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"Panama Papers": Kanzlei Mossack Fonseca wehrt sich

"Panama Papers"  

Kanzlei bestreitet Vorwurf der Geldwäsche

04.04.2016, 15:25 Uhr | dpa, AFP

"Panama Papers": Kanzlei Mossack Fonseca wehrt sich. In diesem Gebäude in Panama City hat die Kanzlei Mossack Fonseca ihren Sitz. (Quelle: dpa)

In diesem Gebäude in Panama City hat die Kanzlei Mossack Fonseca ihren Sitz. (Quelle: dpa)

Nach der Offenlegung Millionen von geheimer Dokumente, die tiefe Einblicke in die Geschäfte Prominenter, Politiker und Diktatoren geben, steht die Kanzlei Mossack Fonseca unter Druck. Sie hat die Briefkastenfirmen in internationale Steueroasen vermittelt. Doch die Kanzlei sieht sich selbst als Opfer.

Sein Unternehmen helfe nicht bei Geldwäsche oder Steuerhinterziehung, sagte der Kanzlei-Anwalt Ramón Fonseca Mora im Fernsehsender TVN. Mossack Fonseca gründe lediglich Firmen und verkaufe sie dann an Banken, Vermögensverwalter oder Anwälte. Eine Geschäftsbeziehung zu den Endkunden bestehe nicht.

Aus den unter anderem von der "Süddeutschen Zeitung" ausgewerteten Dokumenten soll hervorgehen, dass zahlreiche Politiker, Sportler und Prominente ihr Geld in Offshorefirmen geparkt haben. Die Unternehmen sollen zum Teil von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründet worden sein.

Fonseca räumte ein, dass die von mehreren Medien am Sonntag veröffentlichten Dokumente zum Teil aus seiner Kanzlei stammen. "Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen", sagte der frühere Berater von Panamas Präsident Juan Carlos Varela. Er führt die Kanzlei gemeinsam mit dem deutschstämmigen Rechtsanwalt Jürgen Mossack.

Seine Kanzlei sei seit 40 Jahren im Geschäft und habe bislang fast 240.000 Firmen gegründet. "Wir kümmern uns um den juristischen Teil und verkaufen sie dann an Zwischenhändler", erklärte er. "Alle, die jetzt in den Veröffentlichungen auftauchen, sind keine Kunden von uns, sondern der Zwischenhändler."

Ermittlungen laufen

Die Staatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes hat mittlerweile Ermittlungen zu den Vorwürfen eingeleitet. "Nachdem Informationen zu den sogenannten "Panama Papers" publik geworden sind, gibt die Staatsanwaltschaft den Beginn entsprechender Ermittlungen bekannt", hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Kanzlei weltweit tätig

Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama bietet die Gründung und Verwaltung von Offshorefirmen an. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen über 500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Die Kanzlei ist in Belize, den Niederlanden, Costa Rica, Großbritannien, Malta, Hong Kong, Zypern, den Britischen Jungfern-Inseln, Bahamas, Panama, Anguilla, Seychellen, Samoa und den US-Bundesstaaten Nevada und Wyoming tätig.

Gegründet wurde sie 1977 von Jürgen Mossack. Er wurde in Fürth geboren und wanderte nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" bereits als Kind mit seiner Familie nach Panama aus. 1986 tat er sich dann mit dem Panamaer Ramón Fonseca Mora zusammen. Der Anwalt, Schriftsteller und Politiker war bis vor kurzem Berater von Staatschef Juan Carlos Varela. 

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