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Friedrich-Ebert-Stiftung: Wie Deutschland auseinander driftet

Einkommen, Schulden, Bildung  

Deutschland driftet auseinander

22.03.2016, 10:03 Uhr | AFP, t-online.de

Friedrich-Ebert-Stiftung: Wie Deutschland auseinander driftet. Durchschnittliches Haushaltseinkommen in Euro je Einwohner in Kreise und kreisfreie Städte, 2012. (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

Durchschnittliches Haushaltseinkommen in Euro je Einwohner in Kreise und kreisfreie Städte, 2012. (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

Ob Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskraft oder Verschuldung: Trotz guter Konjunktur gibt es noch erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen in Deutschland. Das geht aus einer Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hervor. (Hier finden Sie die komplette Studie)

Das aktuelle Wachstum kommt in vielen Gegenden Deutschlands demnach nicht an; einzelne Regionen befinden sich "in einem Teufelskreis aus Verschuldung, Arbeitslosigkeit und Abwanderung". Die regionale Ungleichheit verfestige sich oder nehme sogar noch zu, so die Autoren der Studie. 

Vorgegebenes Grundgesetz-Ziel wird verfehlt

Sie hatten anhand von 20 Indikatoren die soziale und ökonomische Lage der Bundesrepublik auf Kreisebene untersucht. Kriterien waren unter anderem Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Kinderarmut, kommunale Schulden und das Bruttoinlandsprodukt. Das vom Grundgesetz vorgegebene Ziel der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse werde "in der Praxis verfehlt", so das Fazit.

Anteil der Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen in % Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)Anteil der Arbeitslosen an den zivilen Erwerbspersonen in % Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

Vor allem der Osten hinkt hinterher

Wie die Ergebnisse zeigen, hinken nicht nur Gegenden im Osten den starken Regionen in Süddeutschland hinterher. Auch Kreise in West- und Norddeutschland haben mit einer hohen Arbeitslosenzahl, hoher Kinderarmut und mit steigenden kommunalen Schulden zu kämpfen. Die von der wirtschaftlichen Entwicklung abgehängten Regionen haben immer mehr Schwierigkeiten bei der Bereitstellung der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Private Schuldner/innen je 100 Einwohner/innen 18 Jahre und älter Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)Private Schuldner/innen je 100 Einwohner/innen 18 Jahre und älter Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

Das wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahre habe in Deutschland die bestehenden Ungleichheiten vergrößert und die Gegensätze verschärft, heißt es.

Abwanderung in stärkere Regionen

Während die Gewinnerregionen wie Bayern, Baden-Württemberg und auch Hamburg immer besser dastünden, gerieten die Verliererregionen in eine zunehmende Abwärtsspirale. Wegen der ungleichen Wirtschaftslage wanderten vor allem besser ausgebildete, jüngere Menschen in die wirtschaftlich starke Regionen ab. Die Studie basiert auf Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Durchschnittliches Haushaltseinkommen in Euro je Einwohner in Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)Durchschnittliches Haushaltseinkommen in Euro je Einwohner in Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

Große Unterschiede bei den Haushaltseinkommen

Auch mehr als 20 Jahre nach der deutschen Einheit gibt es der Studie zufolge große Unterschiede bei den Haushaltseinkommen zwischen Ost und West. Das monatliche Durchschnittseinkommen für Deutschland lag im Jahr 2012 bei 1708 Euro. In den östlichen Ländern lag dieser Wert rund 300 Euro niedriger. Die höchsten durchschnittlichen Einkommen finden sich mit 3293 Euro in Heilbronn.

Anteil der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II an den Erwerbspersonen in Prozent Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)Anteil der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II an den Erwerbspersonen in Prozent Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

Zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen laute Friedrich-Ebert-Stiftung bei den Arbeitslosen nach SGB II immer noch deutliche Unterschiede.  Von sehr hohen Ausgaben für Sozialleistungen sind aber auch Berlin und Bremen betroffen. In Kiel, Salzgitter, Delmenhorst sowie Offenbach am Main leben ebenfalls viele Menschen die auf Leitungen der Grundsicherung angewiesen sind. 

Des Weiteren ist die Ungleichheit bei der Bildung alarmierend: Der Anteil der jungen Menschen ohne Hauptabschluss ist regional sehr unterschiedlich. Auch hier ist der Osten besonder stark betroffen. Besonders wichtig: Bildung ist ein Frühindikator für den Arbeitsmarkt. Jugendliche ohne Abschluss haben eher Schwierigkeiten, einen Beruf zu erlernen. 

Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in Prozent Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in Prozent Kreise und kreisfreie Städte, 2012 (Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung)

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