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Top-Geldanlage? Beim Finanzamt gibt es satte Zinsen

Top-Geldanlage mit Tücken  

Beim Finanzamt gibt es noch satte Zinsen

25.03.2016, 13:08 Uhr | André Stahl, dpa

Top-Geldanlage? Beim Finanzamt gibt es satte Zinsen . Eine verspätet abgegebene Steuererklärung kann sich bezahlt machen. Aber es gilt ein paar Dinge zu beachten. (Quelle: imago images)

Eine verspätet abgegebene Steuererklärung kann sich bezahlt machen. Aber es gilt ein paar Dinge zu beachten. (Quelle: imago images)

Bestenfalls bekommen Sparer dieser Tage bei sicheren Geldanlagen etwas mehr als ein Prozent Zinsen. Sechs Prozent pro Jahr gibt es normalerweise nur bei hohem Risiko oder dubiosen "Schneeballsystemen" - oder beim Finanzamt. Dort glaubt so mancher Steuerzahler die Top-Geldanlage gefunden zu haben. Und das bei einem Schuldner mit bester Bonität. Doch es gibt auch Tücken.

Kommt die Steuererstattung zu spät, muss der Fiskus 0,5 Prozent Erstattungszins für jeden vollen Monat zahlen. Macht sechs Prozent pro Jahr. Sie werden erst ab dem 15. Monat nach dem Steuerjahr berechnet. Für das Steuerjahr 2015 würde somit am 1. April 2017 die zu verzinsende Zeit beginnen. Mit jedem vollen Monat, um den sich dann der Steuerbescheid verzögert, kann sich der Steuerzahler freuen, sollte er auf eine Erstattung hoffen.

Nicht immer ist ein überlastetes Amt schuld, wenn die Erstattung sich hinzieht. Zumal es das Abarbeiten der Steuererklärung in der Regel auch in der 15-Monats-Frist schafft.

Viele Steuerzahler verschlampen die Abgabe ihrer Steuererklärung oder zögern sie bewusst hinaus. Das kann aber auch Nachteile mit sich bringen. Fordert das Finanzamt einen Verspätungszuschlag, hat sich der Zinsvorteil bei einer Erstattung oft schnell erledigt. Wer aber nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, hat dafür vier Jahre Zeit und muss keinen Verspätungszuschlag befürchten.

Kein Run auf "Geldanlagemodell Fiskus"

Von einem zunehmend beliebten "Geldanlagemodell Fiskus" will Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aber auch in Zeiten extrem niedriger Zinsen nicht reden: "Wer mit einer größeren Erstattung rechnet, möchte sein Geld lieber sofort - noch vor dem Sommer." Viele stellten ihre Steuererklärung zwar hinten an, schielten dabei aber nicht auf mögliche Zinszahlungen. Ohnehin müsse jeder für sich abwägen, was günstig ist. Nicht aus jeder verspäteten durchschnittlichen Steuererklärung könne am Ende auch eine lukrative Geldanlage werden.

Der Fiskus hat keine Absicht, den seit mehr als 50 Jahren geltenden Zinssatz anzupassen. Immerhin profitieren die Finanzkassen ordentlich von den Zuschlägen auf Steuernachforderungen. In den Jahren 2014 und 2015 nahm das Bundesfinanzministerium nach eigenen Angaben unterm Strich rund 1,92 Milliarden Euro Zinsen ein.

Der hohe Zinssatz ist dem Steuerzahlerbund seit Jahren ein Dorn im Auge. Der setzt sich für eine Halbierung des Zinssatzes auf drei Prozent pro Jahr ein und prüft juristisch gegen "diesen Missstand" vorzugehen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte nach Darstellung des Verbandes bereits in einer Entscheidung von 2014 Zweifel an dem hohen Zinssatz der Finanzämter angemeldet, wenn sich der Marktzins auf dauerhaft niedrigem Niveau stabilisiere. "Die Zinsen beim Finanzamt müssen runter", fordert Steuerzahler-Präsident Reiner Holznagel.

Das Bundesfinanzministerium sieht sich auf der rechtlich sicheren Seite. "Nach ständiger Rechtsprechung" von Bundesverfassungsgericht und BFH sei der Zinssatz verfassungskonform. Er habe sich in der Praxis bewährt. Der Zinssatz könne "nicht mit dem wie auch immer verstandenen "Marktzins" verglichen werden". Es gebe wesentliche Unterschiede zwischen dem "Marktzins" und der Verzinsung nach der Abgabenordnung, argumentiert das Ministerium und verweist auf die zinsfreie Karenzzeit von 15 Monaten. Auch würden die Zinsen nur für volle Monate berechnet und keine Zinseszinsen erhoben.

Erstattungszinsen müssen versteuert werden

Umstritten ist noch ein anderer Punkt: Vom Finanzamt erhaltene Zinsen sind laut NVL steuerpflichtig, gezahlte Zinsen aber könnten nicht abgesetzt werden. Über die Ungleichbehandlung müsse das Bundesverfassungsgericht entscheiden. "Betroffene sollten Einspruch einlegen", sagt Rauhöft. Und gibt noch einen Rat: Erstattungszinsen müssten mit der Steuererklärung nachversteuert werden, da das Finanzamt von sich aus keine Abgeltungsteuer einbehalte.

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