Jedoch lehnen Maisch und Jantz die Idee von Umweltschützern ab, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Fleischprodukte zu streichen.

Riesiger Pro-Kopf-Verbrauch

In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch den Welt-Durchschnitt um das Doppelte. Er liegt bei 88,3 Kilogramm pro Jahr. Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos und Flugzeuge zusammen.

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